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Schule digital: Die großen Pläne des Bundes

Lesenswert - nicht nur wegen diesem Zitat ...

"Zum Arzt geht die durchschnittliche 15-Jährige ein paar Mal im Jahr, wo dann ein einzelner Befund festgehalten wird. Zur Schule geht dieselbe Person quasi täglich und wird dabei in Zukunft ständig digitale Daten erzeugen und nutzen.

Vor diesem Hintergrund ist kaum zu ermessen, wie groß die Verantwortung bei denen ist, die diese Daten organisieren."

heise.de/-6009631

@angry So lange sich der lehrende Beamtenstadel weiter weigert, die Verantwortung für die Digitalisierung seines Fachgebietes zu übernehmen, helfen weder Milliarden noch Bullshit-Bingo.

@elottermann - Rückfrage: Was bedeutet in diesem Kontext "Verantwortung übernehmen"? Bedeutet das die Lehrkräfte übernehmen mit privaten Finanzmitteln den Ausbau des Internets, die Verkabelung der Schulen, die Ausstattung der Schüler mit Laptops, den Betrieb von Servern, ... damit dann mal die digitale Grund-Infrastruktur steht um "die Verantwortung für die Digitalisierung seines Fachgebietes zu übernehmen"?

@angry @elottermann die Infrastruktur ist das eine... Das andere ist, das offenbar ein erheblicher teil im Bildungssystem sich vor Modernisierungsmaßnahmen verschließt.

@jedie wie groß dieser "erhebliche Teil" ist der sich digitaler Bildung verschließt kann aus meiner Sicht niemand sagen. Die Rahmenbedingungen sind seit meiner Schulzeit nach wie vor zu 100% auf Präsenzunterricht ausgelegt, die notwendige digitale Infrastruktur ist nicht vorhanden, ... und damit sehe ich dann erst mal keine Grundlage für das Fazit die Lehrkräfte würden sich Modernisierungsmaßnahmen verschließen und wären zur Digitalisierung nicht bereit.
@elottermann

@angry @elottermann also wenn mir mir in drei verschiedenen Klassen ansehen, was im #distanzunterricht so gemacht wird und das seid einem Jahr, dann komme ich zu diesem Schluss...

Klar, die Lehrer tragen nicht die Hauptschuld, aber ich denke schon, da geht mehr.
Verstehe auch nicht, warum der Aufschrei so leise ist...

@angry @elottermann vermutlich liegt es auch schlicht an fehlenden digitalen Kompetenzen...

@angry @jedie Ich habe zwei Kinder in Lehramtsstudiengängen an zwei verschiedenen Hochschulen. Es gibt keine Ausbildungsinhalte zu Digitalkompetenzen für Lehrer und es gibt darüber hinaus eine ablehnende Haltung der Hochschullehrer, das Thema überhaupt anzugehen. Es fehlt nicht an der Infrastruktur sondern am Willen der Pädagogen, die Aufgabe anzunehmen. Die Infrastruktur sieht genau so aus wie die Konzepte der Pädagogen.

@elottermann ich habe nur ein Kind in einem Lehramtsstudium und kann an der Stelle nicht widersprechen - das ist auch bei dem so.

ABER ... jetzt sind wir von Lehrkräften schon weg und sind beim Lehramtsstudium. Die dortigen Professoren unterstehen dem Wissenschaftsministerium, nicht dem Kultusministerium!

Und, dass an diesem ganzen System etwas komplett krank ist habe ich nicht bestritten. Aber sind die praktizierenden Lehrkräfte in den Schulen verantwortlich?

@jedie

@angry @jedie
Hm, in meinem Bundesland ist das Kultusministerium für die Unis zuständig.

In einer Organisation ist jeder entsprechend seinen Gaben dafür verantwortlich, dass die Organisation ihren Aufgaben nachkommt. Und im Bildungswesen haben i.d.R. alle Mitglieder einen Hochschulabschluss. Also ja, alle Lehrer sind für das Bildungssystem verantwortlich. Vermutlich waren das Gros der Leute in Schulämtern und Kultusministerien mal Lehrer.

@angry @jedie Die Autoren dieses Papiers scheinen es begriffen zu haben ec.europa.eu/jrc/sites/jrcsh/f
60 Seiten zur Digitalkompetenz Lehrender ganz ohne Gejammer über fehlende Infrastruktur.

@elottermann "Digital Competence Framework for Educators (DigCompEdu)" verweist im Vorwort auf das schon 2016 erschienene "European Framework for Digitally Competent Educational Organisations".

Kapitel 3.5 - Infrastructure

"Dieser Abschnitt von DigCompOrg bezieht sich auf die entscheidende Rolle der Infrastruktur bei der Ermöglichung und Erleichterung innovativer Praktiken und bei der Erweiterung der Grenzen von Lernräumen (physisch und virtuell) ..."

publications.jrc.ec.europa.eu/

@jedie

@elottermann @angry deswegen ist meine these, das unser #Bildungssystem viele, viel zu träge ist... Bis neue Impulse dort ankommen, müssen Generationswechsel stattfinden. Das dauert somit viel zu lange...

1/1 Da bin ich voll bei Dir @jedie und habe da auch keine Einwände. Mir ging es nur darum, dass Lehrkräfte nicht automatisch als die Digitalisierungs-Verhinderer gelten dürfen, so lange Infrastruktur und sächliche Ausstattung nach wie vor fehlen. Ohne Vollausstattung mit mind. einem g'scheiden digitalen Endgerät (was für mich ein Laptop und kein Tablet ist) und den passenden Netzen, Bandbreiten und Serverdiensten geht das halt nun mal nicht.

