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Mehr als die Hälfte der Pflegeheime haben offene Stellen
Der Grund dafür steht in einem kleinen Nachsatz:

"Um Gewinne zu erwirtschaften, sei in den Heimen im Mittel eine Auslastung von 94 Prozent nötig."

Mit Menschen, die Pflege oder medizinische Versorgung brauchen Gewinn zu erwirtschaften ist die größte Perversion des Kapitalismus in unserer Zeit

zeit.de/wirtschaft/2019-02/per

@Haydar hmm mit aussagen wie "die größte perversion des kapitalismus" wäre ich vorsichtig, es gibt da nämlich echt ein paar brocken 😅

@unsuspicious Naja, aus der Not von Menschen, die falls sie keine Hilfe bekommen elend verrecken, ein kapitalorientiertes Geschäftsmodell zu machen finde ich schon ziemlich krass.

@Haydar ja ich finde es auch ziemlich krass! das wollte ich gar nicht sagen. nur genau das (menschen verrecken lassen um geld zu machen) passiert auf vielerlei arten rund um die welt... 😕

@Haydar
@reticuleena

Die größte Perversion des Kapitalismus ist vielleicht, dass sich Familienmitglieder nicht um ihre pflegebedürftigen Angehörigen in dem Maße wie das medizinisch zu vertreten wäre, selber kümmern (können/wollen)

@Nachbarschaft @Haydar Was soll das denn heißen? Angehörige sollen sich gefälligst mehr kümmern, oder was?

@reticuleena @Haydar

Kommentar war auf die „Perversion des Kapitalismus“ gemünzt.

Dahinter verbergen sich so Fragen wie: Was fängt man mit seiner Lebenszeit an und wie gewichtet man Dinge, Arbeit, Privates, Selbstverwirklichung, berufliche Anerkennung usw. Was ist der Wert von allem?

Der gelebte Kapitalismus führt dazu, dass die Pflege von Angehörigen nicht wirklich einen hohen Wert hat... wäre dieser gegeben würde es keinen Pflegenotstand geben... würde ich mal behaupten.

@Nachbarschaft @reticuleena @Haydar Ich bin pflegende Angehörige und das Problem besteht nicht darin, dass ich noch mehr pflegen können möchte. Das Problem ist, dass Bürokratie völlig aus dem Ufer läuft und Assistenz nicht ausreichend bezuschusst wird. Ich muss zugeben, dass solche Behauptungen in mir eine gewisse Wut auslösen.

@reticuleena @Haydar

schrieb „können/wollen“

Das Problem ist das durch die geringe Wertschätzung von Pflege im gelebten Kapitalismus der Einzelne nicht in die Lage versetzt wird Dinge mit nötige Unterstützung zu tun … hohe Bürokratie und wenig Assistenz ist ein Teil davon... so besser?

Sorry, möchte keinen wütend machen.

@Nachbarschaft @Haydar OK. Aber das Problem lässt sich nicht auf die Angehörigen abwälzen. Auch mit mehr Anerkennung.

@reticuleena @Haydar

Vielleicht gibt es auch nicht DAS Problem, sondern viele verschiedene Situationen. Anerkennung – auch finanzieller Art, wäre in machen Situationen schon mal sehr viel, in anderen nicht ausreichend - OK.

Mit medizinischer Versorgung werden wohl seit Jahrtausenden schon extreme Gewinne gemacht – nun bringt uns das System dazu, das dies auch mit der Pflege so möglich ist.

@reticuleena @Haydar

Zu kritisieren ist demnach auch nicht ein Einzelner sondern ein pervertiertes System, in dem es eben nicht mehr um den Menschen geht sondern längst um etwas anders.

In diesem System sind wir alle mehr oder weniger mit unserem Tun gefangen – das wollte ich sagen.

@Nachbarschaft @Haydar Da bin ich dabei. Aber die Aussage, dass alle Probleme gelöst würden, wenn man die Angehörigen nur lassen würde, finde ich noch immer daneben.

@reticuleena @Haydar

sorry - so wollte ich es nicht sagt haben und nach nochmaligen lesen finde ich, dass ich es anfangs auch nicht so ausgedrückt habe... mag aber dennoch leicht missverständlich geklungen haben

Das was ich da in Bezug auf Pflege meinte könnte man übrigens auch leicht auch auf andere Bereiche unseres Lebens übertragen.

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