Ja, man kann sich ohne Spargel ernähren*.

Nein, Spargel ist nicht notwendig*.

* Es sei denn ihr seid Landwirt, hab in den Spargelanbau unfassbar viel Geld gesteckt, was ihr nun wieder raus bekommen müsst, um das wieder auszugleichen, und um die Familie zu ernähren.

@nuron Und genau dieser Aspekt ist der Grund, warum die Coronakrise mich endgültig zum Antikapitalisten gemacht hat.

Dass die Existenz von Menschen von der Herstellung von Produkten abhängig ist, die eigentlich nicht notwendig sind, ist doch einfach scheiße.

Spargel sind immerhin Lebensmittel und dienen dem Überleben (auch wenn man sie durch andere Lebensmittel ersetzen könnte), aber in unserem System hängen auch Existenzen von Produkten und Dienstleistungen ab, die wirklich unnötig sind.

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@nuron Wäre nicht jetzt der ideale Zeitpunkt gerade für die Landwirt:innen, sich zu gegen das System zu erheben?
Nicht wie der Bauernverband eine gelockerte Düngeverordnung fordern, sondern fordern, dass ihre Arbeit als buchstäblich lebensnotwendig für alle Menschen anerkannt und nicht marktwirtschaftlichen Zwängen unterstellt wird?

Normalerweise heißt es dann ja immer "Dann kommen die Sachen halt aus dem Ausland", aber aktuell ist das ja gerade nicht der Fall.

@colomar
Joa sicherlich wäre das ne Idee.

Nur ist das eben nicht so einfach.
Es haben ja nicht alle ein Problem mit der aktuellen Situation, und eben die werden dafür sorgen, dass der Protest der anderen sich im Sand verläuft.

Z.B. könnte man, wenn sich alle konsequent zusammen rotten mal den Verkauf von Produkten boykottieren. Oder den Preis mal ordentlich nach oben Kloppen. Das geht aber nur, wenn wirklich alle mitmachen.
Und das tun halt nicht alle... Idioten haste halt immer...

@nuron @colomar

Wirklich alle sind dafür gar nicht mal notwendig. Es braucht schlicht eine relativ geringe Menge (Größenordnung 5-10% vielleich). Wenn diese auch noch untereinander gut organisiert sind, sich gegenseitig stützen (als Landwirt:in ist Mensch meist ja gut vernetzt und "nah am Lebensmittel", kennt sich aus oder kennt direkt wen, die:der sich selbst anbaut), gegenseitig beraten, unterstütz werden von anderen, ...

@xr_rostock
Nein, glaub mir, mit 5-10% kommst du da nicht weit...
Es gibt ja mehr als genug Lebensmittel... Wenn da 10% weg fallen, das fällt überhaupt nicht auf.
Und selbst wenn, dann wird halt importiert.
@colomar

@nuron Gerade der Import ist aber aktuell ja Pandemie-bedingt zumindest erschwert.
Das meinte ich mit "Jetzt ist die Chance".

@xr_rostock

@colomar
Ach, aus den Nachbarländern bekommt man sicherlich was, wenn die Kacke am dämpfen ist...

Lieber importieren, als den lokalen Landwirten 10ct/Kg mehr zu zahlen...
@xr_rostock

@nuron @colomar @xr_rostock
Seltsam nur dass ausgerechnet unsere Bauern zu den größten Importeuren zählen.
Anstatt auf den kleinen Verbraucher einzuschlagen würde ich erst einmal bei mir selbst anfangen und fragen warum ich an den Verkaufen muss oder warum ich die Chemie brauche und dafür auch noch Geld aus dem Fenster werfe.
Und machen neue Geräte die Arbeit wirklich immer leichter, wenn man die Zeit mit deren Elektronik totschlägt???

@nuron @colomar @xr_rostock Was ich damit sagen will ist dass alles zwei Seiten hat und man auch mal darüber nachdenken sollte und nicht nur nach Herdentrieb handelt...

@Firehorse
Verstehe nicht ganz was du damit sagen willst, wenn ich ehrlich bin...
@colomar @xr_rostock

@Firehorse Mir zumindest ging es nie darum, "auf den kleinen Verbraucher einzuschlagen"!

Sowohl Verbraucher als auch Bauern sind in einem für alle schädlichen System gefangen. Man kann keinem Menschen und auch keiner Menschengruppe die Schuld dafür geben.

Man muss das System dahinter in Frage stellen und letztendlich überwinden damit alle von seinen schädlichen Folgen befreit sind.

@nuron @xr_rostock

@colomar @nuron @xr_rostock
Doch, man kann bestimmte Gruppen verantwortlich machen, wenn man sich nicht in deren Abhängigkeit begibt oder bereits befindet.
Und wer jene sind have ich bereits genannt. Also würde ich mir als Bauer Alternativen überlegen. Zum Bespiel solche die man auch gemeinschaftlich angegehen kann.
Damals ging das auch, nur dann kamen einige schlechte Beispiele herbei und jeder wollte dabei sein... Das ist immer dasselbe blöde Spiel.

