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Übrigens, wer sagt, der ALG2ler kann ja für 450 Euro arbeiten gehen:

Von den 450 Euro werden dir 100 Euro voll belassen, von den restlichen 350 Euro darfst du dann 280 Euro behalten und deine Monatskarte für den Bus/Bahn darfst du dann auch noch selbst bezahlen.

Du arbeitest im Minijob dann also für 380Euro im Monat.

In die Rente hast du dann aber immer noch nix eingezahlt. Das macht das Amt aber auch nicht, weswegen Langzeitarbeitslose im Alter meist Grundsicherung haben.

Außerdem:

Wenn du einen neuen Kühlschrank brauchst, wird dir das Amt dann vielleicht mit einem Kredit helfen : dann hast du noch weniger Geld im Portemonnaie.

Und ja nicht mit deiner Freundin zusammenziehen, die auch ALG2 kriegt, dann kriegt einer von euch nicht den vollen Satz von derzeit 446 Euro.

Kinder erhalten sowieso nicht den vollen Satz.

Wenn ihr mit jemandem zusammenzieht, auf getrennte Konten achten und ein Haushaltsbuch führen, damit ihr belegen könnt, eine Wohngemeinschaft zu sein, aber keine Haushaltsgemeinschaft.

Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Aussenstehende dies eventuell nicht verstehen:

Also: Du erhälst 450 Euro in einem Minijob.

450 Euro - Freibetrag 1 (100 Euro) - Freibetrag 2 (20%, d.h. 70 Euro) macht anrechenbares Einkommen von 280 Euro.

Dies wird dir von ALG2 abgezogen, dh. 446 Euro - 280 Euro = 166 Euro ALG2

166 Euro ALG2 + 450 Euro Minijob = 616 Euro Einkommen

Wenn du jetzt gemein bist, rechnest du (616-446 = 170 Euro), dann fällt dir auf, dass du da nicht im Vorteil bist.

Was Positives zum Schluß:

Die Miete und Heizung musst du nicht selbst bezahlen.

@Cedara Sekunde mal – Ich hab das so im Kopf das einem von allem was man über 100€ verdient 80% abgenommen werden – bin ich da falsch informiert?

@phryk Es kommt darauf an, wie groß die Bedarfsgemeinschaft ist.

@Cedara und man hat vielleicht das Gefühl eine sinnvolle Tätigkeit zu haben statt nur zuhause auf der Couch zu sitzen.

@bjoerns Das vielleicht.

Wenn ich was ändern könnte, hätte ich gerne, dass es sich lohnte, was in die Rente einzuzahlen (anrechnungsfrei) und dass dir die Fahrtkosten nicht angerechnet würden.

Wenn du auch noch Strom als Kosten der Unterkunft bekämst, dann sähe es besonders für die alleinerziehenden Menschen besser aus.

@bjoerns Arbeiten nur um zu arbeiten ist nicht sinnvoll. Deine vorurteile von auf der couch sitzenden arbeitslosen kannste bitte mal in den sondermüll entsorgen. @Cedara

@Cedara Hinweis an der Stelle, weil viele ALG2 Betroffene natürlich nicht im schicken Eigenheim wohnen: wenn der Vermieter, der oft genug ein Wohnungsgroßkonzern ist, die Miete anhebt und damit die Betroffenen über dem Pauschalbetrag für Miete liegen, dürfen sie entweder umziehen oder den Rest aus der eigenen Tasche bezahlen - ergo noch weniger Kohle. Da Mieterhöhungen in der heutigen Zeit grade von Wohnungskonzernen wie Vonovia, Deutsche Wohnen und vielen anderen mehr gerne ausgenutzt werden, um darüber fett Cash zu machen, ist das ein relevanter Punkt. Und natürlich wird der ALG2 Satz nicht angepasst - der Gesetzgeber denkt sich dann halt: Jo hast halt Pech gehabt, Shit happens, zahls selber. 🙄🤷‍♀️

@Cedara d.h. dein effektiver Stundenlohn in deinem Minijob gegenüber "kein Minijob und 170€ weniger Geld" ist etwa (aufgerundet)

0,38 x Gezahlter Stundenlohn

Wenn du also 10€/h bekommen solltest, arbeitest du effektiv für 3,80€/h - oder?

@Cedara wie ist das mit Mindestlohn? Für 3.80 soll keiner arbeiten müssen.

Und wir sollten endlich das bedingungslose Grundeinkommen einführen, dafür die Arbeit Steuerfrei (Einkommenssteuer) und die LuxusSteuer (Mehrwertsteuer) ca. verdoppeln. Am Besten gleich EU weit!

@teefax Kannste versuchen, Minijob mit 15Euro/Std, wirst du allerdings kaum kriegen. :)

@teefax Von mir aus dürfte ein festgelegter Mindestlohn nie unterschritten werden.

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