Android, Datenschutz und “Bequemlichkeit”
In den letzten Monaten sehe ich immer wieder, wie aktuell bei kuketz-blog, Artikel, die im Sinne von Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von "großen Konzernen" versuchen, Endnutzern zu erklären, wie man Android-Smartphones google-frei bekommt. So sehr ich das Ansinnen teile und auch regelmäßig praktiziere, so sehr g
dm.zimmer428.net/2019/03/andro

@jedie Jein. Also ja, irgendwie schon. Aber "Bequemlichkeit" unterstellt irgendwie immer, daß ich einen Schritt, der mir auch nur leichte Anstrengung abverlangt, nicht gehe. Das ist es hier halt nicht. Die Hürde ist relativ hoch, höher, als in solchen Artikeln meist dargestellt.

@z428 @jedie
"Aber man sollte eine sehr klare Idee von dem haben, was man dort vor sich hat."

Das unterschreibe ich. Aber: Welcher Original-Nutzer, hat eine sehr klare Idee davon, was er vor sich hat? Es sind genau die, die auch Custom Roms aufspielen? Das sehe ich als Hauptproblem: 90% der Nutzer haben keinen Plan. Die Kritik ist bedenkenswert. Jedoch trifft sie auch auf die Originale zu. Würden Hersteller ihr Software transparent u kontrollierbar machen, würden einige Probleme entschärft.

@teclador Natürlich. Aber dort kommt noch ein anderer Punkt hinzu: Konkret zu der Software von Google gibt es klar widerstrebende Meinungen und Interessen. Wo die Google-Software aus Datenschutzgründen oft eine Katastrophe ist, gibt es aus Funktions- und Usability-Sicht wenig, was dem auf Android das Wasser reichen könnte. Selbst dort springt die Idee von Bequemlichkeit zu kurz: Wird bei einem Schritt weg von Google meine Aufgabe nur komplizierter, oder wird sie für mich unmöglich? 😉

@jedie

@z428 @jedie Unmöglich sicher nicht. Oft muss man aber Prioritäten setzen: Bequemlichkeit / Usability vs. Datenschutz. Nutzern wird Usability aber vielfach anerzogen, der Maßstab durch andere gesetzt (von Speicherung des Passworts im Browser bis Verknüpfung aller Google-Dienste). Und dann wird es normal u der Google-Kalender ist nicht mehr wegzudenken. Zweifellos tolle Technologien, aber zu wenige Hersteller beachten privacy by design. Ergebnis: Custom Roms inkl. Risiken, Projekte wie #librem5.

@teclador Ja, aber die Möglichkeit, Passwörter im Browser zu speichern, hat manches deutlich sicherer gemacht im Vergleich zu den gelben Klebezetteln an Monitor oder Keyboard. Ich glaube nicht, daß Nutzern "Usability" anerzogen wird. Usability ist in gewisser Weise Erwartungshaltung, die *jeder* hat. Auch Unix-Hardliner haben eine gewisse Erwartungshaltung. Aber die von End-Nutzern ist gänzlich anders... 😉

@jedie

@z428 @jedie
Digitale Klebezettel verlagern die Unsicherheiten doch nur. UNIX Hardliner haben die Erwartung, dass der auf der Konsole eingegebene Befehl, das tut, was er tun soll. Kommt etwas anderes heraus, behelfen sie sich mit einem anderen Befehl. Wenn beim End-Nutzer der Formularcache im Browser nicht funktioniert, dann löst das schon mal einen RFC aus und verzögert die Abnahme. Weil die manuelle Eingabe zu aufwendig, ungewohnt oder gänzlich unmöglich scheint. Soviel zum Anerziehen. *g*

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@teclador Ja, Erwartungshaltung der "fachlichen" Nutzer hier ist dann: Sie müssen schnell einen Sachverhalt recherchieren. Realität: Schlimmstenfalls müssen sie (a) den Bildschirm des Rechners entsperren, (b) sich in der Fachanwendung neu anmelden, (c) ggfs. noch ein oder zwei andere Anwendungen für Details befragen, jeweils mit eigenen Passwörtern, versteht sich, weil Datenschutz. Im Endeffekt ...

@jedie

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