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Das Fediverse ist groß - und natürlich gibt es hier auch Leute, mit denen man keinen Kontakt haben möchte. Da wird dann gerne gefordert, dass die Entwickler der Fediverse-Clients (Tusky, Fedilab etc.) bspw. rechtsextreme Instanzen direkt im Client blockieren.

Meine Meinung: Das ist nicht die Aufgabe der Entwickler. Das Fediverse und gerade Mastodon bieten genügend Möglichkeiten, diese zu blockieren.

@kuketzblog Da bin ich anderer Meinung. Entwickler dürfen und sollten eine Meinung haben, einen Standpunkt vertreten, ethisch handeln. Und gerade bei Rechtsextremismus ist es löblich, Intoleranz gegenüber intolerant zu sein. Farbe bekennen. Find ich toll!

@breakthesystem @kuketzblog

Wir kämpfen für diese Freiheiten, weil sie jedermann verdient. Mit diesen Freiheiten kontrollieren Nutzer (sowohl einzeln als auch gemeinsam) das Programm und was es für sie ausführt. Wenn nicht Nutzer das Programm kontrollieren, nennen wir es ein unfreies bzw. proprietäres Programm. Das unfreie Programm kontrolliert die Nutzer, und der Entwickler kontrolliert das Programm. Dies macht das Programm zu einem Instrument ungerechter Macht.

gnu.org/philosophy/free-sw.de.

@breakthesystem
Soll sich jetzt jeder Browserentwickler auch selbst aussuchen, welche Webseiten die Benutzer sehen dürfen?
@kuketzblog

@Winterstar @kuketzblog gute idee, ich fork kurz firefox und autoblocke den daily stormer. :)

@breakthesystem
@Winterstar @kuketzblog

Und bitte PI News, Jouwatch, Junge Freiheit, Nachdenkseiten, Danisch, Epochtimes, ... auch alle!

@kuketzblog Im Grunde richtig. Ich würde es falsch finden, das Blockieren von den Client-Entwicklern einzufordern, wo es doch die technischen Mittel schon in Mastodon gibt. Es ist aber deren gutes Recht, ein politisches Statement zu machen, indem sie die Nutzung ihrer Software für bestimmte Gruppen oder Zwecke erschweren. Und gerade bei Rechtsextremen, deren Definition von Meinungsfreiheit ja meistens deutlich von der allgemein akzeptierten abweicht, halte ich das auch nicht für falsch.

@fnord
Es dem Entwickler natürlich erlaubt zu blocken wen er will. Aber das zu erwarten halte auch ich für falsch. Das ist eben wie von Firefox oder Outlook sowas zu verlangen. Auf die Idee käme niemand. @kuketzblog

@kuketzblog @breakthesystem schneidet einen guten Punkt an: es ist falsch und gefährlich, Intoleranz zu tolerieren. Insofern muss ich meinen Kommentar etwas korrigieren: es ist nicht nur nicht falsch, gab&co zu blocken, sondern ethisch betrachtet sogar geboten.

Philosophy Tube erklärt das Thema Free Speech vs. Faschischmus besser als ich es könnte: youtube.com/watch?v=bgwS_FMZ3n

@fnord @kuketzblog @breakthesystem
Aber gerade deswegen ist es meiner Meinung nach besser, wenn die einzelnen Instanzen - oder noch besser: die einzelnen User - die Entscheidungsfreiheit bekommen.

So ermöglicht man einerseits jedem User selbst zu entscheiden, wie er mit faschistischen Instanzen umgehen möchte, was meiner Meinung nach stärkt, dass man sich selbst dessen bewusst ist, warum man solche Instanzen nicht tolerieren kann.

Andererseits vermeidet es "overblocking" von Instanzen

@fnord @kuketzblog @breakthesystem
Ich habe zum Beispiel auf einer Blocklist von einer Instanz (likeable.space/federation_rest) Begründungen gesehen wie "A fascist considers it good" oder " "free speech" " ohne faschistische User und co.

Das ist natürlich das Recht der Instanz, diese anderen Instanzen zu blocken, da möchte ich gar nicht reinreden, aber dennoch finde ich es etwas gefährlich, schon aus solchen Gründen Instanzen zu blocken.

Auf einer anderen Instanz meinte einer, er sei extra zu

@fnord @kuketzblog @breakthesystem Mastodon und Pleroma gewechselt, weil er nicht mehr in seiner Echoblase sein wollte.
Wenn wir nun aber wieder dazu neigen, immer weiter alles zu blocken, was nicht unserer Weltsicht entspricht, sitzen wir bald auch schon wieder in unserer "Echoblase" und können weniger aktive Diskussionen führen, da die meisten Leute sowieso unserer Meinung sind.

