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Wie kann es sein, dass Menschen, die im Privatleben entscheiden, ob sie ein Auto oder ein Haus kaufen, in der Firma eine Genehmigung benötigen, um einen 300€ Schreibtischstuhl zu kaufen? Größere Organisation versuchen sich oft mit gegen die wilde Welt da draußen zu sichern. Bürokratie aber demotiviert die Menschen. Wie man Organisationen für Menschen umbaut, erklären die Wirtschaftswissenschaftler Gary Zamel und Michele Zanini in Humanocracy.
kaffeeringe.de/2020/11/13/schl

@kaffeeringe klingt interessant, andererseits aber auch ein bisschen nach bullshit-management-sprech, wie du schön meinst. Eine erweiterte (anthropologische) Perspektive auf Bürokratie bietet
deutschlandfunkkultur.de/david

der wäre allerdings skeptisch gegenüber einer "verordneten" Freiheit, die nur in zweiter Linie das Glück der Menschen, auch in der Arbeit, im sinn hat.

@tobi Danke für den Tipp. Graebers "Bullshit Jobs" hab ich schon gelesen. Da kritisiert er ja auch, dass die Verwaltung in viele Organisationen stärker gewachsen ist, als der operative Teil. Ich finde die Unterscheidung wichtig, die er zu machen scheint: Regulierung und Bürokratie sind nicht das gleiche. Man kann auch kluge, unbürokratische Regeln machen. Regeln, die richtiges Verhalten fördern.

@kaffeeringe
Klingt nach einer interessanten Lektüre. Leider ist das Elektrobuch mit Adobe Kopierschutz (DRM) versehen. Schade.

@lamba Vielleicht schafft Deine Stadtbücherei ja eine Version an, wenn du sie fragst. Ich mag ja weiterhin Anfassbücher und die Zeit ohne Technik in der Hand.

@kaffeeringe
Vor 10 Jahren waren Ebooks noch undenkbar für mich. Das hat sich allerdings radikal geändert. Balzacs Menschliche Kommödie mit seinen etwa 10.000 Seiten in 12 Dünndruckbänden lese ich erneut in einer elektronischen Ausgabe. Die Papierausgabe habe ich inzwischen verschenkt. Insbesondere auf Reisen sind Ebooks eine fantastische Sache.

Für Leser*innen von Papierbüchern ist Dein Vorschlag jedoch eine hervorragende Idee.

@kaffeeringe Wenn du privat ein Auto oder ein Haus kaufst,dann ist es dein eigenes Geld.Wenn du den Stuhl in der Firma kaufst,dann ist es das Geld der Firma und darueber kannst du natuerlich nicht selbst bestimmen.Abgesehen davon finde ich 300 Euro fuer einen Stuhl auch ziemlich viel,wuerde ich nicht genehmigen als Chef.

@nipos Ich hab mir privat einen für 180€ gekauft. Nach 6 Wochen Home Office tut mir der Arsch weh. Der im Büro hat eher 500-600 gekostet. Mit dem hatte ich noch nie Probleme.
Darüberhinaus finden die Autoren gute Möglichkeiten, Dinge menschlicher zu organisieren als über Hierarchien und Kontrolle. Bei den Reisekosten in einem Unternehmen sind die Kosten sogar gesunken, nachdem die Menschen selbst entscheiden durften.

@kaffeeringe Ich muss zugeben,ich hab nur deinen Beitrag gelesen und nicht die ganze Studie.Aber zumindest eine kurze Ruecksprache mit dem Vorgesetzten sollte schon vorhanden sein,bevor man sowas kauft,finde ich,auch wenn es kein buerokratischer Antrag sein muss.Wenns auf die Kosten anderer geht,sind manche Leute naemlich ziemlich gut im Geld rauswerfen,waehrend andere natuerlich auch da Ruecksicht nehmen.

Dann müssen die Leute den Haushalt kennen und wissen, wo das Geld am Ende fehlt, wenn sie zu viel ausgeben. Es hat niemand ein Interesse daran, dass der Laden pleite geht. Bei uns kennen alle den Haushalt. Jeder will möglichst viel aus dem Geld machen und sieht zu, dass er spart, wo er/sie kann.

@nipos @kaffeeringe 300€ ist wenig, wenn der Stuhl dann teilweise mehr als 10 Jahre im Einsatz ist wie bei unserer Firma. Ich war auch so doof, billig zu kaufen und habe auch das Problem, dass da der Hintern im Homeoffice schmerzt.

Was den Genehmigungsprozess für Ausgaben angeht. Wenn man sein Team mehr Mitbestimmung einräumt, sollte eine Freigabeberechtigung bis 2000€ kein Thema sein. Es bleibt ja transparent und niemand, der gut in seinem Bereich ist, kommt auf die Idee, unnützes Zeug zu kaufen bzw. fragt dann trotz Berechtigung nochmal nach.

Bei uns muss allerdings immer eine zweite Person freigeben. Das kostet bei Kleinbestellungen auch schon unnötig Zeit. Vielleicht kommen wir davon auch noch weg.

@Calypso1 @nipos Bei größeren Ausgaben holen wir uns immer kollegiale Beratung.

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