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Der Mastodonten-Admin @scroom gibt aus Zeitmangel seinen Server auf und vielleicht lag es auch ein bisschen an dem Stress, der durch einen transfeindlichen Account auf seinem Server und dem daraus hervorgehenden Konflikt mit chaos.social ausgelöst wurde. Wenn das nicht schon aus dem Handbuch für gesellschaftliche Sabotage kam, dann wird der Fall spätestens jetzt darin eingehen.

Wie kann man das Fediverse dagegen stabiler machen?

Meine Ideen:
- ehrenamtliche Moderationsteams getrennt vom Admin
- Professionalisierung und bezahlte Server wie bei @digitalcourage
- unabhängige Vermittlungsstelle für Server-Konflikte

@rufposten Eine Vermittlungsstelle hatte ich ja auch schon in nerdica.net/display/a85d7459-8 vorgeschlagen. Leider (aus meiner Sicht) entwickelte sich die Diskussion dann eher in die Richtung, technische Lösungen.

Bezahlte Server sind in Deutschland schwierig. Entweder wollen nicht viele Nutzer zahlen (traegt sich dann nicht) oder man ist nur halb-kommerziell und hat andere Probleme (Finanzamtm Steuern, Abmahnungen, etc)

Insofern hoffe ich auch ein wenig auf @HackerGeno

@digitalcourage

@ij @rufposten

Matthias, du versuchst, mehrere Probleme in einem Tröt zu lösen. 🙂

1. Langlebigkeit: Bezahlte Accounts tragen hoffentlich zur Langlebigkeit eines Servers bei. Sicherlich hilft es auch, wenn ein stabiler Verein wie @digitalcourage oder eine Genossenschaft wie @HackerGeno ihn betreibt.

2. Moderation: Ich habe den größten Respekt vor der Arbeit von @ordnung. Vielleicht ist chaos.social einfach zu groß geworden – genau wie die Instanzen von @Gargron. Da kann sich das Moderationsteam nicht mehr optimal um betreuungsintensive Accounts kümmern.

Lösungsvorschlag: Die Idee des Fediverse ist ja, viele kleine Knoten zu haben. Diese zu betreiben, muss noch einfacher werden. Städte, Regionen und diverse Organisationen sollten welche anbieten.

@chpietsch @rufposten

Bezahlte Accounts bin ich ja nicht gänzlich dagegen, aber ich sehe halt das Problem mit Steuern und dass man da eventuell als kommerziell gelten kann.

Die Langlebigkeit ergibt sich bei mir z.B. daraus, dass ich alles selber hoste, inklusive meiner Mail. Es ist also kein x-beliebiger Server für mich, den ich jederzeit abstossen kann. Damit bin ich sicherlich eine Ausnahme.

Moderation ist halt ein Thema. Groß werden will ich auch nicht (ca. max. 1000 User)

@Gargron

@rufposten klingt gut, nur habe ich eher das Gefühl das das nicht leicht umsetzbar ist. Überhaupt Moderatoren zu finden ist ja schon fast unmöglich.

@rufposten Indem man akzeptiert, dass scroom keine Zeit für den Server hat und da nichts reininterpretiert, nur eine künstliche Diskussion aufzubauen.

@rufposten "Gelöst" impliziert, dass es ein Problem gibt. Dass eine Instanz dicht macht, ist kein Problem, sondern ein normaler Vorgang in einem dezentralen Netzwerk. Im übrigen darfst du gerne einen eigenen Server aufmachen und den so organisieren, wie du es für richtig hälst. Wenn das gut funktioniert, dann werden das andere Admins mit Sicherheit übernehmen.

@reznik
Den konkreten Fall mal beiseite: Du unterschätz das Störpotential für das Fediverse, das von absichtlichen Aktionen ausgehen kann.

Deine Überlegungen sind auf den einzelnen User bezogen, der kann einfach umziehen, klar.

Aber ich spreche hier vom Netzwerk, das trotz dezentraler Struktur von Serverschließungen und Serverblockierungen gestört werden kann.

Eine gute Moderationsleistung, auch zwischen Instanzen, kann das stabilisieren.

Wie kann man diesen Zusammenhang verneinen?

@rufposten "Deine Überlegungen sind auf den einzelnen User bezogen" Nein, sind sie nicht. Wie kommst du auf diese Idee?