Nazis Blocken 

Nazis Blocken 

Nazis Blocken 

@chumii @fnord @kuketzblog @breakthesystem Free speech ist ein Deckname für unmoderiert. Das ist sehr legitim blockiert zu werden

@chumii @fnord @kuketzblog Das setzt voraus dass "overblocking" ein prävalentes Problem ist, und dass sich jede*r user*in mit dem braunen kram auseinandersetzen will.

@breakthesystem @fnord @kuketzblog
Deswegen sage ich ja auch: Es ist das gute Recht einer Instanz, andere Instanzen zu blocken, aber es sollte nicht voraus gesetzt werden.
Als User kann man sich dann entscheiden, ob man auf einer Instanz sein möchte, die allen Faschismus sowieso rausfiltert (was, wie gesagt, vollkommen okay ist), oder ob man lieber auf einer Instanz sein möchte, die einem selbst die Entscheidung überlässt.
Für meine eigene, persönliche Meinungsbildung ziehe ich letzteres vor

@chumii @fnord @kuketzblog Dann ist es auch gutes Recht einer App, Faschismus-nahe Instanzen zu blocken. Als User*in kann man sich dann entscheiden ob man die benutzt. Technik ist schließlich nicht unpolitisch

@breakthesystem @fnord @kuketzblog
Da hast du natürlich Recht.
Trotzdem sollte man es nicht vom Entwickler erwarten.
Außerdem kann diese Forderung auch wieder nach hinten los gehen, wie auf Twitter, wo aufgrund von "Falschinformationen zu Wahlen" plötzlich auch harmlose Satire geblockt wird.
Wenn man jetzt als Entwickler in seinen Nutzungsbedingungen schreibt, dass die Anwendung nicht für faschistische Äußerungen verwendet werden darf, könnten die Betreiber von Instanzen sich Sorgen machen,

@chumii @fnord @kuketzblog

> Wenn man jetzt als Entwickler in seinen Nutzungsbedingungen schreibt, dass die Anwendung nicht für faschistische Äußerungen verwendet werden darf

Das passiert ja nicht. Sondern es werden explizit die beiden Instanzen von Gab blockiert. Und die sind echt nicht cool.

@breakthesystem @fnord @kuketzblog
Langfristig stelle ich mir das umständlicher vor, weil Gab schließlich auch mit der Domain und auch dem Host umziehen kann.
Gabs aktuelle Domains zu blocken wäre glaube ich eine kurzfristige Lösung.

Gab blocken wäre zwar ein positives politisches Statement, aber um es wirklich langfristig zu erfüllen, müsste man als Entwickler dann nicht alle Instanzen gleichzeitig im Blick haben, um zu überprüfen, ob Gab nicht umgezogen ist, so als "Instance Moderation"?

@chumii @fnord @kuketzblog verstehe die Argumentation nicht. Weil es keine perfekte Lösung ist, die alle Nazis für immer verbannt, ist die Lösung schlecht, sagst du. Aber dann argumentierst du dass eine Lösung, die alle Nazis bannt, auch wiederum schlecht ist.

@breakthesystem @fnord @kuketzblog
Ich sage nicht, dass es schlecht ist, ich sage, dass es mit einem ziemlichen technischen Aufwand verbunden ist und auch mit der Gefahr, es zu übertreiben.
Man bräuchte dazu jemanden, der zuverlässig moderiert, also einen Menschen. Menschen können allerdings Fehler begehen, d.h. eine ganze Instanz könnte plötzlich fürs ganze Fediverse geblockt werden, nur weil ein Faschist drauf ist, wenn bspw. Gabs Leute denken "die sabotieren wir, wenn sie uns nicht wollen"

@breakthesystem @fnord @kuketzblog
Wenn im Gegenzug jeder Instanz selbst oder jedem User selbst überlassen ist, wen oder was er blockt, gibt es diese Gefahr und diesen Aufwand nicht.
Wenn man sich persönlich nicht damit auseinander setzen möchte, kann sich immer noch eine Instanz aussuchen, die sagt, dass sie sich die Mühe macht, solche Instanzen zu blocken, aber muss mit den Konsequenzen leben, wenn sie es übertreibt.
Ich finde es für mich besser, selbst jemanden zu blocken und mache es auch

@breakthesystem @fnord @kuketzblog
Natürlich könnten die Entwickler es auch "einfach mal ausprobieren", gab zu blockieren.
Da würde meiner Ansicht nach nichts gegen sprechen.
Aber man kann nicht erwarten, dass sie auch alle zukünftigen Gabs und Gab-Abwandlungen mit blocken.
Ich fände stattdessen auch so etwas gut wie eine "Empfehlungsliste" oder so etwas, damit ein Instanzbetreiber sehen kann, welche Instanzen als rechtsaußen gelten, und sich diese selbst ansehen kann, um sie zu blocken

