Morgen sind Pfingstferien. Kann mir vielleicht jemand den Sinn eintägiger Ferien erklären? Ist das einfach ein Brückentag, den man mitnehmen will, oder steckt da mehr dahinter? Ich bin mit den deutschen Traditionen nicht so gut vertraut, vielleicht übersehe ich da etwas.

Dieselbe Show wiederholte sich übrigens am Wohnort, mit sämtlichen Nachbarn. Manchmal war die Konsequenz, dass Menschen nicht nur ihren Job, sondern auch ihren Wohnplatz verloren. Die Zeit, bis sie letztlich auswandern durften, waren sie somit vollständig auf Unterstützung von Freunden angewiesen. Wenn sie denn auswandern durften - denn manchmal kam auch eine Absage, aus nicht nachvollziehbaren Gründen. Es brauchte dann mehrere Anläufe, aber Arbeit gab es für "Vaterlandsverräter" keine.

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Und das haben sie meist auch getan, selbst wenn sie schon wussten, dass sie demnächst selber auf dieser Bühne stehen werden. Eine Enthaltung wurde nicht akzeptiert, man riskierte selber gebrandmarkt zu werden und schlimmstenfalls den Job zu verlieren. Auch "entschuldigtes" Fehlen wurde schief angesehen. Und wenn man bedenkt, dass die meisten Haushalte sowieso kaum Ersparnisse hatten, gehörte eine ordentliche Portion Mut dazu, hier nicht mitzuspielen.

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Und so sah dann das System aus: wenn jemand ausreisen wollte, musste derjenige bei den Behörden eine Erlaubnis beantragen. Die nahmen sich mehrere Monate Zeit mit der Bearbeitung des Antrags, verständigten aber gleich schon einmal die Arbeitsstelle. Dort wurde eine allgemeine Betriebsversammlung einberufen (außerhalb der Arbeitszeiten, aber verpflichtend). Und auf der Versammlung sollten sich sämtliche Juden der Belegschaft von dem "faulen Apfel" distanzieren, bevor derjenige entlassen wird.

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Die Sowjetunion war nämlich das beste Land der Welt, das wurde vom Kleinkindalter in die Köpfe eingehämmert. Wer das nicht einsah, mit dem stimmte etwas nicht - nicht wenige Menschen wurden deswegen mit der Diagnose Schizophrenie hospitalisiert. Und die Juden, die lieber nach Israel zogen, als in der Sowjetunion zu bleiben? Allesamt Vaterlandsverräter, kosmopolitisches Pack. Das musste aufs Schärfste verurteilt werden.

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Es ist weitgehend bekannt, dass die Ausreise aus der Sowjetunion den eigenen Bürgern meist verboten war. Nur in einigen Fällen wurde diese Praxis gelockert, z.B. für die jüdischen Mitbürger ab den 70er Jahren. Viele Juden haben diese Möglichkeit genutzt, um nach Israel auszuwandern.

Wie genau das in der Sowjetunion gehandhabt wurde, wissen nur wenige Leute. Es ist nämlich mitnichten so, dass die Sowjetunion die Menschen einfach so ziehen ließ.

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Auf Twitter kam auf, dass die deutsche Öffentlichkeit gerne Vertreter von Minderheiten befragt, wenn ein anderer Vertreter derselben Minderheit irgendwelchen Unsinn verzapft. Das Interesse an der Meinung ist dabei meist nur vorgetäuscht, erwartet wird eine Rechtfertigung und Distanzierung.

Eine extreme Form davon kenne ich aus der Sowjetunion - glücklicherweise nicht selber erlebt (so alt bin ich nicht), aber meine Eltern haben mir davon erzählt.

Ich selber konnte nach der Uni erstmals keinen Job finden. Dabei will ich mich sicherlich nicht beklagen. Aber heute sehe ich, dass mir an einer Reihe entscheidender Stellen die Unterstützung gefehlt hat. Und letztlich habe ich meine Karriere zu einem großen Teil dem Mozilla-Projekt zu verdanken. Weil ich in diesem offenen Projekt eine Reputation für sich aufbauen konnte, ohne dass mich am Eingang jemand gefragt hätte, ob ich dessen auch würdig wäre.

