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Ich denk mal wieder darüber nach meine Parteimitgliedschaft zu beenden. Nicht, weil ich die Partei insgesamt nun doof fände oder aus einem konkreten politischem Anlass (obwohl es welche gäbe, einer davon heißt Palmer), sondern weil ich irgendwie mit dem Parteileben nicht klar komme.

Auf Treffen und Versammlungen war ich schon länger nicht mehr. Diese bestehen meist aus langen Wortmeldungen und endlosen Monologen. Es scheint einen Wettbewerb zu geben, wer am meisten redet. Ist nicht mein Ding.

Insbesondere die ich-bin-schon-30-Jahre-dabei Leute, die Dich spüren lassen, dass Du als Neuling erstmal nichts zu melden hast nerven. Nicht jede/r ist so, aber viele.
In einer Partei sein heißt Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen. Als jemand, der im autistischen Spektrum ist, ist das absolut nicht mein Ding. Ich habe schon große Schwierigkeiten Smalltalk zu machen.
Ich sage was ich denke, ohne viel Schönfärberei, und gut ist.

Hatte mich vor einem Jahr deswegen auch mit dem Kreisvorstand etwas gezofft. Es wurde Geld für proprietäre Software ausgegeben. Ich hab auf die Beschlusslage zu Open Source hingewiesen. Antwort "Ja aber ... blabla ... geht daher nicht" Hab das dann nochmal auf der Mailingliste zur Sprache gebracht.
Dann noch Mails an den KV geschrieben, dass es nicht angeht, einen Newsletterverteiler-Dienst zu nutzen der Daten sammelt. Bekam darauf hin gar keine Antwort mehr.

Bin daher z.Zt. nur passives, zahlendes Mitglied. OK, das sind viele ... aber bringt das was?
Dann immer wieder Aufreger wie Palmer. Oder Abschiebungen, ausgeführt von Landesregierungen an denen die eigene Partei beteiligt ist.
Gestern ein Schlüsselerlebnis: Einen Wahlkampfstand der Partei gesehen. Ich hab nen großen Bogen drum rum gemacht. Weil es mir unangenehm gewesen wäre den Leuten dort zu begegnen und angesprochen zu werden.

@Haydar "Wer viel denkt, eignet sich nicht zum Parteimann: er denkt sich zu bald durch die Partei hindurch." (Nietzsche)

@torstenbudumlu
Ja, Volt fällt hier auch durch viele Plakate auf. Das Projekt klingt auch interessant. Allerdings wäre es nicht das erste neue Projekt, welches mit viel Elan startet und dann wieder in der Versenkung verschwindet. Zur Bundestagswahl gab es auch so was: "Demokratie in Bewegung" (DiB). Im Vorfeld viele Berichte, bei der Wahl 0,1% und nun hört man nix mehr von denen.

@Haydar Spannend finde ich, dass ein Versuch ist, eine paneuropäische Partei zu gründen. Wie immer stimmt man nicht mit allem überein...OpenSource haben Sie auch in ihrem Programm stehen. Genutzt werden aber wieder Twitter, Facebook und Co. Aber vielleicht lohnt es sich dort frühzeitig einen Spin zu freien Netzwerken wie , und zu setzen?!

@torstenbudumlu @Haydar
DiEM25 erreicht man auch auf Mastodon und zwar hier: @diem25leipzig
Volt kenne ich zu wenig um mir da eine Meinung zu bilden, aber bei DiEM25 bin ich Mitglied (bei der Bewegung, nicht der Partei), zu denen kann ich stehen 🙂

@Nehmetokio
Bei DieM25 find ich schwierig, dass die Partei sehr auf Varoufakis zugeschnitten ist, dessen eigentliche Partei Syriza in Griechenland eine Koalition mit Rechtsextremisten eingegangen ist.
@torstenbudumlu @diem25leipzig

@Haydar @torstenbudumlu @diem25leipzig
Sicher, Iannis ist schon ein Zugpferd, da hast du recht. Aber über Syriza und Tsipras schimpft er mittlerweile wie ein Rohrspatz. Ich bin mir noch nicht mal sicher ob er je Parteimitglied war.

@Haydar So was kenne ich auch. Da haben die hier die Terminvergabe via Whatsapp laufen.

@Haydar Aber ist das nicht das Zentralproblem...es wird demonstriert und viel gefordert aber aktiv in der Partei oder auf Arbeiterseite in Gewerkschaften will sich keiner mehr engagieren. Wer nach Veränderungen ruft sollte sie selbst mitgestalten...wenn auch nur themenbezogen wie es viele Parteien anbieten.

@Y
Genau das ist das Problem: Wer Themen mit Hilfe einer Partei voran bringen möchte muss diese Themen zunächst IN der Partei durchsetzen. Das heißt, Du bist erstmal jahrelang damit beschäftigt zu netzwerken und überall dein Thema anzupreisen, oft auch gegen innerparteiliche Widerstände.

Ich bezweifle inzwischen, ob das der effizienteste Weg ist, gesellschaftlich etwas zu bewegen.

@Haydar Naja so funktioniert eben Politik. Mehrheitssuche ist da wichtig und notwendig in einer Demokratie

@Y Sicher ist die Mehrheitssuche unumgänglich. Die Frage ist, ob dies innerhalb einer Partei sein muss.

Diverse über- bzw. nicht-parteiliche Aktionsbündnisse und sogar Einzelpersonen haben gezeigt, dass diese ganz schnell Themen aufs Tableau bringen können, welche von Parteien auch schnell adaptiert werden. Viel schneller, als dies jede innnerparteiliche "Lobbyarbeit" je könnte. Aktuelles Beispiel: FridaysForFuture

@Haydar Gut es gibt ja noch die Möglichkeit sich Parteilos oder bei den freien Wählern gewissen Ämtern zu stellen und Maßnahmen zu initiieren.

@Haydar
Ich vermute, so verlieren die meisten Parteien ihr Profil: Gestartet mit Enthusiasmus für die Sache, später gemerkt, dass man erstmal innerhalb des aktuellen Systems gewinnen muss, und findet den Weg des kleinsten Widerstandes. Wenn Mitglieder dann nicht im Gleichschritt marschieren, wird das als Hindernis gesehen.

Man kann auch leichter eine Wahl gewinnen, wenn man nicht zu sehr auf Details beharrt... mehr Projektions-, wwniger Angriffsfläche.

@Haydar Du bist ein aufrichtiger Mensch und damit für die Politik absolut ungeeignet.

@Haydar
Was du da erzählst, kommt mir bös bekannt vor. Es ist zum heulen, die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist kaum zu begreifen.
In Diskussionen um so ziemlich alles EDVmäßige, Windows/Linux/Facebook/Outlook/Google, egal zu welchem Thema $FACHMENSCH was sagt, die Antwort beginnt mit "Ja aber"

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