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[1/19] Über low hanging fruits, Nebelkerzen und homöopathische :
Wenn man sich halbwegs im betrieblichen (ISO 50001) auskennt, sucht man immer die „low hanging fruits“ – also die größten Einsparpotenziale, die sich mit dem geringsten Aufwand erzielen lassen.
Man analysiert den Ist-Zustand, dokumentiert und bewertet ihn, erarbeitet auf dieser Grundlage Verbesserungsmaßnahmen, setzt sich Ziele und entscheidet dann, mit welchen der Maßnahmen man sie erreichen will.

[2/19] Selbst, wenn die Maßnahmen umgesetzt sind, wird noch kontrolliert, ob sie die prognostizierte Wirkung hatten. (PDCA-Zyklus: Plan-Do-Check-Act – als Endlosschleife.)
Das funktioniert hervorragend, WENN man es sorgfältig genug durchzieht (und es nicht nur „nebenbei“ mitschleppt).
Also wie würden wir danach diesen verdammten zuleibe rücken?
Beim NDR gibts Zahlen des BMU von 2016:
ndr.de/ratgeber/klimawandel/CO

[3/19] Für 2018 hatten wir Emissionen „von knapp 858 Mio. t“.
Man sieht mehr als deutlich, dass die den absoluten Löwenanteil ausmacht. Und da es hier um geht, ist das Einsparpotenzial durch gigantisch.
Der Bereich „Industrie“ kommt danach. Hier kann man viel durch Effizienzsteigerungen erreichen.
umweltbundesamt.de/daten/klima

[4/19] ist erstmal ziemlich allgemein – Containerschiff bis Pedelec. Müsste man ausdifferenzieren.
„Haushalte“ müssen im Winter heizen und brauchen warmes Wasser. Mieter können hier aber nicht viel ändern.
„Landwirtschaft“ ist sicherlich auch noch einen Blick wert.
...aber ab 5% lohnt sich die grobe Analyse nicht mehr. Zumal auch Handel und Dienstleistungen in der BRD ab einer gewissen Größe („Nicht-KMU“) vom Gesetzgeber ein Energiemanagement oder -Audit aufs Auge gedrückt bekommen.

[5/19] Was hat die Politik also bisher geschissen gekriegt?
Energiewirtschaft
- -Industrie ist längst vor die Wand gefahren
- wird aktuell vor die Wand gefahren
- -Verstromung geht mit brandneuen Kraftwerken (!) bis 2038 (!!!) weiter
=> Versagen auf ganzer Linie! Durch Konzern .
==> Der einzelne Bürger kommt unmöglich dagegen an.

[6/19] Industrie
- Steuereeleichterungen für „Energieintensive“ Unternehmen
- Ansonsten grundsätzlich Samthandschuhe und Schlupflöcher in allen Bereichen
- Freiwilligkeit und niedrige Ziele bei allen Themen – obwohl der Zugang zum EU-BinnenMARKT ein ENORMER Ansporn für Unternehmer ist.
- Sog. statt Umwelt- und Verbraucherschutz
=> Ebenfalls Totalversagen durch Konzernlobbyismus.
==> ACHTUNG: Hier sind wir schon bei über 58% der CO2-Bilanz, also über 500 Mio. t!

[7/19] Haushalte ziehe ich jetzt mal vor. Hier hätte man den verdammten zuleibe rücken können – sie zu energetischer Sanierung verpflichten...
...aber die sind ja ebenfalls „Die Wirtschaft™“.
„Landwirtschaft“, insbesondere Agrarindustrie hat lobbymäßig die EU fest im Griff. Ja, auch dort wäre Potential vorhanden – wenn man sich denn gegen diverse Konzerne und Industriebarone durchsetzen würde...

[8/19] Warum erst jetzt ?
1. Weil Containerschiffe und Flugzeuge da mit drin sind. Die muss man anpacken, aber international.
2. Transport per Schiene ist gewollt und auch mit drin. Die Deutsche Bahn hat aber seit den 90ern ihr Netz zurück- und ihre LKW-Flotte (Schenker) ausgebaut. Bundesdeutsches Politikversagen AUCH UND GERADE unter Rot/Grün.
3. Im Straßenverkehr ist die Effizienz der PKW ständig gestiegen, aber eben auch die Verkehrsleistung.
nachdenkseiten.de/?p=45617

[9/19] Der -Verkehr hingegen ist durch die Decke gegangen. Dass der „Kraftstoffverbrauch im Straßenverkehr“ trotzdem nur zu 29% auf die Kappe der Tonner geht, erstaunt.
=> Größtes Einsparpotenzial sehe ICH beim Güterverkehr. Während wir ggü. 1995 1% weniger Kraftstoff für PKW benötigt haben, ging der LKW-Verbrauch saftige 8% hoch! (Von denen kommen übrigens auch der Großteil des Lärms, der Stickoxide sowie fast alle Straßen- und Brückenschäden.)

