Kann Wirtschaft für immer wachsen? „Sie kann, weil sie muss,“ sagt die orthodoxe Wirtschaftswissenschaft. „Sie darf nicht, in einer begrenzten Welt,“ sagt die Wirtschaftswissenschaftlerin Kate Raworth. Sie schlägt eine Wirtschaftsweise vor, die Rücksicht sowohl auf die biologischen Grenzen unseres Planeten nimmt als auch auf die Bedürfnisse der Menschen. Und gibt der Wirtschaft wieder ein Ziel jenseits von Profit. kaffeeringe.de/2021/04/20/wirt

@kaffeeringe
Wirtschaftswissenschaft und Neoliberalismus sind etwas anderes!!! Und Wachstum bedeutet nicht mehr Verbrauch!!!
Im wissenschaftlichen Sinn bedeutet Wachstum nur, dass es mindestens einem besser geht, ohne dass es irgendwem anders schlechter geht. Umweltverschmutzung bedeutet, dass es jemandem schlechter geht. Wissenschaftler sprechen deswegen von Marktversagen. Und dafür braucht es politische und regulatorische Regelungen. Aber das ist ein politisches Problem, nicht ein wirtschaftl.

@phil_s Ich hab das anders verstanden. Die Kuznet-Kurve zum Beispiel sagt auch, dass Wirtschaft erst ungerechter wird und dann mit genügend Wachstum immer gerechter. Schon da stimmt es nicht. en.wikipedia.org/wiki/Kuznets_

@kaffeeringe
Wenn ich das richtig in Erinnerung hatte, dann steckt dahinter aber auch keine in Stein gemeißelte Wahrheit, sondern nur eine (von Kutznet selbst angezweifelte) Hypothese, die unter bestimmten Umständen ganz gut zuzutreffen scheint. Also das in der Wissenschaft so typische Spiel mit Modellen.

Die Wissenschaft sagt aber auch nicht, dass wir wegen eines solchen Modells undingt deregulieren sollen, selbst wenn es stimmen sollte. Das wäre am Ende eine politische Entscheidung.

@phil_s Kurznet hat sie selbst angezweifelt. Offenbar ist das aber "Lost in Translation".
Ich hab kein Wirtschaftsstudium. Und ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass diese Fach so dumm ist. Aber die Kritik kommt ja von immer mehr Seiten. Vielleicht gibt es ja auch endloses, exponentielles Wachstum. Aber trotzdem müssen wir die Grenzen des Planeten einhalten und alle Menschen dabei mitnehmen. Das scheint mir zurzeit kein Schwerpunkt von Wirtschaft zu sein.

@phil_s Normale Unternehmen wollen, dass man ihnen möglichst keine Vorschriften macht und dass es okay ist, wenn sie einfach nur möglichst viel Geld verdienen. Das funktioniert ganz offensichtlich nicht. Und die "normalen" Ökonomen nehme ich nicht als Kritiker daran wahr.

@kaffeeringe
Unternehmen oder Unternehmer? Klar, wenn Du gerade Deinen Bonus für höhere Verkaufszahlen planst und dann kommt ein Gesetz, was Dein Produkt unverkaufbar macht, dann bist Du dagegen.
Als Trump aber aus dem Klimavertrag ausstieg, sind jede Menge Unternehmensvertreter nach Washington gereist, um ihn davon abzuhalten. Die hatten jetzt ihre ganze Strategie auf neue Umweltziele abgestimmt, da passte denen die Rolle rückwärts gar nicht.

@kaffeeringe
Unternehmen müssen planen können. Also dauernde spontane Regularien mit viel Rechtsunsicherheit sind Gift. Ein Ingenieur braucht eben etwas Zeit, etwas neues zu entwickeln.
Aber eine konsistente, langfristige Strategie für alle schadet überhaupt nicht.

@phil_s Man kann als Unternehmen aber auch selbst nachdenken und selbst darauf kommen, dass es eine Scheiß Idee ist, dass alles weggeschmissen wird.

@kaffeeringe
Und als Kunde kann man reparierbare Smartphones kaufen (gibt es, sind halt teuer und klobig) und die anderen zum Ladenhüter machen... Dann passen sich die Unternehmen schon an. (Und die schauen solche Trends auch ganz genau an!)
Aber offenbar erfüllen sie den meisten Kunden mit schmalen, günstigen Smartphones ihre Wünsche besser. Damit wären wir wieder bei einer politischen Frage.

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@phil_s So funktioniert es halt nicht. Das ist nur, was uns die Neoliberalen seit Jahrzehnten erzählen: Wenn der rationale Käufer immer nur das Sinnvollste kauft, müssen die Unternehmen entsprechend handeln. Nur haben Apple & Co einfach mehr Kohle für Reklame als das Fairphone.
Konsumentenethik funktioniert nur zusammen mit einer entsprechenden Rahmenordnung UND ethisch agierenden Unternehmen. kaffeeringe.de/2006/05/07/das-

@kaffeeringe
Nee... Das ist kein Neoliberalismus sondern Doppelmoral. zeigt endlich eine gewisse Ehrlichkeit durch die Forderung nach CO2 Steuer.
Aber: "Wir fordern einen Benzinpreis von 5Eur+/ltr und einen genauso gestiegenen Heizölpreis!" Wie groß ist darüber der gesellschaftliche Konsens?

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