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Neuer Tag hängt über den Höfen. Vom gestrigen Feuer bleiben Asche und ein Kreis aus Stühlen, zwischen denen Nachbars Kater nach Resten des Abendessens sucht. Sonntage beginnen still.

Gegenüber ist es dunkel, nachdem alle in ihren Samstagnächten verschwunden scheinen. Unten rumpelt die Spülmaschine, und die Feuer in den Höfen sind kleiner geworden. Tage, an denen man Menschen eher aus dem Weg geht und trotzdem ihre Anwesenheit erfreut zur Kenntnis nimmt.

... und dann gibt es noch Menschen, die immer für Dich da sind, wenn sie Dich brauchen. Und die Du trotzdem nicht loslassen kannst, aus welchen absurden Gründen auch immer.

Gegenüber macht sich die Prinzessin für den Abend fertig, tanzt zu ungehörter Musik vor ihrem Spiegel. Direkt nebenan räumt der älterer, alleinstehende Herr Brot, Bier und Apfel für das Abendessen auf seinen kleinen Tisch.
It's a beautiful dream
It's a beautiful life...

(An der Haltestelle fängt eine Horde Touristen mit Smartphones irgendetwas und hat sich mit einem Schutzschild aus Körpergerüchen umhüllt. Gegenüber liegt eine einsame Rosenblüte auf dem Asphalt. Ich lege sie ins Gras...)

Viereinhalb Autostunden später ist das Meer wieder Erinnerung und Sehnsucht. In Dresden färben mittlerweile Herbst und Blätter die Bürgersteige golden. Wolken über dem Viertel. Ankommen.

z428 boosted

Nach einem milden Tag und einer Dämmerung von fast schmerzhaft erhabener Schönheit über den Wellen fällt leiser, dichter Regen. Ein melancholischer Abend auf gepackten Taschen. Alles ist verstaut, bis auf den Wein.

Vermisst Ihr auch manchmal jene Restaurants, in denen das Personal die Rechnung diskret im Etui zuschiebt und später wiederkommt, um das Geld aufzunehmen, statt den Betrag vor allen Gästen über den Tisch zu rufen und zu warten...?

Hinterland.
(Nach 18km und 5h entspannten Wanderns erstmal Kaffee kochen...)

Schwere schwarze Nacht über dem Sand. Es ist mild. Myriaden von kleinen Geräuschen, über denen der beständige Klang der Küstenlinie liegt, Grenze und Orientierung gibt. Der Lichtkegel des Leuchtturms drüben auf der Oie ist dem Wanderer keine Hilfe.

Und dann hat man sich überwunden, die Windkleidung abgelegt, ist in die kühle Ostsee gerannt und einmal abgetaucht. Minuten später immer noch Tausende Nadelstiche auf der Haut, und eine angenehme Wärme. Barfuß im nassen Sand.

Das Schreckliche neben dem Schönen... Peenemünde gibt dem Ingenieur viele Fragen mit, und die wenigsten davon sind leicht oder bequem.

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