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Sehe immer wieder Leute auf Datenschutz schimpfen, bei Digitalisierung des Unterrichts und so. Echt jetzt, am Datenschutz scheitert es?

Wir haben von unserer Schule zwei Einwilligungserklärungen erhalten, und das dürfte es sein. Natürlich, wenn man keine Plattform wählt, die die Daten weiterverkauft oder in die USA/China weiterleitet. Was man als Schule vielleicht tatsächlich nicht tun sollte?

Leute, „Datenschutz war es“ ist das neue „der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen“.

@WPalant Der Datenschutz hat dort eine undankbare Position. Einerseits gibt er einen denkbar guten Sündenbock für eine ganze Reihe Defizite ab, für die er nix kann, die aber keiner der Beteiligten (auch nicht der Datenschützer) lösen kann. Andererseits sorgt er momentan an vielen Stellen leider dafür, dass die Dinge kompliziert bis unlösbar werden, siehe etwa

berliner-zeitung.de/lernen-arb .

Ich kenne diese Positionen bei uns auch nur zu gut: Die Schule will eigentlich datenschutzkonform ...

@WPalant ... arbeiten, weswegen sie den Lehrern WhatsApp verboten hat und den Eltern auch sehr beredt davon abrät, das zu nutzen. Die sächsische Schulplattform hat mehr als nur eine Handvoll Defizite. In den letzten Wochen ist, wie ich gelernt habe, aus der Elternschaft ein erheblicher Druck entstanden, doch bitte _endlich_ Tools zu nehmen, die "alle kennen und die gehen" (lies: Zoom oder Teams). Zwei Elternparteien stehen dem mit Datenschutzbedenken gegenüber. Und der Datenschützer ...

@WPalant ... kann nur sagen, was "nicht" sein darf. Dort verbrennt der Datenschutz, weil er wahrgenommen wird als etwas, was Menschen gegeneinander aufreibt (Eltern <-> Eltern, Eltern <-> Lehrer, Eltern <-> Schule), die (a) eigentlich kooperieren müssten in dieser schwierigen Situation und (b) jeder für sich völlig außerstande sind, das zugrundeliegende Problem zu lösen.

Hätten wir einen "richtigen" Datenschutz, dann wären rechtswidrige Plattformen wie Teams oder Zoom nicht mehr am Markt.

@z428 In diesem Artikel wird ja sehr deutlich, wo das eigentliche Problem liegt. Es gibt eine landeseigene Plattform, warum ist sie nicht einsetzbar? Die ganze Debatte um „Datenschutz“ lenkt nur ab, dass die Länder alles verschlafen haben, und die Schulen nun notgedrungen auf ungeeignete Lösungen setzen. Dass Teams, Zoom und WhatsApp eigentlich in keiner Schule etwas zu suchen haben, ist ja wahrlich nicht das Problem des Datenschutzes…

@WPalant Klar. Überall in (zumindest) Deutschland, das sehe ich auch so. Schwierigkeit nur: Die momentane Gesetzeslage (allen voran der Punkt "Schulen sind für die Wahl der Plattform verantwortlich) schiebt Verantwortung und Druck für die Konsequenzen dieses Versagens nach unten zu denen, die sie nicht lösen können. Als Lehrer oder selbst Schulleiter kann ich nichts daran ändern, dass ich den Eltern keine zu Teams oder Zoom vergleichbare Lösung offerieren kann. Und (im Beispiel) der ...

@WPalant ... Datenschutz ist augenscheinlich auch nicht in der Pflicht, eine Positiv-Liste anzubieten. In dieser Konstellation beißen wiedermal den letzten in der Kette die Hunde, und das geht zu Lasten auch des Datenschutzes in seiner Wahrnehmung. 😟

Konsequenter wäre: Wenn die Schulen nichts anderes haben und nicht-rechtskonforme Lösungen einsetzen, um überhaupt handlungsfähig zu sein, liegt die Verantwortung beim Kultusministerium oder dem Land, das hier Grundlegendes versäumt hat.

@rebel Ich musste es zwei mal lesen um zu kapieren, dass es nicht um Kritik am Datenschutz geht. Ich glaube ich bin mittlerweile müde beyond coffee xD

@WPalant "Der Datenschutz hat unsere Innovation gefressen." - Justus, der das neue 'coole' Facebook bauen wollte

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