Je mehr ich über die Unstimmigkeiten bei der in lese, um so mehr kotzt mich diese Stadt an. Ich nenne Berlin öfter mal einen Failed State, weil zu Vieles hier nicht vorankommt oder schlecht bis überhaupt nicht funktioniert. Aber diese Unfähigkeit, eine Wahl durchzuführen, setzt meiner Meinung nach all dem die Krone auf.

Dass am gleichen Tag der Berlin-Marathon stattfand, ist mMn keine Entschuldigung. Das ist schließlich nicht das erste Mal, dass beide Termine zusammenfallen.

Zu wenige Stimmzettel in Wahllokalen, obwohl von vornherein klar ist, wie viele Leute dort maximal abstimmen können. Und das bei dem überaus hohen Briefwahlaufkommen.

Konsequenz dessen war, dass einige Wahllokale zeitweilig geschlossen wurden. Jene Wähler, die vor 18 Uhr vor deen Wahhlokalen warteten, haben dann erst nach 18 Uhr abgestimmt. Es soll in Warteschlangen zu Diskussionen über taktische Wahlmöglichkeiten aufgrund der Kenntnis der ersten Prognosen gekommen sein.

Fehlende für einzelne Abstimmungen.

Wahlberechtigte konnten daher nicht an allen Abstimmungen teilnehmen. Da konnte zum Beispiel in einem Wahllokal in Prenzlauer Berg der/die -Abgeordnete des Wahlkreises nicht gewählt werden.

taz.de/Chaotischer-Wahltag-in- (unten in den Augenzeugenberichten)

Falsche für andere Wahlbezirke und das, wie mittlerweile bekannt ist, obwohl die Landeswahlleitung durch Stichproben in den fertig gepackten Kartons seit August 2021 davon wusste.

rbb24.de/politik/wahl/abgeordn?

Die Reaktion auf das Problem mittels eines Hinweiszettels hat, wie wir mittlerweile wissen, derart super funktioniert, dass in mindestens 99 Wahllokalen überdurchschnittlich viele dadurch ungültige Stimmen (mehr als 13000) registriert wurden.

Auch vor dem Volksentscheid „Deutsche Wohnen enteignen“, kurz , macht das nicht halt. In einigen Wahlbezirken wurden weitaus mehr Stimmen zum Volksentscheid abgegeben als Wähler registriert sind. Anderswo gab es

checkpoint.tagesspiegel.de/lan

Auch gab es bei dieser Abstimmung insgesamt ungewöhnlich viele ungültige Stimmen (85000 = 4.6% der abgegebenen Stimmen).

taz.de/Pannen-bei-Berlinwahl/!

In einzelnen Fällen waren einzelne Wahlleitungen telefonisch nicht erreichbar. Daher verzögerten sich sowohl die Nachbestellungen von Stimmzetteln als auch später, bei der Auszählung, die Rückmeldungen der Ergebnisse. Laut Aussage einer Wahlhelferin durfte die Auszählung der Abgeordnetenhauswahl nicht beginnen, bevor das Ergebnis der Bundestagswahl gemeldet wurde, was sich aufgrund der Nichterreichbarkeit der Wahlleitung unnötig um eineinhalb Stunden verzögerte.

taz.de/Chaotischer-Wahltag-in-

Wäre das (zum Beispiel) in Russland passiert, wäre überall von die Rede. So liest man vom in , was ich für eine üble Beschönigung halte. Es geht hier schließlich um eine der vielbeschworenen Grundfesten unseres Staatswesens.

So verspielt man meiner Meinung nach jede Menge , sowohl bei den Wahlberechtigten als auch bei den potentiellen Wahlhelfern.

@Auge Nein. Hier wird - typisch Deutsch - aus ner Mücke nen Elefant gemacht. Aus Prinzip und damit man sich empören kann.

@jamesbond Nein, das sehe ich nicht so. Fehler geschehen, aber diese Häufung ist mehr als unwürdig.

Warum sollte jemand zur Stimmabgabe gehen, wenn er/sie damit rechnen muss, dass diese Stimme, wegen derart massiver Fehler anderer, nicht gilt?

Warum sollte sich jemand die Arbeit als Wahlhelfer ans Bein binden, wenn sie durch derart massive Fehler anderer unnötig erschwert wird?

Hier geht es nicht um Empörung sondern um Vertrauensverlust.

@jamesbond Mit der Argumentation kann man sich jegliche Diskussion (egal wo) sparen.

@Auge sagt jemand desen Hauptargument „unwürdig sein“ ist? 😉

@jamesbond Ich habe das Wort "unwürdig" einmal benutzt. Und das macht es deiner Meinung nach zu meinem Hauptargument?

Ja ne, is klar.

@Auge Schau mal, dir geht es doch nicht darum fehler aufzuzeigen, damit man sie in Zukunft nicht mehr macht. Dir geht es doch darum die Fehler grösser darzustellen als sie wirklich sind. Dazu verwendest du eine extreme Sprache "failed state", "die Krone aufsetzen", "nichts funktioniert", etc ... wenn du mir jetzt erzählen möchtest es geht ja gar nicht um Empörung: 😂 Jaklar. Glaub ich dir sofort. 😂

@jamesbond Wir können also konstatieren, dass ich die Probleme bei der Wahl in Berlin als größer ansehe, als du. Dann isses so. Ich sehe das anders.

Für mich ist das Abtun dieser Probleme als irrelevante Einzelfälle (99 Wahllokale mit atypischer Anzahl von ungültigen Stimmen versus 2100 ohne) ein Arschtritt für das Vertrauen in den Wahlvorgang.

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@jamesbond Was als betrifft …

- Wenn man auf einen Termin bei einem Amt 6 bis 10 Wochen wartet, ist das Failed State.
- Wenn man die Polizei, außer bei Mord, schwerer Körperverletzung und Fahhraddiebstahl (wg. der Versicherung) nicht ruft, weil die eh nicht oder irgendwann kommen, ist das Failed State.
- Wenn ich am U-Bahnhof von Drogendealern angesprochen werde, während eine Gruppe Polizisten zwei Meter weiter ihren Kaffee schlürft und wegsieht, ist das Failed State.

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