@colomar @nuron @xr_rostock
das System sind wir selbst.
Wir wählen in einer Demokratie unsere Leithammel selbst.
Insofern...immer erst bei sich selbst anfangen. 😘

@Firehorse Ich würde nicht sagen "bei uns selbst anfangen", sondern "selbst anfangen"!
Be the change you want to see in the world!

Wir können das System umkrempeln, indem wir mehr auf Kooperativen setzen, auf gegenseitige, ehrenamtliche Unterstützung. Indem wir uns gegenseitig in Widerstand (z.B. Mietstreiks) stärken.

Wir können schritt für Schritt die Abhängigkeit vom Geld verringern, bis es seine Macht über uns verliert.

@nuron @xr_rostock

@nuron
entschuldige, da war ich missverständlich. Ich meinte als Startpunkt. Quasi als Kipppunkt im System. Wenn immer mehr dann merken, wie toll die Landwirt:innen sind, was sie so machen. Menschen wollen mehr Authentizität; sie müssen es nur mit ihrem Alltag vereinbaren können (sie stecken in ähnlichen Abhängigkeiten). Auch klar: geht nicht von heut auf morgen mit mehrjähriger Planung.
@colomar

@nuron Das ist wie mit dem Mietstreik, der gerade in Nordamerika läuft. ( itsgoingdown.org/rent-strike-s ). Das würde sich alleine auch niemand trauen, aber wenn genügend weiße Laken aus den Fenstern hängen, trauen sich andere auch.

Das ist das was @xr_rostock mit Kipppunkten meint.

@colomar
@xr_rostock
Joa schon...

Dennoch gibt es Leute die daraus wieder profit schlagen würden, und es würde nieder gezwängt werden.

Denn was haben die Landwirte davon, wenn sie ihre Produkte nicht verkauft bekommen? Weil andere billiger verkaufen?

Ich verstehe was ihr meint, aber ich wage zu bezweifeln, dass das so einfach ist...

Glaub es juckt einfach zu viele Leute nicht...

Die wollen ihr Kilo Gemüse für 69ct, alles andere ist denen egal...

@nuron
Das kann keinen Spaß, und auch keinen Lebenssinn machen, 70ct/kg für über 1 Jahr Arbeit!
#ExtinctionRebellion fordert nur 3 Dinge. Die dritte Forderung ist sogenannte Bürger:innenversammlungen. Quasi ein Minideutschland per Zufallsprinzip, gleichverteilt. Dieses Gremium erarbeitet wissenschaftsbasiert Lösungen, die umgesetzt werden müssen. Interesse?

extinctionrebellion.de/blog/co

@colomar

@nuron Schon möglich, aber 100% sicher wäre ich nicht. Wir erleben gerade Solidarität, wo wir sie bisher nicht für möglich gehalten hätten.
Und Landwirt:innen sind ja beileibe nicht die einzigen, die gerade die negativen Auswirkungen unseres Systems voll zu spüren bekommen.

Ich vermute, viele verdrängen einfach - oder es ist ihnen nicht bewusst - dass wenn sie billig einkaufen wer anders den Preis bezahlt.

@xr_rostock

@colomar
Es ist vielen leider tatsächlich nicht bewusst. #ExtinctionRebellion macht auch deshalb Aktionen, um dieses Bewusstsein zu erzeugen.
@nuron

@nuron
#Agrarsubventionen festigen jedenfalls Abhängigkeiten und Zwangslagen. Siehe jüngstes Höfesterben in Milchwirtschaft. Richtungsvorgabe ist: Höher, schneller, weiter -- auf 'nem endlichen Planeten. Anderes ist möglich. Hab's selbst erlebt in SoLaWis. Nicht einfach, geht aber. Und ja, nicht für jede:n, klar, vielleicht im Verbund? Will aber gar nicht Lösung aufzwängen, außer: Rahmenbedingungen müssen Natur in Fokus nehmen, nicht Profit. Ich kann jedenfalls Deinen Frust gut hören!
@colomar

@nuron @colomar

Ich verstehe allerdings, dass mit spezialisierung auf 1-2 Früchte die Abhängigkeit schon echt enorm ist und es erstmal sehr unwahrscheinlich wirkt. Z.B. solidarische Landwirtschaft ist da nicht so schnell in Reichweite. Mittelfristig (nicht als alleinige Maßnahme) gibt der Erfolg (wachsende Höfeanzahl) Recht.

@xr_rostock
SoLaWis sind ein Mittel, um aus solchen Abhängigkeiten raus zu kommen, das stimmt.
Dennoch ist das nicht für alle die passende Form des Wirtschaftens...
@colomar

@nuron @colomar es gibt ja gar nicht "die Landwirte". Es gibt den Bauernverband, der ist das System, Leute wie die ABL die verantwortungsvolle Landwirtschaft machen wollen und die ganzen Bauern, die als Spielball des Bauernverbands gegen die Ökos aufgehetzt werden, obwohl der Bauernverband mit seiner Lobby im Bundestag mit dafür verantwortlich ist, dass ihre Existenz bedroht ist.

@laufi Genau das wollte ich damit sagen. Danke dafür, dass du es klar auf den Punkt gebracht hast!
@nuron

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