@elottermann

2/2 Ich bin jetzt seit über einem Jahr einer derjenigen die versuchen die schlimmste Not abzufedern. In dem Jahr habe ich über den Support genügend mitbekommen wie grotten-hundsliederlich die obigen Punkte alle sind. Es gibt nicht mal ein Mailkonto, um mal mit einem Punkt anzufangen. Von einem Dienstlaptop will ich gar nicht reden. Und die Dauerberieselung von Lehrkräften, dass so ein iPad ein passables Werkzeug für sie sei halte ich für falsch. Das iPad ist Gerät #2.

@jedie @elottermann

@angry @elottermann ach, zum Thema Endgeräte: ist ist vollkommen schleierhaft, das Lehrer kein Dienst Rechner haben. Da ist es kein Wunder, das viele keine Ahnung davon haben, wenn sie sich nicht privat mit dieser neuen Welt auseinander setzten...

@jedie der fehlende Dienstrechner war in der Vergangenheit nur ein Beispiel was hier fehlt(e). Lass Dir mal an den Schulen der Arbeitsplatz zeigen, also den Ort an dem Lehrkräfte dann das Endgerät hinstellen können, arbeiten können, ... wenn sie nicht im Unterricht sind. Frag sie wer das sonstige Büromaterial kauft, ... usw..

Ich will allerdings auf keinen Fall alle Lehrkräfte verteidigen. Da gibt es schon echte Schnarchnasen. Aber pauschalieren geht ebenfalls nicht.

@elottermann

@angry @jedie @elottermann
Es fehlt nicht nur meist ein Dienstrechner sondern auch fehlt das Wissen um Programme und was sie tun.
Ich sehe das heden Tag an der Schule und da wird lustig WhatsApp, Google Cloud usw genutzt.
Es fehlt denen das Wissen um die Apps aber auch mangelder Datenschutz ist ein Problem das sich daraus ergibt. Sie verstehen nicht, das das wichtige Daten sind die nicht in die Hände von Konzernen gehören

Absolut richtig @crossgolf_rebel - das kann ich bestätigen. Und die Verwunderung, wenn man die Kolleg:innen darauf anspricht, dass man GMail, Hotmail, Apple-Konten ... im dienstlichen Kontext nicht nutzen darf ist groß! Bei WhatsApp wissen die meisten zwischenzeitlich wenigstens das sie es nicht nutzen dürf(t)en ... . Bei der Frage nach dem Bewusstsein für Daten müssen wir uns nicht streiten, da sind wir beieinander.

@jedie @elottermann

@angry das erlebe ich jeden Tag an der Schule und ich zeige ihnen auch Alternativen auf, leider kommt bei ast allen dann die Ausrede "das kenne ich doch schon" und ich will mich nicht umgewöhnen...
Wobei ich da auch ein wenige Mitleid habe, meine LehrerInnen sind hier zu 95% über 50 und haben mit PC und Programmen bisher nichts am Hut gehabt
@jedie @elottermann

@crossgolf_rebel @angry @elottermann ich hab ein Beispiele von Lehrern, die weiterhin #zoom nutzten, weil sie offenbar nicht willens sind sich was anderes anzuschauen. Der eine ist ganz frisch fertig, seine erste Klasse, die andere Klassenlehrerin unter 30...
Also das alter hat nicht immer etwas damit zu tun...

@jedie @crossgolf_rebel @angry Durch Homeoffice, Homeschooling und Homestudying hatte ich hinreichend Gelegenheit mir ein Bild von den Digitalkompetenzen von Lehrern, Professoren und Dozenten zu machen. Es mangelt nicht an Infrastruktur, sondern an der Digitalkompetenz der Pädagogen und am Willen irgend etwas daran zu ändern.

@jedie @angry Es ist gar nicht schleierhaft, dass kein Lehrer einen Dienstlaptop hat. Beamtenorganisationen scheitern nämlich mit System an wichtigen Aufgaben. Und das System aus dem letzten Jahrtausend, das sicher verhindert, dass Lehrer einen Dienstlaptop bekommen, besteht darin, dass der Arbeitgeber (der Kultusminister) dafür nicht zuständig ist, sondern der Schulträger, also die Kommunen.

@angry In anderen Fachgebieten ging m.E. die Digitalisierung, d.h. die Entwicklung fachlicher Konzepte, die Entwicklung geeigneter Softwarelösungen und die Ausbildung der Fachleute von den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Fachgebietes aus, wenn die Fachrichtung der Meinung war, dass die Digitalisierung für sie relevant ist. Die dafür erforderliche Ausstattung wurde ganz normal in die Haushaltsmittel eingeplant.

@angry An pädagogischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen fristet das Thema bis heute ein Schattendasein und die Pädagogen verstecken fehlende Konzepte und fehlenden Willen geschickt hinter der Regelung aus dem letzten Jahrtausend, dass sie ja eigentlich gar nicht zuständig sind. Andere Organisationen haben irgendwann erkannt, dass man hin und wieder Aufgabenverteilungen ändern muss, wenn es wesentliche technologische Änderungen gegeben hat. Aber wo kein Wille da ist auch kein Weg.

@angry @elottermann ich hörte, es gäbe auch noch andere softwareprogramme als die von microsoft. die laufen sogar auf modernen computern seit den 80gern..steht im internet.

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