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Die Datenschutzbehörden treffen sich seit Monaten mit deutschen Verlegern, um das Werbetracking auf Nachrichtenseiten rechtskonform zu gestalten. Bisher war das "eher enttäuschend", sagt ein Bericht von heute. Aber jetzt kommt wohl die Einwilligungslösung. netzpolitik.org/2020/datenschu

@rufposten Ob das so wird wie bei ? Entweder du schluckst das Tracking unangemeldet oder du legst ein Konto an und wirst darüber getrackt?

@nexusplasma Ja, das kommt jetzt, es war absehbar. Der Werbemarkt ist den Verlagen weggebrochen und ein Unternehmen kann nicht dauerhaft etwas verschenken. "Daten oder Geld" ist insofern ein faires Angebot, da die Nutzer endlich klar verstehen, dass sie mit ihren Daten zahlen. Aber wie ich auch schreibe: Wir würden uns alle etwas anderes wünschen.

@rufposten @nexusplasma Wie heißt es so schön, guten Journalismus gibt es nicht umsonst. Und das ist nicht böse gemeint.

@Linuxkumpel @rufposten Die Lösungen, die der "Qualitätsjournalismus" anbietet, sind aber leider unbrauchbar, wenn ich mir meine Nachrichten aus ca. 150 Quellen zusammenstelle. Ich kann ja nicht auf 60 Webseiten ein Abo abschließen oder am Tag 50€ für einzelne Artikel bezahlen. Dann werden halt nur noch per RSS angebotene Teaser konsumiert oder einzelne Quellen aus der Liste gestrichen...

@nexusplasma @Linuxkumpel Ich sehe das Problem, aber halte einfach mal dagegen, dass ich und viele andere Kollegen mit sehr hohem Einsatz daran arbeiten, dass der Journalismus überhaupt noch stattfindet. Manchmal 10 Tage für 350€. Jetzt sagst du: "Ich informiere mich nicht mehr, weil ich nicht 60 Abos zum Preis von einem bekomme". Ja was soll ich da sagen? Tut mir leid, ich kann nicht mehr tun. Ich hoffe nur, dass es nicht alle so machen, weil unabhängige Presse wichtig für die Demokratie ist.

@rufposten @Linuxkumpel Tja, auch meine Finanzen sind endlich. Und da es für mich nach aktuellem Geschäftsmodell der Presseverleger nicht möglich ist, 500€ im Monat für 50 Angebote zu bezahlen, weil jeder sein eigenes Süppchen meint kochen zu müssen, muss ich diese von meiner Liste streichen, das ist schlicht nicht finanzierbar.

Ich bezahle 20€ im Monat für GEZ und habe damit noch so um die 50 Quellen wie MDR,WDR,SWR,HR,Tagesschau,heute usw., dann muss dies eben ausreichen.

@Linuxkumpel @rufposten Gutes Beispiel, und die kriegen es ja hin: als Teil des RBB und damit finanziert aus dem Rundfunkbeitrag schaffen sie es, zig Regionalsender, Radios etc. zu betreiben und guten Journalismus zu machen, bei gutem Gehalt. Ich zahle (gerne) einmal meinen Obulus und habe dann die Auswahl zwischen ganz vielen Angeboten.

So lange es die restliche Presse nicht schafft, auch ein solches Angebot aufzusetzen, wird sie im Schatten der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

@rufposten Und wer glaubt, dass ich, nachdem ich gegen Geld eingeloggt bin, dann nicht getrackt wird, was ich mir anschaue, der glaubt auch an den Weihnachtsmann... 🙄

@rufposten
Ein Problem sehe ich darin, dass beim Bezahlvorgang ja zunächst noch weitere Daten erhoben werden. Wie wird denn garantiert, dass die Alternativen tatsächlich Daten oder Geld sind und nicht Daten oder Geld und noch mehr Daten? Eine (überprüfbare) Garantie, dass bei Bezahlung tatsächlich keine Daten mehr gesammelt werden, könnte vielleicht mehr Leser dazu bewegen, für guten Journalismus zu bezahlen.
@nexusplasma

@snm @nexusplasma Ja, das sollte sich mal ein unabhängiger investigativer Journalist genauer anschauen. Nur von was soll der leben? :mastostuck_out_tongue_winking_eye:

@rufposten
@kuketzblog

Ja, Dr. Brink hat das heute in Karlsruhe auf der Ka-It-Si Veranstaltung auch erwähnt. Er geht von einem zähen Ringen aus, da es das Geschäftsmodell der Online Presse empfindlich trifft.

