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Volksentscheide werden von denen favorisiert, die auf klassischem Weg keine Chance auf Mehrheiten hätten.
Volksentscheide verkürzen komplexe Fragen auf Ja/Nein-Antworten, bevor der politische Prozess ausgleichend wirken konnte. Sie polarisieren und spalten, wo Politik Brücken bauen würde.
sueddeutsche.de/politik/kolumn

@kaffeeringe Volksentscheide erlauben es der Bevölkerung an Politik teilzuhaben und eben auch mit zu bestimmen wohin die Reise gehen soll. Ja, solche Volksentscheide dampfen komplexe Fragen auf Ja+Nein runter, aber was wird denn erwartet? Das jeder mit einem kleinen Essay abstimmen soll? Eine Partizipation durch Abstimmungen vom Volk ist doch besser politische Brücken zu schlagen als wenn die Bevölkerung nur die Möglichkeit hat Repräsentanten zu wählen, die womöglich nicht einmal das tun was sie versprechen zu tun oder?

@absturztaube Unsere demokratische Gesellschaft erlaubt es der Bevölkerung an Politik teilzuhaben. Jeder kann sich in Parteien, Vereinen und Verbänden, Eltern-, Jugend-, Senioren-, Migrantenbeiräten, in Betriebsräten und Bürgerinitiativen einbringen.

Volksentscheide versprechen eine Abkürzung zu sein. Aber wie das mit Abkürzungen so ist, trampelt man dabei das eine oder andere platt.

kaffeeringe.de/2013/09/24/die-

@kaffeeringe Klar kann jeder bei Partien mit machen, aber nicht alle wollen das machen (Ich habe jedenfalls noch keine Partei gefunden, die mich ansprechen würde). Ausserdem passiert damit genau das, was man eigentlich vermeiden will: Eine Demokratie geführt durch eine "elitäre" Gruppe

Volksentscheide sind doch eben genau das: Entscheidungen vom Volk. Ich sehe gerade nicht, wieso dass dies als Abkürzung gesehen werden soll. Klar trampelt man damit hin und wieder was nieder, aber das passiert auch bei einem reinen Repräsentativem System.

(Ich bin hier vielleicht etwas voreingenommen, weil ich in der CH lebe und hier sind Volksentscheide Gang und Gäbe)

@absturztaube Stimmt. In der Schweiz scheint man zu einer Kultur gefunden zu haben, bei der man sich nach einer kontroversen Entscheidung wieder zusammenrauft.

Meine Erfahrung mit Bürgerentscheiden ist, dass es eine Stadt polarisiert an einem Thema, zu dem ansonsten die meisten vermutlich nicht einmal eine Meinung hätte. Mich hat das gezwungen, Ja oder Nein zu Fragen zu sagen, die mich gar nicht interessiert haben.

@absturztaube Wenn ich jetzt seh, was das Referendum mit dem Vereinigten Königreich macht, verstehst Du vielleicht, woher ich mit meinem Gedanken kommt.

@absturztaube Ich meine nur: Eine demokratische Gesellschaft ist mehr als Volksentscheide und nationale Wahlen. Eine demokratische Gesellschaft ist durch und durch demokratisch verfasst.

@kaffeeringe Das stimmt. Volksentscheide alleine machen noch kein pol. System. Parlament und Co braucht es trotzdem noch. Ausserdem sind Volksentscheide bei uns immer betreffend Legislative.
Ich sehe das halt so: Volksentscheide bindet das Volk stärker in die pol Prozesse mit ein. Das hat bei uns soweit geführt, dass sich jeder Schweizer sich mit unserem Demokratischen System identifiziert. Weil eben durch die Möglichkeit mit Initiativen und Referenden die pol Diskussion bis zu einem gewissen Grad zu lenken. So gesehen machen wir (also die Gesellschaft) die Politik. Und ich finde das gut. Für mich ermöglicht genau das, dass ich pol über Themen mit entscheiden kann aufgrund von meiner Meinung und nicht von der Meinung einer Partei oder eines Politikers.
@kaffeeringe ich denke aber auch, dass man Volksentscheide nicht einfach so an ein bestehendes System drankleben kann. Das würde mit Sicherheit nicht funktionieren. Ich kann mir vorstellen, dass sowas bei gewissen demokratischen System nicht wirklich kompatibel wäre
@kaffeeringe Wieviele Volksentscheide gibt es bei euch pro Jahr? Ich denke, bei uns hat sich die Kultur daraus gebildet, dass wir sehr viele Volksentscheide haben

@absturztaube Ich glaube, wir hatten 3 in den letzten 6 Jahren hier in Kiel. Über den Bau eines Möbelhauses, das Schließen des Flughafens und die Bewerbung um die Olympischen Spiele.

@kaffeeringe (Ich muss dein Blog wirklich mal in meine Feedliste aufnehmen)
@kaffeeringe Das ist nicht viel tbh. Wir haben hier min. 4 mal im Jahr mehrere Initiativen und Referenden die vor das Volk gehen
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