[10/19] => -Verbrauch lässt sich am besten reduzieren, indem wir „vollwertige“ PKW reduzieren und z.B. durch „L7(e)“ Leichtfahrzeuge wie den Twizy ersetzen. Dazu müsste man aber sämtliche Förderprogramme so umstellen, dass „Die deutsche Autoindustrie™“, also die etablierten Konzerne, gerade NICHT davon profitieren können.
Bei einer Lebensdauer von 10...20 Jahren pro Fahrzeug (wobei mehr besser fürs Klima ist) dauert das aber lange.
umweltbundesamt.de/daten/verke

[11/19] ...was ich NICHT sehe, ist dass wir auf motorisierten Individualverkehr verzichten können. Nicht bei DER Wohnungs- und Arbeitsmarkt-Situation.
Außerdem bringt es uns von der Umweltbilanz her nicht voran, wenn Pendelstrecken durch (beheizte) Zweitwohnsitze ersetzt werden.

[12/19] Wo kommen jetzt die Grünen und die ins Spiel?
Erstmal haben sie als Teil der Regierung die beschriebenen Verhältnisse mitzuverantworten. Sie haben ihre Macht genutzt, um mitzutragen und das einzuführen.
Welches übrigens für MEHR Einwegflaschen sorgte - und bis heute sorgt.
umweltbundesamt.de/mehrwegante

[13/19] Dann wurde im Rahmen von immer wieder eingefordert, dass sich an wirtschaftlichen Konsens gehalten werden soll - aber wenn Krankenkassen Zuckerkugeln nicht mehr bezahlen sollen (oder jemand darauf hinweist, dass Sprachregelungen die Realität nicht ändern), dann dreht die Grüne Basis durch.
Wikipedia schreibt » Die Verdünnung 1:100 wurde als „C1-Potenz“ bezeichnet. «
ruhrbarone.de/globuli-gruene-s

[14/19] Was wäre jetzt also ein erstrebenswertes Reduktionsziel für unsere 858 Megatonnen CO2-Ausstoß? 5% pro Jahr? 10% auf 5 Jahre? 50% auf 5?
Das (der SPD unterstellte, Tempolimit-affine) BMU beziffert das Einsparpotenzial durch ein allgemeines auf der Autobahn von 130 km/h auf 1,9 Mio. t, also 0,221% - das Fünftel einer homöopathischen C1-Dosis!
umweltbundesamt.de/themen/verk

[15/19] ...und die Grünen erklärten es zu ihrerer ABSOLUTEN TOP-PRIORITÄT, dass genau das UNGEDINGT durchsetzt werden muss. Als ALLERERSTES. Als Bedingung für Koalitionsverhandlungen.
Wow: DAS nenne ich Prioritätensetzung! Nicht.
Das nenne ich irrationalen, paternalistischen in Reinkultur - und den lehne ich beim allgemeinen Tempolimit genauso vehement ab, wie bei der / .
abload.de/image_mobile.php?img

[16/19] Ach so: Sicherheit... Nee, auf historischem Tiefststand.
Und völlig ohne Potenzial bei 6,6% der Unfälle mit Personenschaden trotz 32,6% Anteil der gefahrenen Kilometer.
Mehr Unfallopfer gab es letztes Jahr nur unter Radfahrern - wie viele von denen sind wohl ausgerechnet auf der BAB verunglückt?
=> Warum will KEINE Seite in der Politik für eine ORDENTLICHE Studie (kein lächerliches „Brandenburg 2007“) sorgen?
autozeitung.de/tempolimit-auf-

[17/19] Emotionale Themen sind wunderbare Nebelkerzen, die von den anderen 856,1 Megatonnen CO2-Äquivalenten (und sonstigem „Kleinkram“, wie sozialer Gerechtigkeit) ablenken.
Diese Debatte muss aufhören, denn JEDE andere bringt die Menschheit stärker voran. (Ja, das bedeutet die aktuelle Regelung unangetastet zu lassen – aber die Todesstrafe wurde in Hessen auch erst 2018 formell abgeschafft.)

[18/19] Also: Die Politik handelt nicht da, wo es hilft, sondern sich im Kreis um ein Thema, zu dem Montesquieu schon gesagt hat:
» Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen. «
...und ich bin der gelackmeierte, dem nach Rauchverbot in der Kneipe, Konzert- und Partyverbot im Falkendom und –bei BfB/CDU-Wahlsieg in der Stadt– wahrscheinlich noch Alkoholverbot in der Öffentlichkeit noch ein Verbot aufs Auge gedrückt wird?
No way! 🖕

[19/19] Was der Einzelne unabhängig von der Politik tun kann?
Laut NDR (2/19) die fast 40% Konsum reduzieren!
...aber passt gefälligst auf, wem ihr die gesparte Kohle zum spekulieren gebt. Auch „Die Finanzwirtschaft™“ hat viel (wenn nicht sogar den größten) Lobbyeinfluss – und verspekuliert dementsprechend im Zweifelsfall wie sie will.
Erwartet aber keine Auswirkungen auf den Rest der Gesellschaft! => youtu.be/Fls6DtxDvmQ

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