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Mir gehen diese Kampagnen für das Tragen eines Fahrradhelms tierisch auf den Senkel. Impliziert das doch, dass Fahrrad fahren einfach zu gefährlich sei um auf einen Helm verzichten zu können.

Stimmt auch ein bisschen. Doch was *wirklich* gefährlich ist: Die Verkehrssituation in den Städten und vor allem, dass Radfahrende hier kaum sichere Infrastrukturen nutzen können.

Statt auf Helm-Kampagnen sollte der Fokus auf eine sichere Fahrradinfrastruktur gelegt werden. Alles andere ist ne Nebelkerze.

Wogegen ein Fahrradhelm tatsächlich etwas hilft: Bei dem Gefühl der Bedrohung im Verkehr. Man fühlt sich etwas sicherer und geschützter Unabhängig davon, ob der Helm real einen Schutz gegen schwere Kopfverletzungen bietet oder nicht.

@Erdrandbewohner Mir gehen Helmkampagnen nicht auf den Senkel. Kenne eine Person, die selbstverursacht gestürzt ist und nur dank Helm ohne schwere Kopfverletzung davongekommen ist.

Was mir auf den Senkel geht, ist, dass es häufig das einzige ist, was in Richtung Radverkehr gemacht wird.

@fbausch Ich trage selber Helm und halte ihn in der Stadt für mich unverzichtbar. Aber ich möchte eine Infrastruktur, bei der ich auf einen Helm verzichten kann. In den Niederlanden siehst du kaum radfahrende HelmträgerInnen, ich habe bisher nicht davon erfahren, dass es dort ein größeres Problem mit Kopfverletzungen gibt.

@Erdrandbewohner Auch wenn die Infrastruktur gut ist, kann man immer noch aus eigener Unachtsamkeit oder anderer Radfahrer:innen einen Unfall bauen.
Bei mir war es letztens sehr knapp, als mir auf einem breiten Radweg (ca. in Qualität eines Radschnellwegs) in einer Rechtskurve ein anderer Radfahrer auf meiner Seite entgegen kam. Wär dem fast frontal reingerappelt.

Und wie gesagt, solange die Helmkampagnen nicht das einzige sind, stören die mich nicht.

@fbausch Der positive Effekt von Helmen wird absolut überschätzt. Der Link führtzu einem etwas ältenen Artikel, der aber wohl immer noch gültig sein dürfte.

zukunft-mobilitaet.net/116906/

Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns mit dem Fahrradhelm nicht in einer falschen Sicherheit wiegen.

@favstarmafia

@Erdrandbewohner Überschätzt heißt ja nicht, dass es keinen gibt. Ein kleinerer positiver Effekt ist ja immer noch positiv. Und der Artikel sagt ja eher, dass die Fallzahlen zu gering waren um eine statistisch korrekte Aussage zu treffen.

@fbausch Ich wehre mich nicht gegen Helme, sondern gegen die Erzählung, dass Radfahrende selber Schuld hätten, wenn sie bei einem Unfall verletzt würden. Wenn du Polizeimeldungen zu Unfällen liest, wird Radfahrenden inzwischen immer eine (versteckte) Mitschuld gegeben, wenn sie bei einem Unfall verletzt wurden und keinen Helm trugen. Egal ob Kopfverletzung oder Knochenbruch.

Der Artikel dekonstruiert das Sicherheitsversprechen eines Helms. Ist er eben nicht, oder nur sehr begrenzt.

@Erdrandbewohner Diese Pressemeldungen regen mich auch auf und das ist ein Problem, das man angehen muss. Aber dir ging es im Ausgangstoot ja um Helmkampagnen und nicht um Polizeipressemeldungen.

Und der Artikel sagt halt nicht, dass der Helm keinen positiven Effekte hat. Er sagt, dass die bisher gesammelten Zahlen das weder klar bestätigen noch widerlegen.

Ich kenn halt ne Person, die mit behelmten Kopf nach Fahrfehler gegen ne scharfe Kante geschlagen ist.

@Erdrandbewohner Dank Helm ist nix Schlimmes passiert. Ohne Helm wäre es definitiv mit mehr Verletzungen geendet. Daher denke ich, dass es Fälle gibt, wo mir der Helm helfen kann. Und aus diesem Grund trage ich den Helm, auch wenn vielleicht die Eintrittswahrscheinlichkeit sehr gering ist.

Aber ich schalte halt im Auto auch nicht den Airbag aus, weil ich ja auch nen Gurt habe, der Airbag einem auch das Gesicht zerstören kann oder ich sage, dass die Infrastruktur für Unfallfreiheit sorgen muss.

@fbausch Es hätte gerne noch mehr gesagt, aber ich habe nur 500 Zeichen für einen Tröt zur Verfügung. ;-) Diese Pressemitteilungen sind halt auch ein Teil dieser Erzählung. Und wie gesagt: Ich bin Helmträger und würde jedem dazu raten. Die Kampagnen finde ich jedoch verlogen und nicht zielführend.

@Erdrandbewohner @fbausch Du kannst bei keiner Infrastruktur auf einen Helm verzichten.

Du wirst nur bei besserer Infrastruktur seltener überfahren, aber die Folgen eines Sturzes ändern sich dadurch nicht.

