@SheDrivesMobility Steile These - können wir uns auf Verbrennungsmotor einigen. Ich denke da immer an den ländlichen Raum und ältere Menschen. Für viele ist das Auto der einzige Weg zur Teilhabe.

@jd @SheDrivesMobility Autos haben aber auch dafür gesorgt, dass es auf dem Land so wenig gibt, dass man Autos braucht, um noch teilhaben zu können. Es ist nicht der einzige Grund, aber je mehr Menschen ein Auto hatten, desto weniger haben sich kleine Läden auf dem Land gelohnt, desto mehr konnte der Staat seine Infrastruktur aus der Fläche zurück ziehen. Ein Weg, die Abhängigkeit vom Auto zu lösen, ist es, Nähe zu organisieren, so dass Teilhabe vor Ort möglich ist.

@kaffeeringe @SheDrivesMobility Vielleicht mögen Autos auch dafür gesorgt haben aber die treibende Kraft ist doch wohl er die Marktwirtschaft und das sich niemand mehr für 3,40€/h hinstellen kann und einen Laden für 5 Kunden am Tag betreibt. Bei uns im Dorf mit damals etwa 70 Einwohnern gabs kurz vor der Wende noch einen Konsum. Das sich das nicht rechnet und warum das zu Ostzeiten noch ging, sollte doch wohl jedermensch klar sein. Es gibt nicht die eine Antwort.

@jd @kaffeeringe @SheDrivesMobility

Weil zu "Ostzeiten" noch alle im Ort kauften...

Grundübel für den Tod der fußläufig erreichbsren Nahversorgungsinfrastruktur ist schon das Auto. Da gibts auch beste Untersuchungen dazu.

Vielleicht magst du mal am Institut für Verkehrswissenschaften der TUWien nachforschen...
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@jakob @SheDrivesMobility @jd Es ist halt nicht nur ein Grund.Der ländliche Raum hat mit dem Verlust der wirtschaftlichen Bedeutung auch insgesamt an Bedeutung verloren. Das Auto rettet das Dorf nicht davor, reine Schlafsiedlung und Altenwohnsitz zu sein. Nur wenn wir den Dörfern eine echte Funktion geben, haben die eine Zukunft. Das bedeutet aber, irgendwas passiert vor Ort und das müsste dann per Bus, fußläufig und per Rad gut machbar sein.

@kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

Das begann schleichend mit dem Versuch mit breiten Straßen die Dörfer "attraktiver" zu machen... Man dachte (und die Dinosaurier denken es heute noch), dass dann die Dorfbewohner mittels Auto in die größeren Städte mit dem besseren Arbeitsplatzangebot pendeln können... und so Geld ins Dorf bringen.

Das Gegenteil war und ist der Fall.

Durch die breiten Straßen wurde das zufuß Gehen unattraktiv. Dann schlug relativ schnell die Verhaltensweise zu, dass der Mensch in der Nähe des Arbeitsplatzes einkaufen geht, und nicht dort wo er wohnt. Auch klar. Der Greißler kann nicht bis 7, 8 am Abend offenhaben. Also kauft man in der Nähe des Arbeitsplatzes im nächsten Oberzentrum im Einkaufszentrum ein. Diese machen Umsatz... der Greißler nicht. Dem Greißler fehlen aber schon 15, 20 Kundschaften und er muss schließen.

Ein Ort ohne Einkaufsmöglichkeit ist aber nicht so attraktiv. Wenn die Leute spät abends mit dem Auto - schon eingekauft - heimkommen, sind sie müde und gehen ins Bett... und nicht mehr ins Wirtshaus. Der Fernseher erleichterte das daheimsein... das Internet noch mehr. Ohne Gäste, kein Wirtshaus.
Da eh schon die meisten ein Auto haben, rentiert sich der ÖV auch nicht mehr - wird eingestellt...

Und dann ist es auch nicht mehr attraktiv in so einem Ort. Kein ÖV, kein Wirtshaus, kein Geschäft und täglich noch weit pendeln... man sucht sich eine Wohnung oder ein Haus in der Nähe des Arbeitsplatzes.

Früher mussten weiters die Firmen zu den Menschen. Mit Auto und Pendlerpauschale rücken die Firmen aber sukzessiv in die Nähe der Ballungsräume wo besseres Internet, Autobahn, Flughafen, Hafen, Güterbahnhof, andere Firmen zwecks Kooperation, Agglomeration sind... der Staat bezahlt dafür, dass die Arbeitskräfte zu mir kommen. Ich muss nicht mehr raus in die Pampa.

Und alles zusammen führte über die Jahrzehnte zu den toten Dörfern die wir heute haben. Manche leben noch aus Nostalgie dort, oder weil es in der Stadt zu teuer wurde. Viele wanderten aber ab. Die Jungen verlassen das Land... aus verständlichen Gründen. Ohne Junge Menschen aber stirbt das Land...

Und ja... treibende Kraft war die Hoffnung, mit dem Auto alles besser zu machen. Und ich unterstellen den Planern der 1950/60ern wirklich gute Absichten. Nur seit den 1970ern sollte es klar sein, dass dieser Weg ein Holzweg mit jähem Ende ist...

@jakob @SheDrivesMobility @jd Heutzutage müsste man Einkaufen vor Ort ja auch ganz anders möglich machen können - eher im Sinne einer Paketstation. Wobei ich immer sagen würde: Ganz ohne Personal sollte man nicht planen. Wenn man eine Landkultur erhalten will, schafft man das nicht mit reinen Packstationen und Geisterbussen. Kultur sind die Verbindungen der Menschen untereinander.

@kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

Ich gehe hier mit REWE stark ins Gericht. In Österreich hatten einige Bauern die gute Idee als Direktvermarkter Automaten aufzustellen, wo man im Vorbeifahren Eier, Milch, Brot, Erdäpfel, Äpfel usw. aus entsprechend gekühlten Automaten kaufen konnte... Ist natürlich eine Autofahrer-Infrastruktur... aber immerhin schafften es die Direktvermarkter eine Einnahmenschiene mit regionaler Vermarktung an den Handelsriesen vorbei zu etablieren.

REWE hat dann auch solche Stationan aufgestellt und gegen die Direktvermarkter geklagt, weil die irgendwelche Automatengeschäfts-Auflagen nicht erfüllten... und wenn ich mich recht erinnere, sogar gewonnen.

Oaschlecha darf man ja nicht sagen, und hab ich auch nicht gesagt. Mir fiel nur grad dieses schöne Österreichische Schimpfwort ein, welches ich einmal in den deutschen Sprachraum einfließen lassen möchte. Falls ihr es noch nicht kennt.

@jakob @SheDrivesMobility @jd An Gesetze muss man sich nun mal halten - oder sie ändern. Das müsste man doch aber auch hinbekommen.

@kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

Prinzipiell ja. Was ich an Rewe aber so verachtenswert finde ist die Tatsache, dass sie den Bauern den Hals abschneiden und ihnen jede Möglichkeit faire Preise für ihre Produkte zu erzielen, abdrehen und selbst in diesen Markt reingehen...

@jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd sagen solar.lowtechmagazine.com/2018 und Ivan Illich: Technik wirkt oft zum Gegenteil. Rebound Effekt. Z.B.: Wir fahren schneller, sind aber mehr Zeit unterwegs. Fahren halt weiter.

Thanks for sharing. I make my living with energy efficiency and agree 100%.
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I am engineer for energy systems and i consider my work for companies as perlen vor die Säue, so if you have an idea where i can support the necessary revolution, it would be very much appreciated.

@mro @jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

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