Arbeiten mit Freier Software ist wie 10-Finger-Schreiben:

* kann man jederzeit lernen
* muss man wollen
* Trainieren nimmt einem niemand ab
* fühlt sich am Anfang schwerer an
* irgendwann läuft's
* möchte man nicht mehr missen
* wieso hat man das nicht schon früher gemacht?

@m_b ... Dinge mit "reiner FLOSS-Arbeitsumgebung" schlicht schwer bis nicht machbar sind. Nach 25 Jahren mit Linux-Desktop wünschte ich, es wäre anders, aber leider ist es das nicht.

@z428 FLOSS != Linux-Desktop So kannst du halt alles begründen.

@bionade24 Naja, aber FLOSS auf proprietären Betriebssystemen erscheint bei der eingangs geführten Argumentation reichlich ... inkonsequent? 😉

@z428 Nein. Wenn du "alles oder nix" forderst widersprichst du imho deinem Punkt. Wir können auch erstmal gegen den >80% Marketshare vom Chrome, Gmail & WhatsApp kämpfen.

@bionade24 (Anders formuliert: Ich kann nicht darüber sinnieren, dass FLOSS-Nutzung nur eine Lern- und Willensfrage ist, aber selbst dann dort, wo genau das wirklich haarig wird, auf proprietäre Lösungen zurückgreifen. Deswegen ist das IMHO nicht "alles-oder-nichts", sondern nur logische Konsequenz...)

@z428 @bionade24 Ich arbeite in Design und Pädagogik - beides keine für Arbeit mit Freier Software privilegierten Domänen.
Trotzdem leiste ich mir, komplett mit Freier Software zu arbeiten. Geht.

@m_b Das meinte ich aber mit "privilegiert": Du hast die Möglichkeit, dort Entscheidungen zu treffen und zu gestalten. Ich hier auch. Die Mehrzahl der Menschen, die ich kenne, hat das leider nicht. Spätestens wenn Kunden, Prozesse, Gesetzgeber, ... spezifische Fachanwendungen erfordern oder vertraglich erzwingen, ist FLOSS leider sehr schnell keine Option mehr. Beispiel aus meinem letzten Job: CAD- und 5D-Planungswerkzeuge im Bau. 😶

@bionade24

@z428 @m_b Naja aber Linux geht schon noch. Und wenn mal ein FreeCAD entwickler festangestellt wird, klappt das auch mal.

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@bionade24 Ich weiß, dass es früher mal CAD-Lösungen auf Solaris gab, aber das hatte der Bau kaum, weil die Hardware zu teuer war. FreeCAD hatte ich mal einem Haustechnik-Planer empfohlen zum Testen, und er meinte, im Vergleich zu der Software, mit der er produktiv arbeitet, ist das wie Handwagen im Vergleich zum Sattelschlepper. Nicht nur nicht dieselbe Liga, sondern nicht mal derselbe Sport. 😐

@m_b

@z428 @bionade24 Es gibt in der Regel viel mehr Spielraum, als wir gewohnt sind, in Anspruch nehmen zu dürfen. Und die Menschen können oft weit mehr, als sie sich selbst erlauben und zutrauen.
Meine Erfahrung.
Freie Software ist kein Zauberzeug. Aber sie kann Gestaltungsmittel und Katalysator für eine Art von (Zusammen-) Arbeit sein, die der kommerziellen Welt verschlossen bleibt.

@m_b Ja. Kann. Aber das ist extrem schwer insbesondere so lang auch Entwicklung "freier" Software (libre) etwas ist, was von Hobbyisten nebenbei passiert. Ich glaube, dass sich hier erst dann wirklich etwas ändert, wenn/falls wir irgendwann an einen Punkt kommen, an dem die fachlichen Experten und die guten Entwickler ganztägig an guten Freien Lösungen arbeiten und trotzdem überleben können.

@bionade24

@z428 @bionade24 Absolut. Da wird die Reise hingehen. Bisher hat sich die Katze immer in den Schwanz gebissen: Keine ausreichenden Ressourcen → zu wenig Praxis → angeblich keine Relevanz …

Wird Zeit, der Katze den Schwanz aus dem Maul zu ziehen! ;)

@m_b Ja, wobei ein Punk für mich sehr wichtig ist: FLOSS muss sich irgendwann auch emanzipieren in Bezug auf die Abhängigkeiten von der Großindustrie. Wenn FLOSS-Entwicklung nur funktioniert, weil Google Mozilla Geld über Werbung einspielt, viele Projekte im Google Summer of Code mittun oder Entwickler ihre FLOSS-Aktivitäten in der Freizeit mit einem Dayjob in proprietärer Softwareentwicklung finanzieren, ist das IMHO nur sehr bedingt "libre".
@bionade24

@z428 @bionade24 Kultur entsteht nicht aus dem Werkzeug, sondern durch Menschen und ihr Tun. Werkzeuge sind nur Mittel zum Zweck.
Ich emanzipiere mich durch Wollen und Handeln.
Meine Werkzeuge zu entwickeln, zu pflegen und den Umgang damit zu bilden, ist die Aufgabe jedes Einzelnen und kann mal gesellschaftliches Anliegen werden. Freie Software bietet die Möglichkeit dazu.
Aufklärung und Bewusstwerdung der eigenen Gestaltungsfähigkeit ist ein Weg. Reale Beispiele motivieren.

@m_b Kein Widerspruch. Aber am Ende des Tages *sind* wirtschaftliche Notwendigkeiten zu berücksichtigen, weil alle Akteure Rechnungen zu bezahlen haben. Das ist ein Problem, das die Kultur insgesamt hat, und eine schlimm unscharfe Trennung zwischen "Libre" und "Gratis" macht das eklig. Hier gibt es leider auf FLOSS-Seite sehr viele offene Hausaufgaben.

@bionade24

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