Pinned toot

Sommerblau. Der sechste Monat, mit Dingen, die interessanter sind als andere, aber insgesamt wieder einer Dokumentation nicht ignorierter Belanglosigkeiten und sowieso wieder viel zu lang...

dm.zimmer428.net/2019/07/somme

Pinned toot

Anachronistic and impulsive.
I'm here for whatever.
You're welcome anyway.

21:32 Noch mehr Gewusel als sonst, seit dem Morgen schon. Vor der Kirche, in den Ristorantes und Bars, am Strand. Gesellschaft, Nähe von Freunden, Familie, jedem, der gerade greifbar ist, als elementarer Teil des Alltags, vermutlich wieder bis tief in die Nacht...

21:42 Drei Jungs spielen Fußball auf dem Platz zwischen den Häusern. Wieder flieht der Ball über die Treppe, durch eine quiekende Schar kleinerer Kinder bis fast in den Hafen. Ältere Damen unterhalten sich weithin hörbar. Frische Blumen vor einem Heiligenbild. Samstagabend.

18:50 Zum Wochenende immer dasselbe Bild: Jeder, der irgendwie kann, findet sich im, am, auf dem Wasser ein. Jenseits der Liegestuhlreihen und Sonnenschirme gehören die Steinstrände mehrheitlich den Menschen, die hier leben, die ganzjährig so oder so dem Meer verbunden sind.

21:24. Häuser Wand an Wand, dazwischen die steile Treppe vom Hafen zum Kirchplatz. Haustüren, die in die Gasse öffnen, direkt dahinter Leben, Lachen, Streiten in Küche und Wohnzimmer. Augenblicke unfreiwilliger Intimität inmitten von unerschöpflich scheinender Gastfreundschaft.

21:45. Weiße Wände strahlen die Hitze des Tages weit in die Nacht, wärmen die kühlen Böen, die durch die Limonenbäume wehen. Fünf Minuten Fußmarsch bergauf, und man steht über den Dingen, in einer Dunkelheit, die anders, milder ist als in der Stadt. Wie manch anderes hier auch.

22:14. Ruhe der Nacht in Innenhöfen fernab des täglichen Trubels. Anstrengende Menschen verschlägt es nicht hierhin, so bleibt dem Ort Ruhe, Besinnung erhalten. Und manchmal ist es so ruhig, dass man sich nicht einmal denken hört, die Stadt im Rücken für Augenblicke vergisst.

Tourismus wird anstrengend durch Überheblichkeit, fehlenden Respekt und kulturelles Desinteresse.

21:53. Hier knattert eine Vespa durch die spärlich beleuchtete Straße im Olivenhain. Dort, hinter dem schwarzen Wasser, reicht das Lichtermeer der Großstadt bis hoch an den Berg. Und zwischendrin fühlt man sich irgendwie fremd, gehört letztlich zu keiner der beiden Welten.

21:35. Nach dem Wein, vor der Nacht. Kopf schwer von den Düften, Klängen, Bildern, Widersprüchen. Blumen und Beton. Das Leben klingt weit in den Abend. Irgendwo spielt Musik, dazwischen treiben Gedanken, ungesteuert für einen Augenblick. Immerhin.

Übungen außerhalb der Komfortzone: Unbeantwortete Fragen zumindest ein paar Tage lang sich selbst überlassen.

Zu Mittag selbstgemachte Linguine mit Limonen. Dazu Parmesan und das berührende Gefühl der eigenen sprachlichen Unzugänglichkeit, mitten in Europa.

21:25. Duft des Wassers, Stimmengewirr unter zerrissenen Wolken. Viel mehr Abend im Freien. Feuerwerk über den Hügeln. Und Menschen, die es weniger zu stören scheint, wenn Dein Haar schütter wird, Dein Auto Alter zeigt oder Du rauchst. Veränderung spürt man trotzdem.

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