In meinem privaten Umfeld gibt es gerade zwei schwere -Verläufe.

Der eine ist nach Wochen auf der Intensiv ein körperliches Wrack. Schwere Lungenschäden und "das wird auch nicht mehr".

Der andere kam gestern auf die Intensiv, Überlebenschance schlechter als 50:50.

Beide Anfang 30 und nicht geimpft. Neben den persönlichen Tragödien leiden auch Arbeitgeber und die Allgemeinheit.

Und das wegen zwei Pieksen ohne Nebenwirkungen. Selbst ein einziger Pieks hätte es wohl schon verhindert.

@sturmflut
Ich finds ja äußerst interessant, wie die Meinungen (und nicht das Wissen) so verteilt sind.

Ein Freund ist massiver Impfgegner und glaubt an Homöopathie.
Eine Ärztin hier glaubt auch an Homöopathie (ganz massiv), ist aber überzeugte Impfbefürworterin.
Ich halte von Homöopathie überhaupt nix und bin überzeugter Impfbefürworter.
Fehlt nur noch eine Impfgegnerin die von Homöopathie auch nix wissen will.

Dann ist schön durchpermutiert.

@jakob
@wuffel

Und dann kenne ich noch jemanden, gar nicht esoterisch, auch keine Impfgegnerin oder so - und zu meiner Überraschung nicht geimpft. Tatsächlich aus Angst. Und sie kennt auswendig alle Fälle, wo das mit Impfungen eben auch mal weniger schöne Nebenwirkungen gab, so wie jemand mit Flugangst alle Unfälle kennt.

Ich kann ihr da nur meine eigene Risikoabschätzung geben... Aber es scheint wirklich nach wie vor Aufklärung zu brauchen.

@sturmflut

@phil_s @sturmflut @wuffel ich hab leider viele Eso-gläubige und Homöopathie-Jünger und Jüngerinnen im Umfeld...
Und wenn ich ihnen die Argumente vorbringe "Ja, du hast jetzt von 3 Fällen gehört, wo die Impfung nicht glimpflich vorüberging und trotz Impfung ein Impfdurchbruch mit Long-Covid war. Aber alle Fälle, wo es problemfrei zugegangen ist, kennst du NICHT. Daher fürchtest du dich vor der Impfung, weil dein Sample zu klein und selektiv falsch in der Aussage ist.
Bei der Homöopathie ist es bei dir genau umgekehrt. Du kennst 20 Fälle, wo Homöopathie geholfen hat. Und dein Homöopath auch. Aber die tausenden Fälle, wo Homöopathie NICHT geholfen hat, kennst du nicht. Daher ignorierst du sie auch.
Deshalb sind groß angelegte Studien mit tausenden Teilnehmern und möglichst doppelblind und randomisiert viel aussagekräftiger über das, was wirkt, oder wovor du dich wirklich fürchten solltest, und nicht dein kleines und selektives Sample" ernte ich bloß Schweigen... als einzige Reaktion.
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@jakob
Ja. Bei dem Fall, den ich meinte, sind es schon Fälle, die zeigen, dass auch Impfungen mit einem Risiko verbunden sind. Z.B. Schweinegrippe (Schlafkrankheit) oder Polio in der DDR.
Nur, wenn ich ohne Impfung Covid quasi garantiert bekomme und dann eine 5% Wahrscheinlichkeit habe zu sterben, dann ist die Risikobewertung schon eindeutig. Aber erklär jemandem mit Flugangst die Ststistik.
@sturmflut @wuffel

@phil_s
Flugangst ist eigentlich ein gutes Stichwort...

Die meisten Leute mit Flugangst bekommen Panik beim Gedanken ans Fliegen und rationalisieren die mit irgendwelchen Katastrophenszenarien.
Die sind weit hergeholt, aber die Panik ist real, so wie Klaustrophobie, Höhenangst oder Arachnophobie (hab ich selbst ein bißchen): Ich weiß, dass europäische Spinnen mir nix tun, aber ab einer bestimmten Größe helfen Argumente nicht, denn das Problem liegt woanders.

@jakob @sturmflut @wuffel

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