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Heise hat ein trackingfreies Pur-Abo eingeführt und meinen kritischen Netzpolitik-Beitrag als Referenz verwendet, um wirklich trackingfrei zu sein. Das freut mich natürlich.
heise.de/news/In-eigener-Sache

@rufposten Ich als Heise+ Abonnent fühle mich veralbert aber auf üble Art und Weise und überlege mein Abo wegen Abzocke zu kündigen.

@psychonaut Was die bestehenden Plus-Abonennten betrifft kann ich die Preisgestaltung auch nicht nachvollziehen. Aber unterm Strich, das kann ich als Journalist sagen, finde ich auch sieben Euro im Monat nicht zu viel für eine Nachrichtenseite.

@rufposten @psychonaut
Ich finde das sogar VIEL zu viel! Vielleicht verdienen Journalisten ja auch sehr viel besser, als das in der allgemeinen Wahrnehmung der Fall ist. Wenn Leute aber mehr als nur ein Medium lesen, wird das für die meisten sehr schnell unbezahlbar.
Ich wäre SOFORT bereit, Heise, Spiegel, der SZ, Golem, FAZ, NYT und vermutlich auch einigen anderen 50¢/Monat zu zahlen. Das wäre immer noch sehr viel mehr als die an mir verdienen, wenn ich KEINEN Adblocker nutzen würde.

@rufposten @psychonaut

Alle zusammen kosten derzeit schon 45€/Monat. Für Leute auf ALG-II-Nivau - wovon genau soll man das zahlen? Oh, genau: Sollen die halt doof sterben, richtig? Und das sind jetzt nicht gerade wenig Menschen hier. (Ist das nicht schon fast 1/5 oder 1/4 der Bevölkerung?)

Und alle anderen? Gibt ja auch noch massig mehr Leute, die keine Transferleistungen bekommen, dennoch nur wenig mehr haben und trotzdem mehr als EINE Nachrichtenseite lesen.

Nee, lass mal.

@dagaz @rufposten Ich hatte nach dem das 64er Magazin eingestellt wurde kurz auf Chip gewechselt (waren noch gut damals) und dann recht flott auf CT. Dicker Wälzer einmal im Monat, irgendwann dann alle 2 Wochen etwas dünner. Und letztes Jahr auf Heise+ gewechselt, weil ich Heise für eine der letzten vertrauenswürdigen Instanzen hielt. Es geht mir nicht mal um den Aufpreis auf Pur, sondern um das Prinzip. Ich habe von Heise im Bereich Datenschutz mehr erwartet und bin sehr enttäuscht.

@psychonaut @dagaz
Ich hab mir das noch nicht genau angeschaut, aber was genau ist denn außer dieser Preisgestaltung so enttäuschend umgesetzt? Ich sehe da momentan vor allem die Amp-Seiten.

@rufposten
Heise ist für mich eine wichtige Instanz im Kampf um Datenschutz und Security. Ich erinnere mich an PGP Signier-Treffen etc. Alles von Heise initiiert. Heise kann gerne mal den Zeigefinger in solche Datenschutzlücken legen und darauf aufmerksam machen. Aber selber daraus ein Geschäft machen?

@dagaz

@rufposten Ein Geschäft mit explizit dem Abschalten von Tracking?
Ich habe ein allumfassendes Abo? Nein. Tracking wurde irgendwann aktiviert und jetzt soll ich zahlen, um es zu deaktivieren. Das sind für mich ganz üble Methoden. Ich hätte nichts gesagt, wenn das Plus Abo etwas teurer wird und Heise sich entschuldigt. Aber das herausstellen dieses Elements in ein Pur Abo ist wie mit einen dicken Zeigefinger auf das eigene Umtreiben zu zeigen und zwar ohne Reue.
@dagaz

@psychonaut @dagaz Ja wie gesagt die Preisgestaltung für Bestandskunden finde ich auch unfair. Hast du denen das geschrieben?

@rufposten Nein, ich echofiere mich nur ganz kurz und dann geht es wieder. Später dann kann ich das Pur Abo auch von der positiven Seite betrachten. Wer macht das sonst schon so? Aber das dauert noch was. 😀 @dagaz

@rufposten @psychonaut
Da fällt mir ein. Netzpolitik hat lange von mir 5€/Monat bekommen. Bis das Medium im RSS Reader meiner Wahl unlesbar wurde, weil das Bettelbanner für Spenden wichtiger war als das jemand den Artikel lesen kann.
Unabhängig davon ob Netzpolitik 5€/Monat wert ist (mir war es das vorher) - ein Medium, das ich nicht akzeptabel angezeigt bekomme ist dann im Zweifel *mir* 0€/Monat wert. (Die Antworten auf entsprechende Hinweise waren dann "eher auf Arroganzniveau".)

@dagaz @psychonaut Du sieht die Sache zu sehr aus deiner Perspektive: Ja gut, du willst nicht mehr zahlen. Aber rechne mal nach: 50 Cent im Monat mit 10.000 Abonnenten, dann musst heise.de für 5000€ betrieben werden. Das kann man ja fordern. Aber das ist wirtschaftlich nicht machbar.