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Die Sache mit reichen Eltern und Kontakten habe ich lange unterschätzt. Ich habe Lebensläufe von Bewerbern gesehen, die gleich nach der Uni eine leitende Position mit Verantwortung eingenommen oder gar ein Startup mit massig Kapital mitgegründet haben. Womit ich nicht sagen will, dass sie es nicht verdient hätten. Allerdings hätten andere StudentInnen eine solche Chance nie bekommen.

twitter.com/sixtus/status/1264

Wir haben erstmals eine kleine Fahrradtour Richtung Neuss unternommen. Vielleicht hatten wir einfach Glück, aber wir sind über beidseitig gut ausgebaute Radwege gefahren, teils sogar außerorts. Kaum war die Grenze zu Köln passiert, gab es nur noch einen engen Radweg auf einer Straßenseite. Und zusammengelegten Radweg/Bürgersteig innerorts. Und wir wurden auf einen "Radweg" auf der anderen Straßenseite delegiert, der nach 20 Metern wieder verschwunden war...

K2 hat "Lesen" gelernt, es kann rein visuell die Namen aller Familienmitglieder erkennen. Ist schon erstaunlich, was Kinder so alles können, wenn ein größeres Geschwisterkind da ist...

Die moderne Spielvariante des Gefangenendilemmas nennt sich Pflegeheimbesuchsdilemma. Die Entscheidung "Besuchen oder nicht" liegt mittlerweile wieder beim Besucher. Ohne Besucher wird die Oma wahrscheinlich überleben. Besucht man sie, wird man sie womöglich mit anstecken. Verzichtet man aber auf den Besuch, schleppen möglicherewise andere Besucher den Virus in die Einrichtung ein, und man hat umsonst auf die Chance verzichtet, mit der Oma zu reden.

Versuch einer Email-Kontaktaufnahme mit der Schule von K1. Offizielle, auf der Webseite angegebene Adresse:

550 5.2.0 No such mailbox

Und während die LehrerInnen und ErzieherInnen darüber klagen, vor welchen nahezu unüberwindbaren Herausforderungen sie wegen den Hygieneregeln stehen, während Eltern erzählen, wie viel "Spaß" ihre Kinder beim kontaktlosen Fußballtraining haben, treffen sich bei uns auf dem Spielplatz täglich ca. 15 Jugendliche zum Spielen. Ohne Erwachsene und natürlich ohne Einhaltung irgendwelcher Regeln. Und nun? 😠

Ich habe einen gebeten, wenigstens zu meinen Kinder Abstand zu halten. "Warum denn?"

Meine Kinder erzählen mir eine neue Version von "Der Wolf und die sieben Geißlein" - die Geißlein haben den Wolf im Haus eingesperrt, und konnten so unbeschwert draußen spielen. Finde ich auch logischer.

Hat eigentlich jemand verstanden, warum ARD diese Geschichte so unkritisch weiterverbreitet?

tagesschau.de/sport/sportschau

Klar, ein Superspreader-Event in Wuhan bereits im Oktober letzten Jahres klingt interessant. Aber es ist auch völlig unplausibel - warum hat sich das Virus dann so lange brav auf China beschränkt? Man kann es ja nicht verheimlichen, wenn so viele Menschen sterben. China hat es versucht...

Oder übersehe ich hier etwas?

Die Überlegung hat sich wieder erledigt, nicht einmal die vereinbarte Grenze wird respektiert. Hat man erst einmal mit den Lockerungen angefangen, will sie natürlich niemand wieder wegnehmen...

tagesschau.de/inland/greiz-cor

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Die Zahnfee hat eine Packung Servietten gebracht - das ideale Geschenk für ein kreativ angehauchtes Kind. Nun ist ein Tag vergangen, und bisher sind die Servicetten noch nicht gleichmäßig in Fetzen überall verteilt. Warten wir's ab?

I've watched Star Trek: Short Treks "Children of Mars" which left me wondering: so in 400 years or so, are we again supposed to have school uniforms (just so the children don't show too much individuality), attendance tracking at school (because everybody knows that attendance is the most important part of it) and teachers who publicly shame students for a private note they intercepted? Or is it merely a single 1950s retro school which will be cool in the distant future?

Es ist ja schön, dass die Lockerungen doch nicht unkontrolliert eingeführt werden und nun eine klare Obergrenze definiert wurde. Aber hat jemand ausgerechnet, was "mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen" genau bedeutet?

In Köln wurden solche Werte nur zu Spitzenzeiten der Epidemie erreicht, und auch dann recht knapp. Will man wirklich wieder auf diesen Stand zurück, bevor reagiert wird?

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