Follow

Wir reden ja im Bereich Privatsphäre, Sicherheit und Datenschutz immer davon alles zu dezentralisieren. Aber hat hier mal jemand über den Umweltschutz nachgedacht? Nicht das ich jetzt ein Fanatiker bin, aber so förderlich kann das nicht sein mit so vielen Servern? (Klimaanlagen, Strom, etc.)

@beli3ver Die Frage finde ich *durchaus* spannend, richtige Zahlen oder Ansatzpunkte habe ich aber leider nicht dazu. Wenn ich mir anschaue, wie Google, Facebook, .. zwangsweise (Energiekosten) ihre Rechenzentren extrem optimieren, dann vermute ich vorsichtig, daß Dezentralisierung aus Energiesicht nicht die bessere Lösung ist. Standard-Argument dagegen ist die Infrastruktur auf dem Raspberry Pi, was aber als Vergleich schiefgeht, wenn man Verfügbarkeit und Performance berücksichtigen will.

@beli3ver naja es kommt wohl eher auf die Optimierung der Software an und auch eine zentralisiertes Angebot verbraucht Resourcen... außerdem ist gerade im IT Bereich schon viel optimiert und so weil es einfach sonst viel Geld kostet... es gibt viele andere Bereiche der Industrie und des "Privatvergnügens" die wesentlich schädlicher für Umwelt und Klima sind...

@beli3ver
Glaube nicht, dass man das so pauschal sagen kann. Da müsste man extrem viele Aspekte berücksichtigen und das einfach mal trocken durchrechnen.

Was mir aber dazu einfällt ist, dass ich bei Projekten oft sehe, dass Instanzen mit Ökostrom betrieben werden, während Google und co. das u.U. auch machen, aber nebendran fröhlich Millionen an Kooperationen mit Ölfirmen verdienen.

@beli3ver Hast du eventuell im ersten Moment recht. Aber wenn man es dann genauer betrachet laufen die Systeme bei den Anbietern trotzdem und noch viel wichtiger. Damit Firmen wie Facebook richtig scallieren, haben die vermutlich um ein vielfaches mehr an Servern, wie aktuell alle Dezentralen sozialen Netzwerke zusammen.

@alex @beli3ver Stimmt, aber dafür haben Strukturen wie Facebook, Amazon oder Google auch die Personaldecke, sich mit solchen Überlegungen tatsächlich systematisch auf Prozess-Ebene zu beschäftigen und gezielt zu optimieren. google.com/about/datacenters/e ist dazu etwa recht lesenswert.

@beli3ver Mhm. Warum nicht eine Kombi-Lösung anstreben? Sollen die energieoptimierten Rechenzentren doch schön zentral irgendwo stehen - wenn dann viele kleine Anbieter ihr eigenes Blech darin mieten hätte man wieder das, was der gewöhnliche Hosting/Housing-Anbieter so macht. Vielen verschiedenen Leuten eine gemeinsame Hardware-Plattform bieten.

@nerdosoph @beli3ver Dann bist Du aber relativ nah an dem Modell von Azure, Google Cloud oder AWS. Dann musst Du rechnen und planen, welchen Nutzen es für Dich hat, physikalisch eigenes Blech besitzen zu müssen, das Du über die größte Zeit seines aktiven Betriebs nicht im direkten Zugriff hast, welches aber verschleißt und irgendwann mit Sprungkosten ersetzt werden muss. Dann kannst Du auch gleich eine Ebene höher gehen und VMs mieten. 😉

@z428 @beli3ver joa, schon richtig. Ich finde das Konzept von Cloud und AWS ja auch im Prinzip nicht schlecht. Schlecht ist nur, dass die großen Anbieter alles Überwachen und Auswerten, was auf den Instanzen passiert. Das müsste unterbunden werden - und dann quasi eine Art genossenschaftliches Rechenzentrum entstehen, in dem jeder Teilhaber des Ganzen ist und nutzt, was er braucht. 🤔

@nerdosoph @beli3ver Letzteres unterschreibe ich sofort. Bei Ersterem, konkret also einer isolierten dedizierten VM auf gemietetem Blech, müsste man mal klären, inwieweit dort Monitoring und Logging außerhalb möglich ist in einem Maße, das über Auslastungsdaten hinausgeht und mehr / gefährlicher ist als das, was ich sehe, wenn ich als Dienstleister für die VM Netzwerk bereitstelle (was ja in jedem Fall ein Dienstleister tut). Ich bin aus mannigfaltigen Gründen sehr skeptisch, wenn ...

@z428
Ich weiß nicht ob die Kühltechnik wirklich so gut skalliert. Kleine Systeme kann ich einfach in einen privaten Keller stellen und sie sind ausreichend gekühlt. Größere Anlagen heizen sich auch gegenseitig auf. Kleine lassen sich mit leichteren Mitteln kühlen
@nerdosoph @beli3ver

@krutor Vermutlich nicht, aber ich glaube, das ist gar nicht der Punkt. Wenn Du wie Google oder auch Facebook diesen Betrieb des Rechenzentrums selbst in der Hand hast, und zwar von Gebäudestruktur und Energieversorgung extern bis hin zu den Servern, die Du selbst entwirfst und zusammenschraubst, dann hast Du (a) das gesamte System in der Hand, in dem Du massiv beobachten, messen, ändern, wieder messen, lernen kannst. Und (b): Du kannst ändern an allen denkbaren ...