Oder verzichtest du darauf, beim über die Straße gehen nach links und rechts zu schauen, nur weil du es an einem Zebrastreifen machst?

@Erdrandbewohner @fbausch ich stimme bei dem Unmut über die Kampagnen zu, aber das vermischt zwei Dinge

@morre Klar kann ich darauf verzichten, wenn ich auf sicheren Wegen fahre, denn auch ein Helm zaubert kein Restrisiko weg. Das sind dann halt persönliche Riskioabwägungen.

@Erdrandbewohner Fahrradhelm ist für mich auf dem Level von Gurt im Auto: Unverständlich, dass es nicht vorgeschrieben ist.

@morre Ein Helm kann vor leichten und höchstens mittelschweren Verletzungen am Kopfbereich schützen. Und oftmals nicht einmal das richtig. Kein Vergleich zum Gurt.

@morre Nichts. Ich argrumentiere ja gar nicht gegen Helme. Ich argumentiere dagegen, dass Radfahrende aufrüsten sollen um mit dem Status quo klar zu kommen. Statt wirklicher Verbesserungen für Radfahrende werden Helme propagiert.

@Erdrandbewohner Aber doch nur, weil sich Fahrradbauer keinen besseren Lobbyeismus leisten können.

@Erdrandbewohner Man bräuchte kein Helm fürs Gefühl, wen man mit den anderen nicht zusammen kommen müsste. Da aber schon die Bürger die Logik durchblicken, kann man bei den Zuständigen, nur von Absicht sprechen.

@Erdrandbewohner Jo. Das strukturelle Problem wird auf die Radfahrer:innen projiziert. Bei selbst verantwortworteten Stürzen werden die Glieder lädiert. Die meisten Kopfverletzungen passieren, wenn deren Vorfahrt beim Rechtsabbiegen ignoriert wird. Dann knallt der Kopf gegen die Windschutzscheibe (Statista). Gegen LKW-Reifen hilft kein Helm.
Tatsächlich ist das Problem die reduzierte Realitätswahrnehmung der Autofahrer:innen. Das kann ich aus Erfahrung bestätigen: dasfahrradblog.blogspot.com/20

@Trojaner Ja, den Blog-Artikel habe ich auch gelesen. Ich bin mir aber nicht so ganz sicher, ob das mit der Wahrnehmung so stimmt, denn dann müsste das Problem so in fahrradfreundlichen Ländern ebenfalls existieren oder es müssten dort Mechanismen wirken, die Autofahrende anders wahrnehmen lassen als hier.

@Erdrandbewohner Ich glaube, dass das genau so ist. Wenn einer mal nicht sagt: “Halt’s Maul und fahr’ weiter, Arschloch!”, sagt, ist die Antwort: “Ich habe Sie nicht gesehen!” – meist wurde ich dann gerade überholt und muss also deutlich im Blickfeld gewesen sein.
Die meisten Abbiege-Assistenten versagen übrigens in diesem Fall und funktionieren nur bei Annäherung von hinten – wenn Radfahrer:innen rechts überholen (schade, hab’ die Sendung vergessen 😕)

@Erdrandbewohner Ich bin nicht überzeugt, dass Kopfverletzungen das einzige oder größte Risiko für einen Radfahrer im Straßenverkehr wären. Wenn hier Tode von Radfahrer in der Lokalzeitung vermeldet werden, dann meistens unter abbiegenden LKWs.

@Erdrandbewohner
Oder aber: Das eine tun ohne das andere zu lassen?

@jele Dazu muss man aber ehrlich sein und die Hauptgefahren nennen.

@Erdrandbewohner wem sagst du das! Die K18 hier, ohne Radweg und ohne Geschwindigkeitsbeschränkung und super schmal und dazu Dullies in motorisierten Blechkisten

@Erdrandbewohner Aber Nebel trägt zum globalen Dimming bei und daher zu globalen Abkühlung, das brauchen wir ja in Zeiten einer weltweiten Klimakatastrophe. ;-)

@Erdrandbewohner
Was mich nervt ist auch dass für beide Seiten immer Radfahren gleich Radfahren ist. Wenn ich mit 25+er Schnitt auf dem Rennrad stundenlang durch den Wald bretter, hat das nicht viel mit kurzen Erledigungen per Lastenrad zu tun. Beides wird aber argumentiv immer gleich unter "Radfahren" einsortiert.

So kann man schon darüber diskutieren ob Helme sinnvoll sind… nützlich wird das aber nicht.

@drazraeltod Ich diskutiere gar nicht über die Sinnhaftigkeit von Helmen. Ich prangere die verlogenenen Kampagnen an. Die Verantwortung für die Sicherheit im Verkehr wird darin den Radfahrenden gegeben. Schau mal in die Zeitungen. Wenn Autofahrende RadfahrerInnen umnieten und die Schuld ganz klar ist, steht bei den Polizeimeldungen inzwischen fast immer dabei, ob das Opfer einen Helm trug oder nicht.

@Erdrandbewohner Der grösste Benefit meines Helmes ist enthaltene Beleuchtung, die durch die hohe Positionierung die Sichtbarkeit deutlich erhöht. Den eingebauten Blinker und das Bremslicht mag ich auch. Schutzeffekt durch den Helm selber ist überwiegend psychologisch 😀.

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