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Liebe Regierungen, wenn schon eine Pastorin (!) sich dazu gezwungen sieht, angesichts des Verhaltens der EU gegenüber den Geflüchteten an der griechisch-türkischen Grenze im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (!!) beim Wort zum Sonntag (!!!) in die Kamera zu sagen "Wir müssen die Parlamente stürmen, in denen Neofaschisten sitzen und uns in Schockstarre verfallen lassen", dann habt ihr es ganz offensichtlich so richtig verkackt. Aber so richtig richtig.

ardmediathek.de/ard/player/Y3J

@colomar
Aber 100.
Ich hab mir grad den Beitrag mal angeguckt. Großartig! War da bei der ARD die Redaktion im Urlaub? So klare und vernünftige Worte werden da ja eher seltener gesendet, IIRR.

@wuffel Ich war auch sehr positiv überrascht, das hätte ich auch nicht erwartet. Ich habe das Wort zum Sonntag das letzte Mal wahrscheinlich vor 20 Jahren geschaut, diesmal habe ich es durch einen Link von einer Petition mitbekommen.

@colomar

Das Problem sind ja nicht die Parlamente. Das Problem sind die Gesellschaften, die durch diese Parlamente repräsentiert werden. Und aus diesen Gesellschaften müssen wir die Nazis vertreiben. Keine Arbeitsplätze, keine Käufe bei und Verkäufe an, keine Mietverträge für und totale Isolation von Nazis in der Gesellschaft. Gleichezitige Fördeurng von Aussteigerprogrammen. Das sind die Notwendigkeiten.

@emden09
Öhm, das ist aber ja genau das was ab 1933 passiert ist (bis auf die Aussteigerprogramme), bloß dass "Jude" durch "Nazi" ersetzt wurde. Ich finde "gleiches mit gleichem vergelten" keine gute Idee.

Ich bin eher für "Zu jeder Nazi-Demo muss es eine Gegendemo mit 10mal so vielen Menschen geben". Echte Nazis gibt es nicht genug, um mit ihren Stimmen Parlamente zu füllen. Es sind die "besorgten Bürger", die das Problem darstellen.

@colomar Das Theme der "Tolleranz für Intollerante" ist lange ausdiskutiert. Googel das bitte. Ich werde diese Diskussion hier nicht wiederholen. Und nein: die Ausgrenzung von Nazis (Tätern) hat nichts mit der Ausgrenzung von Opfern zu tun. Das Argument bringen die Nazis gerne aber es ist genau auf deren Niveau der Dummheit.

Die "besorgten Bürger" sind Nazis!

@emden09 Kommt darauf an, was man unter "Toleranz" versteht.
Gegenrede bei allem, was sie sagen: Unbedingt! Und ich würde als Arbeitgeber natürlich auch keinen Nazi einstellen, und als Vermieter keinen in meiner Wohnung haben wollen.
Aber das vor allem, weil ich die einfach nicht in meiner Nähe haben will.
Aber ich würde jetzt nicht die Ausgrenzung z.B. per Gesetz fordern.

Aber vielleicht habe ich deine Position da auch missverstanden.

@colomar Man benötigt keine Ausgrenzung per Gesetz, wenn der "anständige" teil der Gesellschaft sich einig ist, diese Menschen konsequent auszugrenzen.

Es gibt heute schon Restaurants, die keine Nazis bedienen. Es gibt heute schon Geschäfte, die nicht an Nazis verkaufen und heute schon Arbeitgeber, die Nazis kündigen und keine neuen einstellen und Vermieter, die nicht an Nazis vermieten.

@emden09 Das kann ich auch völlig nachvollziehen (wie gesagt, würde ich genauso machen).
Aber gibt es Erkenntnisse dazu, dass das tatsächlich Nazis zum Aussteigen bewegt?
Oder fühlen sie sich dadurch eher gestärkt in ihrem Narrativ der bösen Linken, gegen die sie sich wehren müssen?

Was sagt da die Wissenschaft?