@breakthesystem @fnord @kuketzblog
eine Strafe zu bekommen oder Ähnliches.
Das widerspricht dem Prinzip vom Fediverse, bei dem jeder für sich selbst seine eigene Instanz aufmachen kann und mit anderen interagieren kann.
Ich z.B. würde unter einer solchen Voraussetzung dazu neigen, meine Instanz nur noch per Whitelist andere Instanzen zu federieren, um zu verhindern, dass Nazis sich einfach ne andere Domain aneignen

@fnord
Glaube ich nicht. Wer den Teufel mit dessen eigenen Methoden vertreiben will ist selber einer.
@kuketzblog @breakthesystem

@markus @fnord @kuketzblog überleg mal: Wer Intoleranz gegenüber tolerant ist, wird von der Intoleranz überrollt. Deswegen ist paradoxerweise Intoleranz das einzige, wogegen Tolerante Menschen intolerant sein müssen, um ihre Prinzipien zu bewahren. de.wikipedia.org/wiki/Toleranz

@kuketzblog
Wau Holland sagte einmal: „Zensur findet nur am (eigenen) Endgerät statt“

@kuketzblog
Sehe ich genauso. Zumindest finde ich, dass zwar in den clients die Moeglichkeiten zum blocken eingebaut werden sollte, damit das blocking und ignoring bei Bedarf im client getaetigt werden kann (ich benutze keine mobiles Internet und weiss nicht, ob die das schon drin haben), aber die Entscheidung, wer/was geblockt wird, sollte nicht hardcoded in eine software gebaut werden, sonder Entscheidung der admins bzw. end users sein.

@kuketzblog ich finde, es ist nicht die 𝗔𝘂𝗳𝗴𝗮𝗯𝗲 der Entwickler, aber sehr wohl ihr 𝗥𝗲𝗰𝗵𝘁, wenn sie nicht wollen, dass ihre Apps bspw für den Zugang zu extremistischen Netzen oder die Verbreitung von Hassreden an unmoderierten Orten genutzt werden.

@cmw Ihr Recht ist es. Das habe ich gar nicht bezweifelt - es ging mir nur darum, dass die Entscheidung welche Instanz bzw. User geblockt werden, nicht den Entwicklern aufgebürdet werden sollte.

@kuketzblog Genau. Das kam nicht ganz raus in dem ersten toot, deswegen dachte ich, ich mach es mal explizit :-)

@kuketzblog
Es ist auch nicht ihr Recht. Man stelle sich kurz vor, Google würde eine Whitelist in Chrome einbauen.
@cmw

@Winterstar @kuketzblog Löscht Google nicht sogar apps aus ihrem Play Store die nicht den ethischen Anforderungen entsprechen? Und ich glaube, sogar Chrome verhindert unter bestimmten umständen (Phishinggefahr, fehlerhafte Zertifikate) das ansteuern bestimmter Seiten. Monopolstellungen mal ausser Acht gelassen, fände ich es extrem wünschenswert, wenn Entwickler von Software mehr Zivilcourage in diesen Dingen zeigen würden.

@kuketzblog

Und so beginnt es aufs Neue 🥴

Popcorn bereit halten!

@angrytux
@kuketzblog

Und genau das ist der Grund, warum ich gab nicht geblockt haben will. Bei so manchem Post von @a habe ich schon das Bier kalt gestellt und die Packung Popcorn geöffnet 😂

@kuketzblog
So ist es und nicht anders.
Wer garantiert mir denn, dass ein SW-Entwickler nicht auch noch was anderes blockt? Wenn ich was in meiner SW haben will und wenn nicht, habe ich das immer noch selber zu entscheiden. Das ist nicht die Aufgabe eines Entwicklers bzw. der Fediverse. Im Gegenteil: Wenn ich mitbekomme, dass in einem Stück SW was ohne meines Wissens, wollens oder was auch immer geblockt wird, fliegt dieses Teil in einem hohen Bogen von meinem Gerät.
Ich entscheide immer noch selber und niemand anderes!

@kuketzblog Mit Verlaub: Wir sprechen davon, dass wir Menschen den Zugang zu Leuten verwehren, die Menschen auf Listen schreiben. Diese Listen werden genutzt, um engagierte Menschen krankenhausreif zu schlagen oder sie sogar zu töten. Ich habe Freunde auf solchen Listen und setze mich für j-e-d-e Möglichkeit ein, dass Menschen geschützt werden.

