hot take, Harry Potter 

Hot take: 🔥 Ich halte nicht viel von Harry Potter Büchern. Ich meine, es ist natürlich schön, dass eine ganze Generation dadurch die Freude am Lesen entdeckt hat. Aber noch schöner wäre es gewesen, wenn es mit einem besseren Buch passiert wäre, von denen es viele gibt.

Natürlich ist die Geschichte faszinierend. Aber dieses Grundgerüst ist keineswegs ungewöhnlich in der Literatur, man vergleiche es beispielsweise mit „Oliver Twist“.

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Die Welt der Zauberei ist dagegen… na ja, sagen wir mal sonderbar. Schauen wir einfach mal, was wir bereits im ersten Buch lernen:

· Sonderbehandlung für einen Schüler wegen etwas, das seine Eltern geleistet haben, ist völlig normal. Sämtliches Lehrpersonal beteiligt sich daran, angefangen beim Direktor. Niemand stellt es infrage, lediglich Severus Snape will hier nicht mitspielen. Und weil er Harry keine Vorteile verschafft, wird er im Buch als „Bösewicht“ präsentiert.

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· Was jemand im Leben erreichen wird, ist von vornherein festgelegt. Das fängt damit an, dass die Schüler bereits beim Schuleintritt unwiderruflich in Schulhäuser einsortiert werden, denen bestimmte Charaktereigenschaften zugeordnet werden. Sprich: die Schule vermittelt keine Werte, diese sind angeboren. Ähnlich muss Harry das Besenfliegen und Quidditch nicht lernen, er kann es intuitiv – von seinem Vater „geerbt“. Dem Buch scheint Eugenik grundsätzlich nicht fremd zu sein.

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· Dazu passt, dass der Kontakt zu Eltern und Verwandten allgemein als unerheblich betrachtet wird. Da die Eltern ihr Erbgut ja bereits weitergegeben haben, können sie ihren Kindern nichts mehr mitgeben. Ein Besuch bei der Verwandtschaft zweimal im Jahr reicht aus – in bester Tradition britischer Eliteschulen. Die Eltern werden nicht mit ihrem Nachwuchs behelligt, und die Kinder können sich ohne Eltern frei entfalten.

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· Das Disziplinverständnis ist ganz und gar nicht zauberhaft, scheinbar der Realität konservativer britischer Schulen entliehen? Bei individuellen Verstoßen gegen Regeln werden Hauspunkte abgezogen, zum Nachteil für das gesamte Schulhaus. Das ist Kollektivhaftung, ethisch sehr fragwürdig.
· Aber keine Sorge, am Ende des Schuljahres wird der Direktor sowieso willkürlich Hauspunkte für Gefälligkeiten verteilen, damit „sein“ Schulhaus gewinnt. Das System ist damit eine Farce.

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· Harrys Eltern sind zwar kurz nach seiner Geburt gestorben, aber als verantwortungsvolle Eltern haben sie dennoch nicht vergessen, ihm einen Tresor voller Gold hinterlassen. Womit Harry sich frei von Geldsorgen amüsieren kann, ganz im Gegenteil zu anderen Schülern, deren Eltern weniger Verantwortung gezeigt haben.

Das alles steht in dem Buch völlig unkritisch da, die Autorin meint es wirklich so. Das sind Überzeugungen, die unreflektiert in das Buch eingeflossen sind.

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Man überlege sich einfach: würde man immer noch in diese Schule gehen wollen, wenn man nicht Harry Potter hieße? Wenn man nicht unverdient der Liebling aller Lehrer:innen wäre? Wenn man als Hufflepuff oder gar Slytherin abgestempelt worden wäre? Wenn man wegen der Willkür des Systems nie eine Chance auf das Hauspokal oder irgendeine andere Auszeichnungen hätte? Und natürlich die eigenen Eltern (die andere Kinder ja durchaus haben) kaum sehen.

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Das war jetzt nur das erste Buch und nicht einmal ein vollständiger Überblick. Aus meiner Sicht haben sich die nachfolgenden Bücher konsistent verschlechtert.

So, jetzt ist es raus. Jetzt könnt ihr mich hängen.

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@WPalant Im Gegenteil! Endlich spricht es mal einer an. Harry Potter ist eigentlich nichts weiter als ein Sammelsurium bewährter Märchenkonzepte. Ich muß aber zugeben, daß ich die Bücher absichtlich nicht gelesen habe, weil ich die Filme schon so schlecht fand.

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