Ich finde man muss da trennen zwischen "Ich will Nazis nicht hier haben" und "Was wirkt, um Menschen aus der Szene rauszukriegen?"

@colomar Ob die diese Szene verlassen oder lieber gleich das ganze Land ist mir im Prinzip wurscht. Viele von diesen Spinnern quatschen vom Auswandern und ich würde ihnen keine Hürden in den Weg stellen.

Wie gesagt das Problem existiert - wei eingangs gesagt - nicht in den Parlamenten sondern in der Gesellschaft.

@emden09 Und wenn sie dann auswandern, sagen wir mal nach Polen oder Ungarn, und dort die Rechten noch mehr verstärken, haben wir auf EU-Ebene doch auch nicht viel gewonnen.

Ich kann den Impuls verstehen, sehe darin aber nicht die Lösung.

Außerdem: Gerade viele AfD-Wählende erkennt man erst dann als solche, wenn man mit ihnen über Politik redet. Und ich kann ja nicht z.B. als Wirt mit jedem einzelnen Gast über Politik reden um festzstellen, ob er die AfD wählt.

@colomar Also mutige Gastwirte schreiben das einfach ins Web oder gar an die Tür. Da fühlen sich die entsprechenen Konsorten durchaus so unwillkommen, dass Du sie als Wirt nicht mehr identifizieren oder bedienen musst. Du kannst denen ja sogar auf diese Weise Hausverbot geben und es damit strafbar machen Deinen Laden zu betreten.

@emden09 Aber die wenigsten AfD-Wähler:innen werden sich ja selbst als Nazis identifizieren.
Oder schreiben die Wirt:innen "Nazis und AfD-Wähler:innen nicht willkommen"?
Und wenn ja: Wie weist man AfD-Wählern nach, das getan zu haben? Wir haben ja schließlich Wahlgeheimnis.

Dieses "AfD-Wähler = Nazis" ist zu simpel gedacht. Ich habe leider Menschen in der Verwandtschaft, die diese Partei wählen. Die würden weder sich selbst als Nazis bezeichnen, noch würden die meisten anderen dies tun.

@colomar

Naja, dass AfD-Wähler sich selbst nicht als Nazis bezeichnen ist halt die Art Selbstverleugnung, die diese Menschen so widerlich macht. Die haben ja auch im 3 Reich von KZs "nix gewusst".

Wer jemandem wie Höcke, Gauland oder Weidel mit seiner Stimme zur Macht verhilft ist in meinen Augen ein widerlicher Nazi.

Solche Leute fliegen bei mir zu Hause achtkantig raus und wundern sich ggf. ncoh warum jeder Kontakt zu ihnen abgebrochen wird.

@colomar

Die Wirte haben hier mit dem Nachweis oft gar kein Problem. Wer nämlich draußen ein Schild hinstellt "AfD-Wähler nicht willkommen" o.ä., erlebt oft genug, dass die sich kurz vorm Bezahlen der Rechnung zu erkennen geben und hoffen, sie fliegen dfann raus ohne zahlen zu müssen.

Daher "Hausverbot für AfD-Sympathisanten dranschreiben", dann ruft man nämlich die 110 sobald die sich zu erkennen geben und zeigt das Pack wegen Hausfriedensbruchs an.

@emden09 Das ironische ist: Ich argumentiere in einer Klima-Bewegung seit Monaten dafür, Rechte klar auszuschließen. Aber das tue ich, weil ich finde, dass Rechte in Klimabewegungen nichts zu suchen haben, und die Gefahr der Unterwanderung besteht.

Ich glaube nicht dass wir so den Rechtsruck der Gesellschaft umkehren können. Da braucht es schon komplexere Maßnahmen für.

Und auch Aussteigerprogramme sind ja für Menschen, die in festen "Szenen" sind, nicht für solche, die z.B."nur" AfD wählen.

@colomar Ich halte zwar gar nichts von der Kirche, aber treffender konnte sie es nicht formulieren.

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