Heute Abend: Themenfestival "Digital... und nachhaltig?" des @oeiz

In Vorbereitung meines Auftritts für @BitsUndBaeumeDresden bei der via (im ) gestreamten Podiumsdiskussion ("Zoom out") gehe ich nochmal ein paar alte Mails durch. Daraus scheint mir das Folgende mitteilenswert. (Vordergründig geht es um aber weite Teile davon gelten analog für facebook, youtube, ...)

infozentrum-dresden.de/digital

Thread 0/8

1. Ich halte für ein sehr relevantes Konfliktfeld in der politischen Auseinandersetzung über die Welt von morgen. Macht setzt Wissen voraus und dieses Wissen kommt heutzutage zum großen Teil aus Daten, die "freiwillig" zur Verfügung gestellt werden. Die StaSi hätte sich die Finger geleckt, wenn sie auch nur ein Zehntel der Daten der heutigen IT-Monopolisten gehabt hätte. 1/8

2. Ich halte es für wünschenswert, dass sich Individuen und Organisationen, die sich hauptsächlich in bestimmten Bereich (z.B. , Umwelt) für eine bessere Welt einsetzen, auch eine Sensibilität in anderen Bereichen (z.B. Antidiskriminierung, , ...) entwickeln. 2/8

3. Dass dabei Zielkonflikte, unterschiedliche Meinungen, "Fehler" und "Kritik" auftreten, ist völlig selbstverständlich. Wenn die Lösung der globalen Probleme einfach wäre, dann hätten wir sie heute nicht. Das ganze kann nur in einem permanenten Lernprozess (für alle) funktionieren. Und mit Lernen meine ich: Informationen austauschen. 3/8

Follow

4. Zoom ist immer noch problematisch [1]. Vor allem aber steht für manche Menschen, die sich mit der Materie beschäftigt haben, die unkritische Nutzung von Zoom als aktuell prominentestes *Symbol für die fatale Entwicklung, welche die Digitalisierung nimmt*: Einige wenige Monopol-Konzerne kontrollieren de facto unsere gesamte Kommunikation und dringen aktuell auch ganz tief ins |ssystem ein (vom Fernunterricht bis zum "Umwelt-Quiz").
[1] dresden.bits-und-baeume.org/20 4/8

5. Weite Teile der Bevölkerung und leider auch der aktiven Zivilgesellschaft zucken zu dieser Entwicklung mit den Schultern und sind vom süßen Gift der fluffigen Klicki-Bunti-User-Experience so verwöhnt, dass sie weniger problematische Alternativen als unzumutbar bucklig ablehnen. 5/8

5.5 Und in gewisser Weise habe sie damit sogar recht, weil die Standards der Zumutbarkeit eben durch die gestylten Monopollösungen definiert werden (so wie die Standards bezüglich Reisezeit (und -preis) von Berlin nach Barcelona eben vom Flugzeug und nicht von der Bahn oder gar dem Fahrrad bestimmt sind.) 5.5/8

6. Die Einsicht in diese Entwicklung verursacht Frustration und oft auch Resignation, und die wird dann jedes mal getriggert, wenn das Wort (als Synonym für Webkonferenz) "Zoom" in unkritischem Zusammenhang benutzt wird. 6/8

7. Ein transparenter Umgang mit dem Problem, zum Beispiel mit selbstkritischen Fußnote, macht die Sache schon besser. Es geht ja, neben der konkreten Gefährdung für die informationelle Selbstbestimmung, auch um die Vermeidung der *symbolische Botschaft*: Die Organisation XYZ benutzt Zoom – dann scheint (ihr) das Thema Datenschutz also nicht so wichtig zu sein. 7/8

8. Die ganze Sache bestärkt mich darin, dass das Anliegen von , nämlich der kommunikative Brückenschlag zwischen Umweltbewegung und digitaler Zivilgesellschaft notwendiger denn je ist. 8/8

@cark ich hatte am #35c3 einen 5min Lightning Talk zu #GAFAM https://mro.name/35c3 – vielleicht ist da auch noch was für Dich drin. Und beim #36c3 hatte ich "Can YOU sustain IT?".

Stimme Dir ja vom Gefühl her zu, @cark - aber für eine Diskussion um die Nutzung von #Zoom im Juni 2021 ist die Kritik, die vor über einem Jahr verfasst wurde, leider nur mäßig hilfreich, weil auch Zoom in der Zwischenzeit einige der Probleme zumindest abgemildert hat...
Kennt jemand vielleicht eine Zoom-Kritik, die auf aktuellen Analysen beruht? :mastoface_with_rolling_eyes:

Sign in to participate in the conversation
Mastodon

The social network of the future: No ads, no corporate surveillance, ethical design, and decentralization! Own your data with Mastodon!