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Der dümmste Spruch des aktuellen Jahrhunderts wird rückblickend wohl sein: "Ich habe doch nichts zu verbergen - die haben sowieso schon all meine Daten" (und daher muss ich nichts ändern.)

Ich wette drauf. ;-)

@kuketzblog :D dass darf ich mir auch anhoeren, wenn ich zu freunden sage, dass ich kein whatsapp mehr habe ob sie nicht einen anderen messenger nutzen moechten. :D Also ich stimme dir vollkommen zu.

@kuketzblog
Den kennen wir alle ;-)
Aber was antwortet Ihr drauf?

@wolf @kuketzblog "Lass mich mal kurz die Fotos auf deinem Handy durchsehen. Und deine letzten Google-Suchen"

@stardenver das entkräftigt ja nicht ohne weiteres die Argumentation, dass Google ohnehinn "alles weiß" und sie deshalb schon aufgegeben haben…

@wolf In der Tat. Das bezog sich eher auf das "Ich habe doch nichts zu verbergen".

@stardenver @wolf @kuketzblog

...also sich mal zusammen die Zeit nehmen und in die (normalerweise aktive) "Web & App Activity" im Google Account gucken kann durchaus ein Umdenken anstoßen.

Wenn man da z.B. jeden Aufruf einer App inkl. Zeitstempel, etc. konsolidiert sieht, wirkt das manchmal mehr als Worte.

Das unterstützt immer noch die Aussage "die haben ja schon alles", aber die wenigsten sind sich bewusst, was dieses "alles" bedeutet.

@wolf @kuketzblog Edward Snowdens Antwort zitieren. Wirkt aber auch nicht oft in einer Zeit, in der das Vertrauen in Staaten sinkt und das in Tech-Konzerne steigt.

@wolf
"Kann ich bitte den Zugang zu Deinem Haupt-Mail-Account haben?"

Oder ich zitiere Edward Snowden.

@kuketzblog

@wolf @kuketzblog Ich argumentiere gern, dass nicht die Quantität der Informationen sondern viel mehr ihre Aktualität entscheidend ist.
Selbst wenn man bisher alles über sich preisgegeben hat, kann man jederzeit aufhören Updates zu liefern. Lebensumstände ändern sich. Und umso mehr Daten veralten, desto mehr wird das "alles wissen" zu "nichts wissen".
Warum das nicht im eigenen Interesse sein sollte lässt sich nicht so leicht begründen.

Hilft meist trotzdem nicht.

@wolf @kuketzblog @quantumwave @toaskoas Das ist doch irrelevant sobald sie keine "macht" über einen haben.
Also heißt es so oder so unterstützt die (Datenschutzfreundliche-)Konkurrenz erzählt anderen das sie (unrechtmäßig) all eure Daten haben und sich etwas ändern muss.
Außerdem scheinen die Algorithmen nicht wirklich mit System Aussteigern zu rechnen bereits nach zwei Wochen oder wenigen Tagen mit Trackblocker und ohne Google als Suchmaschine(und evt. einpaar gelöschten (Werbe-)Daten) "kennt" einen gefühlt keine Werbung mehr und die Meisten Blasen zerplatzen (hab ich zumindest so erfahren und das war vor invidious, nitter und co.).

@wolf @kuketzblog Bspw.: das dachten sich auch die Juden Anfang letzten Jahrhunderts in den Niederlanden, als sie die Administration ihre Religionszugehörigkeit registrieren ließen - ist ja nicht schlimm. Dann kamen die Braunen und machten sich diese Daten zunutze. >> Private Daten schützen, öffentliche Daten nutzen.

@wolf
Dass der Schein trügt. Ein einzelner Wassertropfen sieht harmlos aus. Viele Wassertropfen zusammen können dagegen einen reißenden Fluss bilden. Es landen zu viele Daten bei großen Firmen, die damit ihr Geld verdienen. Landen diese Daten in den falschen Händen, kann damit großer Schaden angerichtet werden. Statt zu resignieren, liegt es an jedem einzelnen von uns, verantwortungsbewusst mit unseren Daten umzugehen. Wir gestalten damit unsere Zukunft mit und die unserer Kinder.
@kuketzblog

@kuketzblog > Aber was antwortet Ihr drauf?

Ich würde dann mal nachfragen, ob ich mir die Kontoauszüge anschauen darf.
@kuketzblog > Das schlimme ist doch, das sie wohl tatsächlich sowieso schon alle meine Daten haben...

Das kommt ganz darauf an, wie man sich offline und online bewegt. Ein Handy muss z.B. nicht immer im Mobilfunknetz sein, sondern nur dann, wenn man jemanden anruft oder kurz im Internet was nachschauen möchte. Schon fallen einige Bewegungsdaten weg.