Und zum Honorar: Der Stundenlohn von freien Journalisten liegt zwischen 5 und 22 Euro.
freischreiber.de/aktuelle/frei

Das ganze System ist jetzt schon eine fragile Selbstausbeutung. Inklusive aller meine Beiträge hier.

@rufposten @psychonaut
Nein, eigentlich nicht. Zum einen ist meine Perspektive (was die Einkommensseite anbelangt) durchaus intersubjektiv.

Zum anderen: Was verdient eine Seite wie Heise denn an mir, wenn ich Werbung zulassen würde? mehr als 5¢/Monat? Mehr als 7¢? Oder mehr als 10¢? Die Frage ist doch, was die Alternative ist! Und die sind gerade auf Technikseiten gern mal "Besucher mit Adblocker". Und da ist der verdienst dann 0,00 (egal in welcher Währung).

@rufposten @psychonaut
Ja, es gibt ein massives Presse-Finanzierungsproblem. Nur durch derartige Mondpreise wird das ganz sicher nicht gelöst werden. Oder es werden halt große Teile der Bevölkerung von der Berichterstattung ausgeschlossen werden.

Ich hätte keine Probleme mit WENIG statischer Kontextwerbung. Die würde nicht mal filtern. Aber bei sowas kommt ja nur Gejammer von Redaktionen, weil man dann Werbeplätze SELBST vermarkten müsste. Das ist ja "unbequem". Google will das so nicht....

@dagaz @psychonaut
Die Öffentlich-Rechtlichen bilden das Grundangebot, Heise ist das selbstfinanzierte Zusatzangebot, das auf einem freien Markt bestehen muss. Es braucht solche Billigheimer wie dich nicht. Genauso wie ein Restaurant dich nicht braucht, wo du für 1,50€ essen willst. So läufts. Denken zu viele wie du, werde ich irgendwann gar nicht mehr über Datenschutz schreiben können. Dann bleiben dir die Öffis und von VPN-Firmen gesponsorte Youtube-Channels mit Affiliate-Links.

@rufposten @psychonaut
Interessant wie schnell manche ad personam eskalieren und beleidigend werden, wenn Argumente fehlen. Muss ich da jetzt bei Dir maximale Arroganz gegenüber wenig verdienenden Unterstellen, weil Du die gleich alle als "Billigheimer" diffamierst?

Vor allem ist es für die Finanzierungsfrage freier Presse doch *vollkommen egal* ist, was die ÖR machen. Wenn die Angebote einfach NICHTjournalisten "zu teuer" sind, sind die Einnahmen im Zweifel halt 0. Isso.

@dagaz @psychonaut
Ich bin nicht verärgert, weil mir Argumente fehlen, sondern weil du unsere Arbeit nicht wertschätzt. Du sagst ja nicht, du kannst dir die ganzen Abos nicht leisten, sondern sie sind zu teuer. Und das stimmt einfach nicht. Die Branche steht am Abgrund. Die Marken und Shops brauchen uns nicht mehr, um Werbung zu schalten, die machen das jetzt bei GAFAM. Abo ist die einzige Hoffnung für solche freifinanzierten Verlage.

@rufposten @psychonaut
Ich habe wenig Problem damit, dass Du verärgert bist, aber deshalb muss man nicht gleich beleidigend werden.

Wir sind uns ja auch einig, dass das GROẞES Problem IST. Und dass das richtig doofe Konsequenzen FÜR ALLE hätte.

Ich sehe nur nicht, wie die derzeitigen Preismodelle da eine Abhilfe schaffen sollen.

@rufposten @psychonaut
Das Problem ist da (vermute ich) sehr viel tiefergehend und komplexer. Nur haben bisher ALLE Redaktionen (wo ich es gesehen habe), die in Foren ihre Leser nach der Meinung dazu fragten auf ALLE Vorschläge, die etwas mit "macht Euch frei von Google und Facbook mit ihrem Werbe-Erpressungsmodell" zu hatten, nur mit "Mimimi" reagiert. Das würde ja irgend wo Arbeit machen. Das wird nicht da nicht einmal in Erwägung gezogen. (Heise ist da durchaus auch ganz vorne mit bei.)

@rufposten @psychonaut
Aber wenn da nicht mal die Bereitschaft besteht, über neue Wege auch nur Nachzudenken und man offenbar lieber unter den bestehenden (für die Verlage ruinösen) Marktmodellen untergehen will als sich mit alternativen Vorschlägen zu "zu teures Abo" oder dem Aufzeigen offenbar nicht bedachter Entscheidungsmodelle bei den Lesen auseinander zu setzen, dann wird das eine Diskussion von "Billigheimer" vs. "Ausserbendes Geschäftsfeld" bleiben.

@rufposten @psychonaut
Nur verlieren da aktuell halt alle bei.

Direkt in ein abwertenden Diskussionsstil abgleiten hilft da jetzt vermutlich auch niemandem.

@rufposten

Der ist schon vor langer Zeit (>100J) eine ungute Allianz mit der eingegangen. Das ist u.a. mit den Namen William Randolph Hearst de.wikipedia.org/wiki/William_ und Axel Springer SE de.wikipedia.org/wiki/Axel_Spr.

Darunter leiden alle heute tätigen Journalisten auf die eine oder andre Weise.

@dagaz @psychonaut

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