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Thread: Mit möglichen ersten Bußgeldern gegen Unternehmen und Verlage wegen Werbetrackern kommen Befürchtungen, dass nun die Pressefreiheit in Gefahr ist.
twitter.com/sayho/status/11713

Was an dieser Argumentation falsch ist: Die Gefahr ist mit Google und Facebook viel größer.

Zunächst liegt das Problem gar nicht daran, dass Werbung ohne Einwilligung nicht möglich ist.

FB und Google kriegen es einfach nicht hin, rechtskonform zu tracken, z.B. mit Betroffenenrechten, Transparenz und einer eindeutigen und überschaubaren Menge an Drittempfängern. Wenn alle Websites rechtskonforme Werbung hätten, wären die Einnahmen auch nicht unbedingt geringer. Tatsächlich denken manche Vermarkter über eine Rückkehr zur nichtprogramatischen Werbung nach, die hat vorher ja auch funktioniert.

Und die Gefahren für Demokratie und Pressefreiheit sind mit einer ständigen Überwachung des Leseverhaltens viel größer, das hat Cambridge Analytica gezeigt. Am absurdesten ist aber das Argument, dass Fakenews steigen, wenn Werbetracking eine Einwilligung braucht. Als würden die Fakenews-Leser gezielt nach einwilligungsfreien Portalen suchen. Die Wahrheit ist doch: sie kommen über Social-Media dorthin.

Und jetzt mal überlegen, wo das ganze Werbegeld aus den disruptiven und datenschutzwidrigen Methoden hingeht? Spätestens hier wird klar: Das Problem mit den großen Tech-Firmen ist nicht nur eines mit Datenschutz, sondern viel grundsätzlicher ein Problem von Macht und Monopol, was offenbar direkt zu verantwortungslosen Geschäftsmethoden führt. In so einer Umgebung die Pressefreiheit pflegen zu wollen, ist grotesk.

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