StefanPfeiffer.Blog<p>Und hier ist Teil 2 der Wochenschau in dem ich mich mit der Recherche von netzpolitik.org und dem BR beschäftige, bei dem das Rechercheteam 3,6 Milliarden Datensätze von rund 11 Millionen Handys kostenlos „besorgen“ konnte.</p><p>„Ich habe doch nichts zu verbergen“. Diesen Satz habe ich von Freunden und Bekannten so oft gehört, wenn ich sie darauf aufmerksam gemacht habe, wie Datenkraken ihre persönlichen Daten absaugen und kommerzialisieren. Jetzt hat <a href="https://netzpolitik.org/2024/databroker-files-die-grosse-datenhaendler-recherche-im-ueberblick/#4" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">eine Recherche von netzpolitik.org und dem Bayerischen Rundfunk (BR)</a> gezeigt, wie einfach es ist, Standortdaten von Millionen Mobiltelefonen zu erwerben.</p><p><strong>Bewegungsprofile, wen Du wann wo getroffen hast</strong></p><p>Dem Team liegt ein Datensatz mit 3,6 Milliarden Standortdaten von rund 11 Millionen verschiedene Geräte-Kennungen aus Deutschland vor von Ende 2023 vor. Den Datensatz hat das Team kostenlos, quasi zum Anfüttern über den Datenmarktplatz Datarade erhalten. Der Anbieter hoffte wohl, dass der vermeintliche Kunde ein Abonnement abschließen und regelmäßig aktuelle Daten gegen Cash beziehen wollte.</p><blockquote><blockquote><p>Die Daten offenbaren die Bewegungsprofile von Millionen Menschen. Sie lassen etwa Rückschlüsse zu, wo sie arbeiten, wohnen, einkaufen oder spazieren gehen, ob sie ins Krankenhaus, in die Kita oder ins Bordell fahren.</p></blockquote><p><a href="https://netzpolitik.org/2024/databroker-files-die-grosse-datenhaendler-recherche-im-ueberblick/#4" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">Databroker Files: Die große Datenhändler-Recherche im Überblick</a></p></blockquote><p>Das Team von netzpolitk.org und BR konnte aufgrund der Bewegungsdaten einzelne Personen eindeutig identifizieren. Die Standortdaten werden ursprünglich von Smartphone-Anwendungen wie Wetter, Navigation oder Dating erfasst, die diese für Werbezwecke sammeln. Nochmals: Diese Daten stammen nicht aus einem Datenleck oder dem Darknet, sondern waren öffentlich und teilweise sogar kostenlos auf dem Online-Marktplatz verfügbar. Das zeigt, wie leicht man an solche sensiblen Informationen kommen oder sie erwerben kann.</p><p><strong>Besonders brisant bei Personen, die in sensiblen Bereichen arbeiten</strong></p><p>Nun kann sicher jeder selbst entscheiden, ob er oder sie nichts zu verbergen und es ihr oder ihm einfach egal ist, dass solche Daten gesammelt werden und für Interessenten verfügbar sind. Privatsphäre und Datenschutz ist für viele einfach nicht wichtig oder sie haben sich nie damit beschäftigt.</p><p>Doch gibt es durchaus sensible Bereiche, wie netzpolitik.org und BR herausstellen. Die Daten enthüllen Bewegungsprofile von Personen, die in Bereichen wie Militär, Geheimdiensten und Bundesministerien arbeiten. Das Team konnte verschiedene Personen, zum Beispiel aus einem Bundesministerium oder einem Geheimdienst, klar identifizieren. So etwas können also auch ausländische Geheimdienste und kriminelle Organisationen tun.</p><p><a href="https://www.heise.de/hintergrund/Missing-Link-Wie-Millionen-Bundesbuerger-kommerziell-auspioniert-werden-9805284.html?seite=all" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">Sicherheitsexperten, Politkerinnen und Politiker diskutieren nun einmal mehr darüber</a>, dass die derzeitigen gesetzlichen Regelungen nicht ausreichen, um die Spionagegefahr durch Werbe-Tracking zu verhindern, und dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die Privatsphäre und Sicherheit der Bürger zu schützen. Bei der Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger ist das Thema aber wie erwähnt nicht angekommen, nicht im Bewusstsein, denn sie haben ja nichts zu …</p><p><strong>Was kann man selbst tun?