Vor einigen Jahren hätte ich niemals gedacht, dass ich ein solches Statement abgeben muss. Aber, dass ist Teil der Wirklichkeit 2019.

@esekui
Mit allem Respekt für Menschen die von den Nazi-Pfeifen verfolgt werden, hier mal eine unvollständige Liste von Programmen die ab sofort gab.com blocken MÜSSEN: Firefox, Chrome, Outlook, Thunderbird, apache2, nginx, ach komm, javascript, php, mysql. ALLE diese Programme MÜSSEN sofort Nazis blocken. Keine Diskussion. @kuketzblog

@kuketzblog ich fork tusky und bring tusk2 raus auf dem nur linksextreme isntanzen geblockt sind :backfromgab:
@igeljaeger @kuketzblog Die Diskussion hatte wir doch vor Wochen schon. Jetzt hat halt auch die IT ihr Sommerloch.

@kuketzblog Stimme zu. Diese Forderung ist unterm Strich schlichtweg Victim Blaming. Als Entwickler würde ich jedem mit solchen irren Forderungen den Finger zeigen und im Zweifelsfall das Projekt sogar verrotten lassen. Das ist ne riesige Pandorra Büchse. Lasst Admins und ggf. der User entscheiden. Lasst Software Entwickler mit dieser Scheiße endlich [wieder] in Ruhe. Da hat man es heute ohnehin schon schwer es jeder Schneeflocke recht zu machen. Und bevor nu jemand heult, ja fck nzs.

@codingcommanders Du sprichst/schreibst deutsch?

Google Translate oder aus eigenem Wissen?

Ich bin beeindruckt.

@codingcommanders @meldrian @hatnix Duolingo is rather good for learning languages and I guess English <-> German is pretty complete.

@kuketzblog Bei allem Respekt: Damit hast Du niedrigere Standards als Google und Apple. Die haben die App für das Nazi-Netzwerk aus dem Store geworfen. Jetzt sind die Teil des Fediverses und wäre ich App-Entwickler, würde ich es hassen, wenn meine App benutzt wird, damit Nazis damit kommunizieren.
Allerdings stößt das irgendwann an seine Grenzen, wenn die mehr Instanzen einrichten...

@kaffeeringe
Naja bei den Firmen geht es aber nicht um eine frei verfügbare OpenSource App. Ich kann die Entwickler schon verstehen, die Gefahr von overblocking ist auch nicht zu unterschätzen, siehe z.B.Twitter. die Verantwortung würde ich eher an die jeweiligen Podmins zurück geben.
@kuketzblog

@krutor @kuketzblog Wie gesagt: wenn die Nazis sich über viele Instanzen verteilen, seh ich das auch. Aber solange es eine große ist: !

@kuketzblog Ich finde es extrem wichtig, dass nichts und niemand direkt in der Software geblockt wird. Wo fangen wir an, wo hören wir auf? Ab wann ist jemand Rechtsextremist und wann nur konservativer als ich? Außerdem ist es viel schwieriger, ja geradezu schmerzhaft, extreme, aus meiner Sicht falsche, Meinungen zu ertragen und zu erwidern, als wegzuschauen. Aber es bringt mehr. Ehemalige Nazis trinken heute ein Bier mit mir und erzählen mir, dass unter anderem meine permanenten Diskussionen ihnen andere Wege aufgezeigt haben. Auf Euren privaten Servern könnt Ihr blocken wen ihr wollt, aber man soll das anderen nicht aufzwingen. Jede Zensur ist schädlich und ganz schnell wird jemand geblockt, weil er in nur einem Punkt dem aktuellen liberalen Status Quo widerspricht. Das ist gefährlich, ich will und muss andere Meinungen ertragen um sie zu erwidern. Und ist eine Zensurinfrastruktur erstmal aufgebaut, dann kann sie von jedem, auch von der in meinen Augen falschen Seite genutzt werden. Haltet extreme Meinungen aus, und setzt Euch mit ihnen auseinander, widersprecht und zwar laut! Nur so kann man etwas erreichen.

Gab 

Gab 

@waweic @kuketzblog Das sehe ich anders. Ich habe echten Schaden erlitten, unter anderem mehrere Nasenbrüche. Ich bin mehr als einmal verprügelt worden und weiß wie sich Springerstiefel anfühlen können. Und trotzdem trat ich damals als das passierte und auch heute noch gegen Zensur an. Safe spaces bringen nichts, die Welt an sich ist kein safe space. Wenn ich die Realität ausblende, ändert sie sich dabei nicht, das tut sie nur, wenn ich sie modelliere.
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