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Wir jammern ja oft über die Schwäche der Linken. Fakt ist aber, dass es noch nie seit 45 in Deutschland eine so starke Bewegung gegeben hat, die den Kapitalismus in Frage stellt. Nein, auch 68 nicht.

Und das Abstimmungsergebnis in der SPD ist nur der Schatten des Schattens dieser Entwicklung.

Ein Beispiel: Wir hatten letzten Freitag auf der Zeil disruptive antikapitalistische Proteste, die gab es in dieser Größenordnung bisher nur bei Deutschland- oder sogar europaweiter Mobilisierung. Diesmal kamen die Leute einfach aus der Stadt.

Und die völlig überzogene Reaktion der Presse auf die neue SPD-Führung ist wiederum nur der Schatten des Schattens der Angst vor dem Ende der Eigentumsordnung.

@benni "antikapitalismus" ist immernoch so unspezifisch wie immer. wenn sich wenigstens halbsoviele klar gegen staat und bosse positionieren würden, könnt ich da mitfeiern.

unspezifische kritik an "kapitalismus" scheint mir vor allem marxisten, sozialdemokraten und potenziell auch faschisten in die hände zu spielen..

@sofia Die neue Bewegung bringt sehr spezifische Kritik am Klimakollaps vor, da finde ich jetzt Kritik an "Staat und Bossen" im Vergleich dazu ziemlich schwammig und potenziell personalisierend und damit erst recht Faschisten in die Hände spielend.

@benni weis grad nicht welche spezifischen kritiken du meinst, aber viellicht bin ich schlecht informiert..

personalisierend wirkt es auch mich nicht, aber ich hätte auch "bossismus und etatismus" sagen können. bei ersteren hab ich nur erst seit kurzem gehört das es jemand außer mir verwendet, und letzteres ist nicht selbsterklärend wenn ma nicht zufällig französisch spricht..

hab auch noch nie nazipropaganda "gegen staat" oder "gegen bosse" gesehen..

@sofia es ist eine seit mindestens einem jahrhundert eine alt bekannte rechte querfrontstrategie linke kritik an "bossen" oder "kapitalisten" aufzugreifen und auf Juden umzulenken. Und was bitte soll "Bossismus" sein? Aber was den Staat angeht hast Du natürlich recht. Daran ist nix personalisierendes.

@benni bossismus ist einfach wenn es in organisationen einzelne bosse, vorgesetzte, etc gibt. diese können die organisationen entweder selbst besitzten oder diese position indirekt durch eigentümer oder staat bekommen. bosse bekommen privilegien 'von oben' und helfen im gegenzug dem machterhalt und der wertextraktion 'von unten'.

@benni und das Fediverse könnte sogar zu einem wichtigen Teil dieser Bewegung werden, denn nur noch hier gibt es einen wirklich unbeschränkten öffentlichen Debattenraum.

Allerdings besteht bei linken Bewegungen immer das Problem, dass sie sich in ganz viele Splittergruppen aufteilen und dabei an Potenzial verlieren.

Vermutlich kann man dieses Problem nur durch eine zentrale Schlüsselfigur lösen, der man aber durch diese Position wieder zu viel Macht geben muss.

Es ist kompliziert...

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