Wenn die Schließung eines Server ein Problem darstellt, dann weil er zu groß geworden ist. Wären die 1000+ User von mastodonten.de auf 40+ kleinen Servern, wäre die Schließung eines Servers kein Problem. Und wir würden hier nicht diskutieren. Schlußfolgerung: Wir brauchen mehr kleine Server. Einen Moderationslayer über das Problem zu kippen, ist keine Lösung.

@reznik
Mit den Servergrößen hast du einerseits Recht, aber selbst wenn die Zahl sich so multiplizieren würde, multipliziert sich ja auch der Aufwand der einzelnen Admins, unter diesen vermehrten Servern die Problemserver auszumachen. Gleichzeitig wird das Problem gegenseitiger Blockierungen damit nicht gelöst. Am Ende frage ich mich mittlerweile, was du überhaupt gegen meine Vorschläge hast. Im schlimmsten Fall sind die nutzlos - im besten Fall sorgen sie für mehr und stabilere Verbindungen.

@reznik @rufposten Naja, vor dem Hintergrund des Geschehenen kann man auch darüber spekulieren, ob dies ihm die Entscheidung nicht auch leichter gemacht hat (was IMHO völlig nachvollziehbar wäre).

Die Fragen um Stärken und gleichzeitig Schwächen des Fediverse haben sich ja nicht geändert - wer hält es eigentlich aufrecht, Selbsthosten vs. dem Wohlwollen von Admins ausgesetzt sein etc.

@Matthias Eberl @Matthias Eberl @Trevor Reznik ☑️ @reznik

1. per Gesetz ist der Admin für das System verantwortlich. Er ist haftbar. Ehrenamtliche Helfer verbessern die Sachlage kaum.
2. Bei einer Professionalierung ab gewissen Userzahlen greifen noch mehr Gesetze.
3. Zu grosse Server sind im Fediverse nicht wünschenswert, da diese die Dezentralität aufheben.
4. Viele Admins kennen sich zumindest per Mail und tauschen schon Nachrichten aus.
5. Es gelten die Terms-of-Service des jeweiligen Servers. Z.B.: https://hubzilla.eu/help/de/TermsOfService
6. Wenn ganze Server geblockt werden, dann hat das meist seinen Grund (z.B. Enthauptungsvideos des IS und der zuständige Admin duldet dies).
7. Es ist normal dass Server kommen und gehen. Dies gilt auch für ganze Projekte. Und es gibt davon ein paar mehr. Das Fediverse ist dadurch nicht weniger stabil. Das Fediverse lebt durch seine Vielfalt.

https://the-federation.info/#projects

@cb7f604332cf39 @reznik
@chpietsch
@ij

Also gut, wenn ihr das als Admins so seht, hoffe ich einfach, dass die bisherigen Strukturen tatsächlich so ausreichen und ihr Recht behaltet. Es war auch nicht als Kritik, sondern als weitblickender Verbesserungsvorschlag gedacht.

Danke für euer Input!

@rufposten

Verbesserungsvorschlaege sind immer willkommen! :-)
Und wie gesagt: beim Thema Vermittlungsstelle bin ich ja ganz bei dir.

Dezentralisierung mit vielen kleinen Servern statt einige grosser Server ist natuerlich auch immer wuenschens- und unterstuetzenswert! 🙂

@cb7f604332cf39 @reznik @chpietsch

@rufposten

ich habe auch schon oft vorgeschlagen die Moderation möglichst hart von der Administration zu trennen und den Moderator im Idealfall sogar demokratisch abwählen zu können.

Aktuell haben die Admins eine viel zu zentrale Rolle, an der der sie eigentlich nur scheitern könne, wenn es wirklich mal "sozial" wird.

Deshalb bin ich auch zu einem Verein gegangen, wo der als Rechtsperson das juristische Risiko trägt.

@cb7f604332cf39 @reznik @chpietsch @ij

Die Selbstzerstörung der Fediverse hat begonnen. Und ich meine das nicht als Kritik an @scroom .....

@Hiker @scroom @tux
Naja die Leute holen aber auch wegen alls und jedem sofort die fakeln und gabeln raus. Und das muss am besten schon gestern passiert sein also ASAP ins Quadrat..

@MasterTux ? ✅

Wie meinst Du denn das?

