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Morgen startet mein dreitägiger Linux-Einsteiger-Kurs. Diese laufen eigentlich nach dem „Sieh mal, unter Linux brauchst Du erst mal gar nicht viel anders machen“-Abhole-Prinzip.

Es juckt mich aber ungemein, es diesmal andersherum zu machen und mit einem finsteren schwarzen Terminal einzusteigen.

Das ist zwar nicht soft, aber alles was dann kommt angenehmer und vor allem selbst erarbeitet ;)

@m_b Einsteiger oder Umsteiger?Der Umsteiger will an sich erst mal gar nichts mit dem Terminal zu tun haben ( andere nur User auch nicht) von daher könnte das natürlich auch abschrecken

@genista
Das ist der Punkt. Freie Software ist kein Produkt, das sich zwingend attraktiv machen und werben muss, es zu nutzen.

Es sind Werkzeuge, die man nutzen darf.

Wenn ich mit der Haltung herangehe, die Software müsse mich überzeugen, bin ich im kommerziell trainierten Konsum-Modus. Das ist die falsche Haltung. Die nützt weder der Entwicklung der Freien Software, noch mir selbst.

Wer nicht arbeiten sondern bedient werden will, soll kaufen gehen. ;)

@m_b okay ... da haben wir halt verschiedene Sichtweisen.
Ich denke das es den Menschen leicht gemacht werden soll, das Interesse kommt dann schon von selbst. Wenn ich daran denke wie viel Überwindung es mich damals gekostet hat das Terminal zu benutzen und den Vorteil darin zusehen und das obwohl ich in einer Zeit begonnen Habe wo man noch Dos nutzte.

@genista Ich würde sie doch nicht allein lassen, sondern führen.

@m_b ich verstehe absolut wo du hin willst bzw. was deine Idealvorstellung ist und ich finde die auch gut nur wie du schon sagst USK 6 😂

@genista
Ich finde es nur ehrlich, nachhaltig und konstruktiv, wenn man so einen Kurs dazu nutzt, den Leuten endlich mal klar zu machen, dass ein Computer keine eindimensionale Kaffemaschine ist, sondern ein nichtlinearer Chaosgenerator.
Und dass all die Versprechen von Leistung und Fehlerstabilität nur Marketing sind und ich am Ende sowieso lernen muss, wenn ich damit arbeiten möchte.

@genista Da die Anwender*innen aber in der Regel gewohnt sind, dass ihnen von Herstellern und Produkten nicht mehr zugetraut wird als USK 6, werde ich mich auch wieder gefühlvoll darauf einstellen. ;)

War nur eine schöne Vorstellung, die erschrockenen Gesichter zu sehen, wenn wir die Kreuzfahrt im Maschinenraum beginnen und nicht im Tanzsaal.

@m_b
Du kannst ja vielleicht wenigstens mit dem Grub-Menü bei Dualboot-Systemen anfangen. Die Optionen sind überschaubar und hinterher startet etwas :D
@genista

@johannes @genista
War erstmal nur Kopfkino.
In Zukunft werde ich aber in diese Richtung orientieren – weg von Gefälligkeit, hin zu Konstruktivität.

Guter Sil und schicker Auftritt kommt durch eine gepflegte Arbeitsumgebung von ganz allein.

Anstelle andauernd in den schicken Laden anderer zu gehen, kann ich auch lieber mal mein Büro/ meine Werkstatt aufräumen.

