Unbeeindruckt von den Themen der Zeit geht die Natur ihren Gang. Ihr ewiger Rhythmus kümmert sich nicht um die Menschheit und ihren Aufregungen. Kurz vor dem Ende noch ein Feuerwerk an Farben, bevor die Winterruhe einsetzt.

Die Büros sind verlassen, die Autos fort. Die beleuchtete Fassade des Parkhauses gibt den Blick auf die leeren Parkdecks frei. Neonröhren und Asphalt. Auf der gegenüberliegenden Bahntrasse fährt ein Zug vorbei, dann kehrt wieder Ruhe ein.

Der Platz atmet Funktionalität. Zwischen den großen, modernen Zweckbauten entlanggehend steht man auf einmal auf einer freien Fläche. Hier sollen Menschen in Seminar- und Kongresspausen erholen können. Betonwürfel schaffen Sitzgelegenheiten und dienen als Befahrschutz. Ein Rollerfahrer freut sich am glatten Bodenbelag. Am Rand des Platzes ertönen spanische Gesprächsfetzen und das Lachen von Frauen. Die Stimmung ist entspannt.

Auf einer Verkehrsinsel gelegen, umbrandet von einer vierspurigen Bundesstraße und unmittelbar an den Schienen der Stadtbahn, steht das Hochkreuz wie ein Bote aus einer anderen Zeit. Zwischen Augenklinik, Fitnessstudio und Tankstelle ausharrend ist die gotische Votivsäule aber bloß eine Kopie, das Original aus dem Jahr 1333 steht schon lange im Museum.

Es ist kalt geworden. Im Hotelrestaurant sitzen die Gäste beim Abendessen. Vom nahen Godesberger Bahnhof weht eine Ansage hinüber, ein Regionalexpress fährt quietschend ein. Die hohen Fenster in den Gründerzeitbauten beleuchten die Straßen des Villenviertels, vereinzelte Passanten eilen mit Einkaufstaschen nach Hause.

Die umgebenden Büros sind leer, die Straße zwischen den Gebäuden auch. Das Praktische verabschiedet sich allmählich und lässt Platz für Ruhe und Einkehr. Im orangenen Licht der Laternen wirkt das gelbe Laub wie aus einem monochromen Gemälde.

Blick über die Ludwig-Erhard-Alle auf den Post-Tower. Mit 162,5 Metern das höchste Gebäude der Stadt und Machtdemonstration eines Daxkonzerns, ist der Tower ein Wahrzeichen des neuen Bonns geworden. Aus den Veranstaltungsräumlichkeiten dringt gerade leise Beethovens Neunte herüber, als wäre es der Klischees noch nicht genug.

Im leichten Regen glänzt das Kopfsteinpflaster im Innenhof der Pauluskirche. Hinter den Fenstern brennt noch Licht. Unter dem Glockenturm stehend ein kurzer Blick die menschenleere Straße hinunter, bevor es weitergeht.

# smartography

Regen zieht über das Land. Die Straßen glänzen im Licht der Laternen, gelbes Laub klebt auf dem Asphalt. Die Hochkreuzallee ruht vom Tageslärm, der endlose Strom von Autos ist versiegt.

Viele Lichter schmücken an Allerheiligen den Südfriedhof. Die Luft ist geschwängert vom Geruch nach Öl und Wachs. Etwas abseits, kaum mehr als ein Schemen in der Dunkelheit, steht eine Statue über einem Grab, die Hand zu einer ewigen Geste erhoben.

Blick über den Rhein in Richtung Bonner Bogen. Das Wasser fließt dunkel dahin, die meisten Schiffe haben schon angelegt. Im Hintergrund, vor der Schwärze des Himmels schemenhaft zu erkennen, liegt das Siebengebirge.

Einer der vielen schmalen Durchgänge in Friesdorf, die die Spaziergänge dort so reizvoll machen. Zwischen den alten Häusern und Gärten führen diese Wege häufig unbeleuchtet entlang, und für die kurze Dauer des Durchlaufens wirkt die Umgebung wie aus der Zeit gefallen.

Später Abend im Margarineviertel. Autos stehen dicht an dicht am Straßenrand. An der Ürziger Straße gestattet eine Parklücke die Sicht auf das dahinterliegende Gebäude.

Am späten Abend ist die Konrad-Adenauer-Brücke nicht mehr viel befahren. Der Berufsverkehr ist zum Erliegen gekommen, aus dem Tunnel ertönt das Rattern der Stadtbahn auf dem Weg nach Bad Honnef, bevor sie den Rhein überquert.

Den unbeleuchteten Weg vom Südfriedhof kommend, liegt die Bernkasteler Straße im Licht der Straßenlaternen dar.

Mond über der Sankt-Augustinus-Straße. Die Silhouette des Siebengebirges auf der anderen Rheinseite ist hinter den Häusern und Bäumen zu erahnen. Rechts, knapp außerhalb des Bildes, thront die alte Godesburg über der Stadt.

Die Erlöserkirche an der Rüngsdorfer Straße, Ecke Friedrichallee. Gegenüber sitzen die Leute noch draußen vor dem Lokal, aber das Laub liegt schon auf den Straßen.

Der kleine Supermarkt an der Südstraße mit zugehörigem Schnellrestaurant. Der Mond steht schon am Himmel, während die Mitarbeiter die Obst- und Gemüsekisten hereinholen. Feierabend liegt in der Luft. Mitten im Godesberger Gewerbegebiet kündigt die Schließung des Supermarktes den Wechsel vom geschäftigen Treiben an. Die Nacht hat schon ihre Finger ausgestreckt.

Show older
Mastodon

The social network of the future: No ads, no corporate surveillance, ethical design, and decentralization! Own your data with Mastodon!