Du hast doch schon selbst mehrfach den Server gewechselt (bist schon mindestens 4mal umgezogen, wenn ich das richtig sehe). Was ist denn aus den Servern geworden, die Du verlassen hast?
Und Projekte entwickeln sich weiter. Projekte über die heute niemand mehr spricht: Friendika, Mistpark, Red, Redmatrix, ...
Die Server dieser Projekte wurde migriert oder sind Geschichte. Viele User sind aber dem Fediverse treu geblieben.
Also von Selbstzerstörung mag ich nicht reden. Das Fediverse entwickelt sich weiter, es lebt.

@Matthias Eberl @Trevor Reznik ☑️
@cb7f604332cf39
Das waren alles meine eigenen Server.

Und die Fediverse zerstört sich nicht wegen den Projekten oder der Software selber, sondern wegen diversen Instanzen und deren Admins. D.h. die nicht vorhandene Toleranz in der Fediverse sowie einige Hilfs-Sherifs sind das Problem wie man an dem Problem mit der Instanz von @scroom gesehen hat.
@cb7f604332cf39
Nachtrag: Ich möchte nicht vorhandene Toleranz in geheuchelte Toleranz ändern.

@tux @cb7f604332cf39

Ich habe die Erfahrung gemacht, auch bei Mastodon, dass sich auffällig viele Menschen, die sich selber für mega tolerant und fortschrittlich halten, auffällig intolerant und verständnislos gegenüber denen verhalten, deren Meinung sie nicht teilen.

Ich formuliere das mit Absicht so allgemein - aber hier im Fediverse wimmelt es nur so von "Toleranz". Sie hat ihren positiven Touch verloren, gesunder Menschenverstand ist mir mittlerweile wichtiger.

@rufposten @scroom
Meine Ideen:
- größere Communities sollten nicht an Einzelpersonen hängen. Jeder Server sollte von einem Team administriert werden
- als juristische Person kann ein Verein die Verantwortung für die Instanz übernehmen, ohne dass es in Vereinsmeierei ausartet
- der Verein kann auch die Finanzierung sicherstellen indem er Mitgliedsbeiträge und Spenden einsammelt
Diese Ideensammlung ist schon zwei Jahre alt:
hasecke.eu/post/coopweb/

@MasterTux ? ✅

Das waren alles meine eigenen Server.



Hihi, ich hab auch schon über die Jahre ein paar Server sterben lassen.
Sorry, dann hatte ich Dich falsch verstanden.

Den Sachverhalt mit Scroom habe ich nicht direkt mitbekommen.
Dazu im speziellen kann ich mich nicht äußern.
Mein Statement war eher allgemeiner Natur.

Jeder Admin, der fremde Leute auf seinem Server hat, macht es sich nicht leicht mit seinen Enscheidungen, was wo geblockt wird.
Zumindest kenne ich keinen, der es sich leicht macht.
Wen oder was ich in meinem eigenen Stream in meinem eigenen Account sehen möchte ist eine Sache.
Da kann es schon mal sein, dass unliebsame Sachen gefiltert werden.

Eine andere Sache ist es jedoch, wenn ich systemweit Filter setze, die auch andere User betreffen.
Was ist legal? Was ist illegal? Mir fällt da manchmal die Unterscheidung schwer.
Bei Sachen die ich für klar illegal halte, gibt es bei mir keine Toleranz.
Eine Diskussion mit anderen Admins kann da schon etwas weiterhelfen.
Im Zweifelsfall braucht es eine Rechtsberatung durch einen Anwalt.

Gott sei dank musste ich noch keine User von meinen Servern rausschmießen.

Doch das Fediverse hat schon verschiedene Situationen er- und auch überlebt.
Es ist ingesamt robuster als es viele vermuten.

In diesem Sinne: Be exellent to each other - habt einen schönen Tag.
@rufposten @scroom Gibt es eine Zusammenfassung, was vorgefallen ist?
Konnte auf dem Account des Admins nur paar Gedanken lesen, aber nichts über die Geschehnisse.
@Herbstfreud

Technik löst keine sozialen Probleme.
Man kann für sich selbst Filtern und unliebsame Themen als auch Leute filtern (die Möglichkeiten von Mastodon unterscheideen sich hier von Hubzilla unterscheiden sich von Diaspora usw...).
Die Kehrseite ist dann, dass man sich so seine eigene Filterblase bastelt.
Ggf. führt dies dann zu einem sich selbst verstärkenden Effekt.

Von daher unterscheiden sich die unterschiedlichen Socialnetworks nur gering fügig.

Gegenüber den kommerziellen Netzwerken werde ich (u.a. werbetechnisch) nicht getrackt.
Was ich persöhnlich als Vorteil werte.
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