@rufposten Es ist schlimm,wie lange sich das alles schon hin zieht und noch schlimmer,wie unbeschadet die Verlage das wahrscheinlich ueberstehen werden 😢 Die DSGVO gilt nicht erst seit gestern,sondern seit Monaten.Es ist nachgewiesen,dass monatelang mit Absicht dagegen verstossen wurde,also sollte es jetzt ordentliche Strafen geben,auch wenn man plant,etwas zu aendern.Und dass man erstmal mit den Verlagen verhandelt,anstatt geltendes Recht durchzusetzen,ist auch falsch.Komischerweise macht man das nie,wenn es zum Nachteil der Allgemeinheit und zum Vorteil der Verlage ist,siehe Uploadfilter,Leistungsschutzrecht und so weiter 🙄

@nipos Ja, das hat viel zu lange gedauert. Aber verhandelt wird da nicht, soweit ich Einblick habe konnten/sollten die Verlage Vorschläge bringen und die Behörden prüften die. Die Behörden haben dagegen immer betont, dass sie lieber mit Unternehmen Lösungen suchen als nur Strafen rauszuhauen, und ich finde das für den Datenschutz auch effektiver. Gerade wenn es um solche langfristigen Änderungsprozesse geht. Aber ja: es hat zu lange gedauert.

@rufposten @nipos

Solche "Schonlösungen" wären in den ersten Wochen der DSGVO angebracht gewesen. Jetzt gilt sie schon eine Weile und es muss m.M.n. mit voller Härte gegen ungefragtes Tracking vorgegangen werden. Nur so kann man allen Website-Betreibern klarmachen, dass es kein Spaß mehr ist und dass es jeden jederzeit treffen kann.

Außerdem muss der ignorante, "Datenschutz-genervte" Bürger auch mal sehen, wofür DS-Gesetze eigentlich gut sind.

@nipos Man darf außerdem nicht vergessen, dass es viele Datenschützer gibt, die der Meinung sind, man hätte das Problem erstmal bei den Verursachern (also Google Facebook und der Ad-Tech-Branche) angehen müssen. Ich sehe das nicht so, aber die Seite hat auch gute Argumente.

@rufposten
@nipos

Das ist richtig. Das Problem ist, dass viele europäischen Länder, insbesondere Irland, aus verschiedenen Gründen kein Interesse an der Durchsetzung der DSGVO haben. Daher hätte auch ein EU Beschluss zur Sanktionierung einer untätigen Landesbehörde keine Aussicht auf Erfolg. Das hat Dr. Brink gestern auf einer Veranstaltung in Karlsruhe auch so öffentlich gesagt.

@rufposten Ich sehe das durchaus auch so,dass man ganz dringend gegen Google und Facebook und viele andere Datenkraken vorgehen muss.Aber da passiert ja ueberhaupt nichts.Die haben alle ihren EU Sitz in Irland,wo es ziemlich schwierig zu sein scheint,die DSGVO durchzusetzen.Wer sich aber dazu entscheidet,mit solchen Firmen zusammenzuarbeiten,obwohl das eindeutig illegal ist,was die machen,der sollte sich auch nicht so einfach rausreden koennen.Wenn eine Privatperson das aus Unwissenheit auf der Privatwebseite macht,ok,kann passieren,ein freundlicher Hinweis reicht.Aber die Verlage verstossen ja im grossen Stil und mit voller Absicht gegen die DSGVO.Von der Verantwortung koennen sie sich auch nicht befreien.

@rufposten @nipos

Die Hauptverursacher kann man nicht durch Datenschutz-Bußgelder "bekehren". Die machen einfach weiter - schließlich kann man auch nicht alles von ihrem schmutzigen Geschäft eindeutig nachweisen. Und selbst wenn die eine Strafe zahlen müssen: Die machen das doch locker wieder wett.

Natürlich ist jeder "Schlag" gegen solche Datenkraken begrüßenswert, aber wenn man möglichst schnell und effektiv die Privatsphäre der Nutzer wiederherstellen will, muss man an die "Kleinen" ran.

@Privacy Guide 1984
Doch, die kann man nur über Bußgelder leiden lassen. GDPR sieht Strafen von bis zu 4% des Umsatzes (nicht Gewinn) vor.

https://netzpolitik.org/2019/die-dsgvo-zeigt-erste-zaehne-50-millionen-strafe-gegen-google-verhaengt/

Auch möchte ich auch noch mal auf den Verein noyb (my privacy is not your business)  https://noyb.eu/?lang=de
hinweisen. Der Verein wurde von Max Schrems (EU vs Facebook) gegründet mit dem Ziel Verstöße gegen den Datenschutz vor Gericht auch durchzusetzen. Denn wer als Privatperson würde ein Unternehmen wie Google oder facebook verklagen?
Ich bin in dem Verein bereits Mitglied - Du auch?

@cb7f604332cf39 4% des Umsatzes können schon wehtun, reichen aber definitiv nicht aus, damit z.B. Google wirklich umdenkt und die Privatsphäre der Nutzer achtet. Und wenn schon - ich bin mir sicher, dass die US-Regierung finanziell helfen würde, schließlich haben ja auch die Geheimdienste ein Interesse daran, weiterhin mitlauschen zu können.

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