Wie im richtigen Leben. ;)

@m_b Finde ich gut: Linux ist das Terminal. Wer Linux nutzen will, kommt nicht drumrum.
Wer FOSS nutzen will, muss dafür nicht auf GNU/Linux umsteigen: LO, VLC, FF etc. gibt's alles für Win&Mac.
Wer trotzdem unbedingt GNU/Linux will, muss bereit sein, zu lernen und akzeptieren, dass viele Dinge jetzt sehr anders sind, als unter Windows. Wer das nicht will, sollte kein GNU/Linux verwenden.😉
Alternativen wäre nochChromebook oder Android mit Linux-Kern.
@genista

@m_b Bei der Kielux hatte ich ähnliche Überlegungen gegen Endes meines Vortrags 'Linux hat gewonnen und ist überall' gemacht:
git.fsfe.org/christian.imhorst

@genista

@datenteiler @genista
Meine Erfahrung ist, dass man am besten mit offenen Karten spielt, wenn man was gemeinsam erreichen will.

Ich habe mich dagegen entschieden, mich weiter an den vorhandenen Klischees und Gewohnheiten abzuarbeiten.

Das nützt weder mir, noch der Freien Software, noch den Leuten.

@datenteiler @genista
Mein Blick geht nach vorn. Mein Anliegen ist es nicht, Vergleichbarkeit herzustellen, sondern zu schauen, wie ich anstehende Aufgaben und neue Ideen mit Hilfe Freier Software umsetzen kann.

Dass das geht, mir nachhaltig nützt und viel Mehrwert auch jenseits der finanziellen Ebene hat, habe ich erlebt. Das kann ich weitergeben.

An den Marketingschatten anderer mag ich mich nicht orientieren.

@datenteiler @genista
Aus meiner Sicht hat Freie Software eine wichtige Katalysatorfunktion in der Zukunft. Dazu finde ich es sinnvoller, vor allem die Arbeitsweisen damit zu vermitteln, nicht allein die Werkzeuge.
Wenn sich in den Abläufen Konsistenz und vor allem Erfahrung einstellt (und damit individuell Erfolg), öffnet sich erst das ganze Spektrum, das Freie Software entfalten kann.

Im Moment wird das strukturell noch sehr behindert. Aber das lässt sich doch ändern!

@m_b Sehe ich auch so. Irgendwann kommt der Punkt, wo was nicht funktioniert, wie es soll (Fotobuch, Zeugnissoftware, Spiele etc.). Entweder hat man dann die intrinsische Motivation mit GNU/Linux weiterzumachen, weil man die Vorteile sieht, oder man lässt es. Mittlerweile will ich keinen überzeugen. LibreOffice ist da, ist super, unterstützte ich, egal welches OS. O365 sollen sie halt bezahlen und mit glücklich werden, supporte ich nicht.
@genista

@datenteiler @genista Ich habe Deinen Vortrag bei der Kielux gesehen – klasse!

@datenteiler Vielen Dank Dir für das viele Engagement! Leute zu erleben, die souverän und offen aus eigener Praxis erzählen und ihr Wissen und Können teilen, ist ziemlich cool.

@m_b Als ich seinerzeit von DOS umgestiegen bin, fand ich die Konsole gar nicht so schlimm.

Gewöhnungsbedürftig waren hauptsächlich die anderen Befehle ("find" macht unter DOS was ganz anderes als unter Linux), und die Syntax, wobei sie command.com deutlich überlegen ist.

Und eine brauchbar konfigurierte verzuckert den Umstieg.

@mehdorn
Zuviel Zucker ist gar nicht gut. Macht dick, abhängig und man verliert Biss.
😂
Ich habe *früher* noch anders gelernt: Wenn man etwas wollte, musste man sich mühen – von Grund auf, zu Fuß.
Dass man heute sofort loslegen kann, weil die Werkzeuge und Materialien frei stehen, ist mega cool. Das Tun damit muss man trotzdem teils mühsam lernen.
Alles andere ist Konsum und Show.
Lernen kann aber auch Spaß machen. ;)

@m_b Interessanter Ansatz! Die Kommandozeile ist sehr mächtig und man kann mit wenigen Befehlen viel und auch noch schneller erreichen.als mit einem fertigen GUI ! Vor allem, wenn die Applikation das nicht ootb bietet.
Am besten ein beeindruckendes Beispiel zum Einstieg heranziehen und zeigen, dass man dadurch nichts (oder nur wenig) falsch machen kann, schon gar nicht das System ruinieren. Solange man als normaler user arbeitet.

