Was mich an der Klimaschutzdebatte - neben der Verleugnung des Klimawandels durch zu viele Menschen - am meisten stört, ist, dass sehr viele Menschen denken, dass ein Wandel ohne Einschränkung der Mobilität und/oder ohne hohen finanziellen Aufwand möglich ist.

Und nein, Elektroautos und Ausbau des öffentlichen Verkehr sind keine dauerhafte Lösung. Die kann es nur geben, wenn weniger Menschen bewegt werden müssen.

Also, Homeoffice, da wo es geht, alle anderen _müssen_ näher an den Arbeitsplatz ziehen.

Dezentralisierung - es können nicht alle Menschen am gleichen Ort wohnen.

Leben auf dem Land wird sehr viel teurer, da Mobilitätskosten steigen. (Das Geld, was durch das Wohnen auf dem Land gespart wird, wandert vermutlich in die Mobilität).

Öffentliche Verkehrssysteme sind (hier in der Schweiz) jetzt schon am Anschlag, trotz hohem Takt.

"Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist." - Henry Louis Mencken, 1921
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@dirk Frage: Wie ziehe ich in der gegenwärtigen Situation, Wohnungsmangel et al, näher an die Arbeit im städtischen Bereich? Du hast in einigen Punkten recht, aber genau diese Sichtweise gibt insbesondere im ländlichen Raum derzeit Populisten gut Auftrieb: Dort, wo in den letzten Jahrzehnten Infrastruktur, ÖPNV, ... konsequent zurückgefahren wurden, wird eine große Gruppe von Menschen irgendwann schlecht überleben können, ohne dass sinnvolle Alternativen offeriert werden.

@dirk Die Frage, wieviel etwa ein Landbewohner mit Gartengrundstück, Wiese, Bäumen im Vergleich zu Stadtbevölkerung aktiv mehr für den Umweltschutz tut, ist dort auch eher ignoriert. Es braucht mehr Dezentralisierung, mehr *kluge* Verkehrskonzepte und vor allem eine Politik und Kommunikation, die auf Beteiligung, nicht auf Spaltung aus ist. Dort sind Aussagen wie "auf dem Land wird es dann teurer" eher die falsche Richtung. 😉

@z428 Hast Du dazu Zahlen? würde mich tatsächlich interessieren.

Kompensiert Dein Garten alle Fahrten, die Du mit dem Indivudalverkehr erledigst?

@dirk Hab bislang, ehrlich gesagt, noch nie versucht, das wirklich zu rechnen. Momentan ist es eine naiv-qualitative Milchmädchenrechnung, die davon ausgeht, daß Du, wenn Du eine Streuobstwiese, eine Blumenwiese für Bienen und fünf, sechs große Laubbäume auf dem Grundstück hast, sowohl im Hinblick auf CO2 als auch im Hinblick auf Insektenschutz mehr "Wirkung" hast als ein Stadtbewohner mit Blumen auf dem Balkon und anteilig "Fläche pro Kopf" im Park. Mal suchen, ob es dort Modelle gibt.

@z428 @dirk Wobei man da auch die pro Kopf genutzte Fläche mit bedenken muss. Da ist der Faktor in der Stadt vermutlich besser, weil engere Lebensräume.

@vinzv Ja. Und die Effekte durch gemeinsam genutzte Infrastruktur. Ich vermute, das wird ein relativ komplexes Modell.
@dirk

@z428 @dirk Das fürchte ich auch. Zu komplex für Sonntag Nachmittag. 😉
@z428 Ich habe auch nicht alle Lösungen, sorry!

Dezentralisierung ist ein wichtiger Baustein. Und auch das führt zu weiteren Problemen, wenn man mal in Richtung verwaiste Cities denkt.

Es müssen nicht alle Angestellten einer Firma am gleichen Ort arbeiten. Wirklich nicht.

@dirk Kein Problem. 😉 War auch nur eine Anmerkung vorrangig auf diesen einen Punkt in der Ausführung. Ich selbst wohne in der Stadt, wo ich alles, was ich brauche, fußläufig habe. Meine Eltern (Generation 65+) leben in einem Dorf mit knapp 800 Einwohnern, dort braucht es für alles (Einkauf, Arzt, Behörde, Bank, ...) ein Auto und mindestens 20min Anfahrt. Wenn man *das* beseitigen könnte - etwa Landarzt, Tante Emma-Laden am Ort, Bürgerbüro oder *zumindest* ...

@z428 @dirk Tante Emma-Läden vorort, gibt es fast nicht mehr, weil es nicht rentabel betrieben werden kann. Menschen wollen das vollständige Sortiment eines Riesensupermarkts und zusätzlich das Sortiment eines supergünstigen Discounters, das kann kein kleiner Tante-Emma-Laden bieten und überleben.
Deshalb sind die wenigen kleinen Dorfläden die von selbst organsierten Genossenschaften, mit vielen Menschen die bereit sind mehr zu bezahlen um einen solchen Laden zu haben.

@dirk ... halbwegs ausgebautes Internet und Online-Dienste für Verwaltungskrams (dort gibt es maximal 8MBit-Leitungen von der Telekom und im Mobilfunkbereich Edge, auf den Hügeln wackeliges UMTS) würden dort *erheblich* Mobilitätserfordernisse einsparen. Ich nehme wahr, daß diese Menschen und ihre Lebensumstände in der momentanen Diskussion leider selten bis nie stattfinden, weil die Erwägungen eher von städtischen Mobilitäts- und Lebensvorstellungen geprägt sind. Leben ...

@z428 Das es noch ein weiter Weg ist, ist leider wahr.

Leider läuft die Zeit weg.

Wir mögen uns damit trösten, dass die meisten Folgen uns nicht mehr betreffen.
@dirk @z428

Wir mögen uns damit trösten, dass die meisten Folgen uns nicht mehr betreffen.


Wie gut, dass hier niemand Kinder hat.
@gehrke_test @z428 Weisst Du, dann verstehe ich das "Rumeiern" nicht.

@dirk Deswegen umso mehr: Kein Spalten, sondern Einen. Das ist vorrangig eine Kommunikationsaufgabe, im Moment. Ohne die wird es nicht gehen, fürchte ich. Im Augenblick haben populistische Parteien eine Steilvorlage, Klima- und Umweltschutz unreflektiert als "gegen gewisse Bevölkerungsgruppen gerichtet" zu verwenden. Das kostet uns weit mehr Zeit, als auf die verschiedenen Lebensrealitäten und -erfordernisse einzugehen.

@dirk ... auf dem Land, insbesondere im Alter, ist schon seit Langem eher problematisch als vorteilhaft, zumindest außerhalb der "Speckgürtel" der größeren Ballungsgebiete. 😟

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