@kuketzblog
In diesem Zusammenhang möchte ich alle, welche ihn noch nicht kennen, auf den empfehlenswerten, von Mike bereits in seinem Blog erwähnten Dokumentarfilm "Nothing to Hide" aus dem Jahr 2016 hinweisen:
kuketz-blog.de/dokumentarfilm-

@kuketzblog mein Chef sagt immer: "Geh doch zurück zu und Co... die haben eh schon alles von dir"

@kuketzblog
und wenn ich gezielte Werbung zu meinen Bedürfnissen bekomme, ist das doch praktisch.

@echtInformiert
Habe das schon gemerkt mit dem Zitat.

Neulich gehört:

"Mein Freund gibt immer wieder mal falsche Daten ein, um die Datensammler durcheinanderzubringen."

Da war wieder klar, dass kaum einer weiß, was Metadaten sind.

Oder wechselt der Freund z.B. alle drei Wochen seine Arbeitsstelle, um keinen festen Arbeitsweg zu übermitteln? Schlägt er absichtlich Haken? Geht er unterschiedlich schnell?

Unter "Daten" wird eigentlich immer verstanden: "Das was ich aktiv eingebe".

@echtInformiert @kuketzblog Bei DuckDuckGo z.B. bekommst du die doch sogar Datenschutz konform es geht alles nur Google und co wollen evt. einfach nicht unsere Rechte akzeptieren.

@echtInformiert @kuketzblog und wie gesagt es geht auch um Entscheidungsfreiheit aber das sowas wie eine Werbe ID on default und ohne info an ist ist Menschenrechtsverachtend.

@kuketzblog Ich warte noch auf den Super-Daten-GAU aufgrund der vielen, gesammelten, personenbezogenen Daten. Aber er ist leider noch ausgeblieben. Wievielen *Privatpersonen* hat ein Datenleck konkret bisher geschadet? Sind das "nur" viele Einzelpersonen, dass das nicht so bekannt wird? Ich habe z.B. noch von keiner konkreten Auswirkung auf Personen wegen des Buchbinder Datenlecks gelesen, jemand anderer? Ich warte echt darauf, dass so - 1/2

etwas passiert. Also eine schädliche Auswirkung auf viele Privatpersonen. Um vor Augen führen zu können, warum man was verbergen können darf. @kuketzblog - 2/2

@mk
(+1)
Darauf warte auch ich - praktisch täglich. Schleierhaft ist mir, dass man im Freundes- und Bekanntenkreis diesbezüglich kaum was (eigentlich gar nichts) hört. Denkbar ist aber, dass Betroffene zum einen eine gewisse Verschwiegenheit wahren (weil sie sich schämen) und zum anderen vielleicht auch gar nicht gemerkt (verstanden) haben, dass der Vorfall damit unmittelbar zusammenhängt.
@kuketzblog

@kuketzblog Ich frag solche Leute dann immer, ob ich mal ein bisschen auf ihrem Smartphone/Tablet rumschnüffeln darf...😜

@kuketzblog
Hat jemand Erfahrung, welche Argumente hier am ehesten zum Nachdenken anregen, im Idealfall sogar wachrütteln?

@Kuxius
Ich habe es mit einem Sketch versucht. Eine Freundin, A. schickte mir einen Link zu den Daten einer Fahrradtour, die sie über ihr Fitnessband auf einen Server geladen hatte. Die Kenntnis der URL genügte, um die Seite zu sehen, mehr noch, ich konnte ausgehend von dieser Seite sehen, was A. in den letzten drei Wochen an Sport getrieben hatte: die Strecken, Uhrzeiten, die Pausen, die Geschwindigkeit, die Vitalwerte, ....
Ich machte daraus einen Sketch.
Fortsetzung folgt
@kuketzblog

@Kuxius
... Ich übernahm die Rolle ihrer Krankenkasse: "Also Frau A. das gefällt uns aber überhaupt nicht, Ihr Bludruck war doch gestern viel zu hoch für Ihr Alter und letzte Woche haben Sie ja überhaupt keinen Sport gemacht. Die Pause am Tegernsee im Biergarten bei der Radtour vor zwei Wochen war vielleicht doch etwas lang, ...... Unter diesen Umständen können wir die Kosten für ihre anstehende Heilbehandlung leider nicht übernehmen. " 🤔
Das hat echt gewirkt.🏃‍♀️
@kuketzblog

@sibylla @Kuxius @kuketzblog
Mir gefällt in diesem Zusammenhang am Besten eine von Snowdens Antworten: "Arguing that you don't care about the right to privacy because you have nothing to hide, is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say."

@kuketzblog
Na ob das Rückblickend überhaupt noch verstanden wird? Vielleicht sind das Bewusstsein für Privatsphäre und überwachungsfreies und halbwegs selbstbestimmtes Leben bis dahin schon längst von einem alldurchdringenden Überwachungskapitalismus verdrängt worden?

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