@grauzone Ganz genau. Als plakative Beispiele nehme ich – verteilt im Kurs – z.B. Dateimanagement, Datensicherung ImageMagick, Pandoc (damit es für die Optiker was zu sehen gibt. ;) )
Aber alles in behutsamen Portionen. Es soll die Leute abholen mit für sie nachvollziehbaren Anwendungsfällen.

@m_b
Bur rein aus Interesse. Wo machst / bietest Du die Kurse an?

@phanthomas Der Kurs ab morgen läuft an der Medienanstalt in Halle (Saale). Ich konnte vor einigen Jahren das Eis dort brechen (mit Blender). Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe Kurse mehrerer Leute im Programm zu Freier Software. Parallel gibt es aber auch die volle Breitseite der kommerziellen Anbieter.

Kurse mache ich aber auch an anderer Stelle. Immer mit Freier Software – den Luxus leiste ich mir.

Der Admin dort bekommt immer graue Haare, wenn der Linuxkurs ansteht.

@phanthomas Wenn man sich die Programme der Bildungsträger und -Anbieter ansieht, ist das Angebot an Kursen zu Freier Software sehr übersichtlich.

Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Dort sieht man die Strukturen der letzten Jahre, nicht die Zukunft. ;)

@phanthomas Problematisch ist aus meiner Sicht nicht so sehr, dass Freie-Software-Kurse angeblich so wenig nachgefragt werden oder gar nicht im Angebot sind.

Viel blöder ist, dass es zu wenig Leute mit solider Berufserfahrung mit Freier Software im Anwenderbereich gibt, die überhaupt als Schulungs-Personal zur Verfügung stehen.

Wenn ein MS Office-Kurs von Bildungsfirmen mal eben so zu einem LibreOffice-Kurs umgewidmet wird, um auch diese Nachfrage noch abzufischen, ist das kontraproduktiv.

@m_b
Danke für die ausführliche Erklärung. Auf der Arbeit habe ich erreicht, dass wir Inkscape nutzen dürfen.

Aufgrund von unserem Bildungsprogramm haben Sie mich dafür auf eine Schulung geschickt. War bei einem großen Anbieter der vor allem nicht freie Software schult. War anfangs skeptisch.

Aufgrund von zu wenig Teilnehmern fand eine 1:1 Schulung statt. Der Dozent konnte mir zwar nicht mehr viel zeigen, aber er war echt super und hatte viel Ahnung. Geht also auch anders. :-)

@phanthomas Ich arbeite seit über 10 Jahren beruflich mit Inkscape. Mittlerweile sind viele Signets, Drucksachen, Produktentwürfe, Konstruktionszeichnungen … damit entstanden.
Für Außenstehende ist die Formulierung interessanter „Ich habe damit mein Geld verdient.“. ;)

@phanthomas Danke auch für die Rückmeldung. Mich interessiert sehr, wie es woanders läuft.

@phanthomas Wenn der Dozent nicht mehr viel zeigen konnte, macht mich das sehr skeptisch. ;)

@m_b
Er konnte schon noch was zeugen, aber eben wenig. Ich kannte mich damals schon gut mit Inkscape aus. Dafür kann der Dozent nichts.

Wenn dann muss man eher die Schulungspraxis bei uns auf der Arbeit kritisch hinterfragen. Ist in dem Bereich manches etwas seltsam.

@m_b

Finde ich gut den Ansatz, denn am Ende landet man da und da braucht man auch niemanden etwas vorzumachen.

@ybaumy Danke!
Ich möchte, dass die Leute nicht nur den Sessel wechseln, sondern mit an die frische Luft kommen. ;)
Es gibt doch so viel zu entdecken.

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