</strong></p><p>Übrigens kann und sollte man selbst etwas tun. Der Stern gibt <a href="https://www.stern.de/digital/online/gps--wie-apps-ihren-standort-missbrauchen---und-was-sie-dagegen-tun-koennen-34887650.html?utm_campaign=digital&utm_medium=email&utm_source=newsletter&utm_content=iPhone#43;und+Android_Wie+Apps+Ihren+Standort+missbrauchen+%25E2%2580%2593+und+was+Sie+dagegen+tun+k%25C3%25B6nnen" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">in diesem Beitrag</a> Hinweise, wie man GPS Tracking beziehungsweise Ortungsdienste auf iPhones und Android-Geräten einschränken (z.B. dürfen Ortungsdienste nur bei Nutzung der App den Standort nutzen) oder abstellen kann.</p><em>Welche Apps wann Ortungsdienste verwenden, sieht man unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste und kann dort auch Änderungen vornehmen.</em><p>Interessant ist auch der im Artikel beschriebene App-Datenschutzbericht, den man aktivieren kann und in dem man sieht, welche App denn nun wie oft Daten angefordert hat.</p><em>Den Datenschutzbericht kann man unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > App-Datenschutzbericht aktivieren und dann einsehen.</em><p>Zudem sollte man die Mobile Advertising IDs (MAIDs), mit denen sich Smartphone-Nutzer und Desktop-Rechnern gegenüber Apps und Webseiten identifizieren, ausschalten oder einschränken. Datenschutz-Experte Mike Kuketz beschreibt <a href="https://www.kuketz-blog.de/android-und-ios-werbe-id-abschalten-und-damit-tracking-verringern/" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">hier</a> in seinem Blog, wie man das für iOS/iPhones und Android-Geräte tun kann.</p> <p>Als Apple-User hier die Einstellungen für das iPhone</p><ul><li>Öffnet die Einstellungen </li><li>Scrollt zu „Datenschutz & Sicherheit“ </li><li>Wählt Sie „Tracking“ Deaktivieren Sie „Apps erlauben, Tracking anzufordern“</li></ul> <p>Man kann wohl Tracking durch Anbieter und Apps nicht komplett vermeiden, aber mit diesen Schritten gewinnt man ein gutes Stück Privatsphäre und Datenschutz zurück. Also, auch wenn Ihr nichts zu verbergen habt …</p><p>Die Titelgrafik kommt wieder aus ideogram.ai nach dem Prompt: <em>Aerial view of a transparent human person. The body is filled with miniature scenes from their daily life. Emanating from their smartphone are colorful strands of data that connect to a detailed map composed of glowing location pins, data points, and connecting lines, revealing a complex web of information invisible to the user. The person’s expression is carefree, contrasting with the intricate data web surrounding them.</em></p><p><a href="https://stefanpfeiffer.blog/2024/07/28/ich-habe-doch-nichts-zu-verbergen-oder-sie-wissen-genau-wo-du-wann-bei-wem-warst/" class="" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">https://stefanpfeiffer.blog/2024/07/28/ich-habe-doch-nichts-zu-verbergen-oder-sie-wissen-genau-wo-du-wann-bei-wem-warst/</a></p><p><a rel="nofollow noopener noreferrer" class="hashtag u-tag u-category" href="https://stefanpfeiffer.blog/tag/android/" target="_blank">#Android</a> <a rel="nofollow noopener noreferrer" class="hashtag u-tag u-category" href="https://stefanpfeiffer.blog/tag/bewegungsdaten/" target="_blank">#Bewegungsdaten</a> <a rel="nofollow noopener noreferrer" class="hashtag u-tag u-category" href="https://stefanpfeiffer.blog/tag/databroker/" target="_blank">#DataBroker</a> <a rel="nofollow noopener noreferrer" class="hashtag u-tag u-category" href="https://stefanpfeiffer.blog/tag/dataprivacy/" target="_blank">#DataPrivacy</a> <a rel="nofollow noopener noreferrer" class="hashtag u-tag u-category" href="https://stefanpfeiffer.blog/tag/datenschutz/" target="_blank">#Datenschutz</a> <a rel="nofollow noopener noreferrer" class="hashtag u-tag u-category" href="https://stefanpfeiffer.blog/tag/gps/" target="_blank">#GPS</a> <a rel="nofollow noopener noreferrer" class="hashtag u-tag u-category" href="https://stefanpfeiffer.blog/tag/iphone/" target="_blank">#iPhone</a> <a rel="nofollow noopener noreferrer" class="hashtag u-tag u-category" href="https://stefanpfeiffer.blog/tag/smartphone/" target="_blank">#Smartphone</a></p>