@nerdosoph @beli3ver

@krutor ... Schrauben und Aspekten, die das System hat, im Notfall bis hin zu Ideen wie der, die Stromführung in den Servern zu optimieren, Netzteile teilweise in die Racks zu verlagern, Komponenten wegzulassen, die Du nicht brauchst, ... . Spätestens bei Letzterem bist Du mit "General Purpose" - Hardware, die Du als End- oder auch Geschäftskunde auf dem Markt bekommst, extrem schnell am Ende Deiner Möglichkeiten angekommen. Aber das Wichtigste ist dort, glaube ...

@nerdosoph @beli3ver

@krutor @z428 @beli3ver ich hab keine Ahnung, wie viel Abwärme so ein Rechenzentrum produziert... würde das reichen, um im Falle einer Wasserkühlung das heiße Wasser zum Antreiben von Turbinen zu nutzen, um daraus dann wieder Strom für's RZ zu produzieren? Oder könnte man das vielleicht als Fernwärme wieder der Stadt zurückgeben, in der man das Ding baut? 🤔

@nerdosoph Jupp, solche Dinge meine ich. Das zählt für mich unter "systematischer Umgang" mit dem Thema, und ich glaube, bei aller mehr als berechtigten Kritik an anderen Aspekten ihrer Firmenpraxis, dort sind konkret Google relativ gut aufgestellt. Die können es indes ob der Größe schlicht und einfach. Und die müssen es auch, weil Kosten. 😉
@krutor @beli3ver

@krutor ... ich, tatsächlich erst einmal der systematische, geordnete Prozess, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Siehe ISO 50001. Das machst Du selbst als KMU nicht, weil Du dafür nie und nimmer die Personaldecke hast bzw. die sich mit dem, was Du an RZ als KMU auf die Beine stellst, in Optimierungen dort drin schwerlich lohnt - insbesondere wenn die einzige Stellschraube der Kauf der Server (Dell vs. HP) und die Thermostat-Einstellungen der Klimaanlage sind. 😉

@nerdosoph @beli3ver

@nerdosoph @beli3ver ... es um diese Art von Cloud-Diensten geht, aber im Blick ausschließlich auf die Privacy-Diskussion scheint an vielen Stellen eher ein generelles, vages Mißtrauen gegenüber "großen Diensten" eine Rolle zu spielen, bezüglich dessen man sich schlecht an konkreten Argumenten abarbeiten kann.

@beli3ver Redundanz kostet immer. Wenn deine Hardware nicht ausgelastet ist zahlst du für ungenutzte Ressourcen. Mein VWL Modul hat mir gesagt im Monopol kann am günstigsten produziert werden weil genau so viel Angeboten wird wie es Nachfrage gibt = kein Überschuss. Setzt aber nicht gewinnorientierte MonopolistInnen voraus welche zu Produktionskosten verkaufen. Energetisch wirst du vermutlich auf großen Servern sparen da weniger physische Ressourcen nötig als bei 40 Rechner.

@beli3ver @favstarmafia da gibt es Rechenzentren die sowieso existieren. Niemand stellt sich einen Server in den Keller, zumindest nicht professionell als KMU. Und Unternehmen die das tun würden das auch so generell machen.

@beli3ver Ich denke die Frage stellt sich so direkt gar nicht, weil mit der Dezentralisierung wie sie angestrebt wird fast immer auch die Werbung wegfällt.
Und was die Werbung Vom Hosting über Verteilung und damit verbundenem Tracking bis hin zur Anzeige auf deinem Computer an Strom frisst, dürfte stärker ins Gewicht fallen.
Die reine Frage "dicker Server" vs. mehrere kleinere Server bleibt natürlich spannend. Im Fediversum ist ein Pluspunkt, dass gar nicht jeder Server jeden User kennt.

@beli3ver

1) Man kann dezentrale Dienste auch auf seinem Router/Kleinstcomputer betreiben. Das hab ich vor in Zukunft irgendwann mal zu machen. Die verbrauchen wenig Strom, sind aber auch nicht so ausfallsicher.

2) Ein bisschen hast du glaub ich schon recht, weil man auch fuer kleine Rechenzentren diverse Infrastruktur-Sachen benoetigt. Aber da gibts sicher Menschen, die davon mehr Ahnung haben als ich.

3) Es gibt auch umweltfreundliches Hosting. Beispielsweise datacenterlight.ch/en-us/cms/h

@beli3ver Zugegeben ein sehr interessanter Punkt und eine gute Frage.

Eines der Probleme das ich dabei sehe: Facebook ist ja nicht "nur" ein soziales Netzwerk, und das hängt auch ein bisschen mit der Philosophie dahinter zusammen.

Wenn wir Mastodon als Twitter-Klon nehmen ist es ja auch so, dass Mastodon halt freie Software ist, und die macht an sich nicht viel außer die Beiträge zu sammeln und via ActivityPub weiterzugeben. Twitter macht im Hintergrund noch Analytics. Und Werbung. Und …

@beli3ver Ich kann mir also gut vorstellen, dass dezentrale Dienste bei gleicher Anzahl Nutzern weniger Energie zum Betrieb benötigen. Aber nicht etwa deswegen, weil sie effizienter wären, sondern weil die Leute hinter solchen Netzwerken sich auf das wesentliche konzentrieren und eben nicht noch alle möglichen anderen Sachen am Laufen haben.

Hoffe man versteht meinen Punkt.

Sign in to participate in the conversation
Mastodon

The social network of the future: No ads, no corporate surveillance, ethical design, and decentralization! Own your data with Mastodon!